Zahlungsmittelumfrage 2020

Im Herbst 2020 hat die SNB die zweite repräsentative Zahlungsmittelumfrage durchgeführt. Dabei wurden rund 2100 Schweizerinnen und Schweizer zu ihrem Zahlungsverhalten befragt. Die Ergebnisse zeigen markante Verschiebungen vom Bargeld hin zu bargeldlosen Zahlungsmitteln.

Im Rahmen der Zahlungsmittelumfrage 2020 wurden 2100 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz mittels eines persönlichen Interviews zu ihrem Zahlungsverhalten und den zugrundeliegenden Motiven befragt. Zusätzlich dazu wurden die Umfrageteilnehmenden aufgefordert, während sieben Tagen ihre unregelmässig wiederkehrenden Zahlungen wie Ausgaben im Supermarkt oder Restaurant festzuhalten. Am Ende der Erfassungswoche wurden ausserdem die regelmässig wiederkehrenden Zahlungen wie Mietausgaben oder Versicherungsprämien abgefragt.

Anstieg von bargeldlosen Zahlungen

Die Ergebnisse zeigen im Vergleich zur Vorgängerumfrage aus dem Jahr 2017 markante Verschiebungen in der Zahlungsmittelverwendung von Bargeld hin zu bargeldlosen Zahlungsmitteln. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass dieser Trend in den kommenden Jahren anhalten wird.

Als Auslöser für diese Verschiebung werden in der Umfrage zwei Gründe ermittelt: Einerseits werden die Innovationen im Bereich der bargeldlosen Zahlungsmittel von der Bevölkerung heute stärker geschätzt und als benutzerfreundlicher bewertet. Andererseits hat die Coronapandemie die Veränderungen in der Zahlungsmittelnutzung zusätzlich beschleunigt.

Ergebnisse im Detail

In Bezug auf die konkrete Verwendung der Zahlungsmittel zeigt die Studie, dass Bargeld und die Debitkarte am stärksten verbreitet sind. 97% der Befragten geben an, Bargeld zu Hause oder im Portemonnaie zu haben; 92% besitzen eine Debitkarte. Wie bereits bei der ersten Zahlungsmittelumfrage von 2017 wird Bargeld am häufigsten für Zahlungen eingesetzt; dessen Wertanteil ist jedoch von 70% auf 43% zurückgegangen. Debit- und Kreditkartenzahlungen hingegen haben seit 2017 zugenommen – bei den Debikartenzahlungen gab es einen Anstieg von 22 auf 33% und bei den Kreditkartenzahlungen von 5 auf 13%. Im Bereich von unregelmässigen Zahlungen hat die Debitkarte das Bargeld als Zahlungsmitel mit dem höchsten Wertanteil sogar abgelöst.

Für regelmässig wiederkehrende Zahlungen sind vor allem Überweisungen per Online-Banking von grosser Bedeutung. Neben Debit- und Kreditkarten hat auch die Nutzung von Bezahlapps stark zugenommen – 2020 gaben 40% der Befragten an, eine Bezahlapp zu verwenden, 2017 hatte dieser Wert noch bei 11% gelegen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Zahlungsmittelumfrage werden im unten eingebetteten Ausschnitt aus der Medienkonferenz zusammengefasst. Die gesamte Medienkonferenz ist hier zu finden.

Ausschnitt aus der Medienkonferenz zur Zahlungsmittelumfrage

Wie greift Iconomix das Thema konkret auf?

Video-Themenblock «Fintech: Payment»

Der Video-Themenblock «Fintech: Payment» thematisiert die Entwicklung von Zahlungsmöglichkeiten und deren typischen Vor- und Nachteile.

Modul «Du und das Geld»

Das Modul mit der Zeitung rund um die SNB beleuchtet neben Themen wie Preisstabilität, Wechselkurs und Geldpolitik auch den bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Daniela Waser
Beitrag von:
Daniela Waser
erstellt am 01.12.2021
geändert am 01.03.2022