Add-on zum Modul «Arbeitsteilung und Handel» von éducation21

Drei Fragen an Thomas Abplanalp

Welche Chancen und Risiken sind mit internationaler Arbeitsteilung und Globalisierung verbunden? Und welche Rolle spielen wir als Konsumentinnen und Konsumenten dabei? – Ein Add-on von éducation21 zum Iconomix-Modul «Arbeitsteilung und Handel» geht diesen und weiteren Fragen nach.

Das neue Add-on von éducation21 zum Modul «Arbeitsteilung und Handel» bietet den Lernenden im Rahmen eines Rollenspiels die Möglichkeit, praxisnah zu erfahren, wie nachhaltige Arbeitsteilung und nachhaltiger Handel in Zukunft aussehen könnte. Weitere Informationen zum Add-on finden Sie direkt im Modul «Arbeitsteilung und Handel».

Wir haben bei Thomas Abplanalp, ehemaligem Gymnasiallehrer und Koordinator Themendossier bei éducation21 nachgefragt, welchen Mehrwert das Rollenspiel bietet und inwiefern es dazu beiträgt, dass die Lernenden die Komplexität von Arbeitsteilung und Handel erkennen können. 

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éducation21 ist das nationale Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) der Schweiz.

BNE will zur aktiven Teilnahme an einer ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung befähigen.

Iconomix: Was ist aus pädagogischer Sicht der Mehrwert des Rollenspiels zum Modul «Arbeitsteilung und Handel»? 

Thomas Abplanalp: Die Erweiterung ermöglicht aus pädagogischer Sicht eine Auseinandersetzung mit dem Thema «Arbeitsteilung und Handel» aus der Perspektive einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). 

Die Lernenden erkennen die komplexe Wechselwirkung zwischen Natur, Gesellschaft und Wirtschaft und verstehen, welchen Einfluss sie als Konsument:innen haben. 

Dabei fördern sie BNE-Kompetenzen wie kritisches und konstruktives Denken, den Perspektivenwechsel sowie das systemische Denken. 

Welche zentralen Erkenntnisse haben sich für Sie durch die Anwendung des Rollenspiels im Unterricht ergeben?

Gerade aufgrund der Komplexität von BNE-orientiertem Unterricht gilt oft: weniger ist mehr. Anstatt oberflächlich möglichst viele Argumente zusammenzutragen, ist es bereichernd, den Fokus auf zwei bis drei zu legen. Dadurch können die Argumente viel differenzierter analysiert, kritisiert und modifiziert werden. 

BNE-Unterricht zeichnet sich immer durch seinen exemplarischen Charakter aus. Die Bewältigung komplexer Themen erweist sich nämlich als Herkulesaufgabe. Die Beschränkung auf wenige Argumente ist deshalb durchaus berechtigt und sinnvoll.  

Wie haben die Lernenden das Rollenspiel erlebt?

Die Lernenden erfassten die komplexen Herausforderungen rund um das Thema Arbeitsteilung und Handel schnell. Vor allem der Rückbezug zum Spiel «SOS – verschollen im Südpazifik» half ihnen beim Verständnis. Aufgrund ihrer Vorkenntnisse im Bereich nachhaltige Entwicklung erübrigte sich eine zusätzliche Einführung. 

Während der Diskussion in der Klasse zeigte sich, dass der Perspektivenwechsel in die verschiedenen Tätigkeiten nicht allen gleich mühelos gelang. Als Lehrperson ist es daher wichtig, während der Gruppenphase in den einzelnen Gruppen unterstützend zur Seite zu stehen.

Thomas_Abplanalp

Quelle: zVg. durch Thomas Abplanalp

Thomas Abplanalp war lange Zeit Gymnasiallehrer für Deutsch und Philosophie am Gymnasium Interlaken/Gstaad. 

Bereits während dieser Zeit faszinierte ihn im Unterricht die Auseinandersetzung mit komplexen Themen und Fragen.

Als Koordinator Themendossier bei éducation21 hat er die Möglichkeit, die Komplexität von Themen aus BNE-Perspektive Lehrpersonen schweizweit zugänglich zu machen.

Portrait von Julia Erdin
Beitrag von:
Julia Erdin
erstellt am 06.12.2023
geändert am 07.12.2023

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