Schweizerische Nationalbank

News

Zwei bis drei Mal die Woche veröffentlichen wir hier aktuelle Nachrichten, die für Unterrichtende von Wirtschafts- und Gesellschaftsfächern auf Sekundarstufe II von Interesse sind: Angebote zur ökonomischen Bildung von ausserhalb von iconomix, Neuigkeiten in eigener Sache, interessante Fakten, anregende Fachbeiträge und vieles mehr.

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Diversität in Wirtschaftswissenschaften
18.09.2020

Im Verhältnis zu anderen Themen schenken Ökonomen der ethnischen Diskriminierung noch wenig Aufmerksamkeit. Nur 0,2 Prozent aller Artikel aus den Top-Ten Wirtschaftszeitschriften in den letzten zehn Jahren gehen auf Fragen der Ethnie, des Rassismus und der daraus resultierenden sozialen Ungleichheit ein. Verglichen mit Themen wie Einkommensverteilung (2,0%), Armut (1,4%) und Geschlecht (0,8%) ist der Anteil gering.

Dieses Ungleichgewicht könnte auf eine Unterrepräsentation von ethnischen Minderheiten in den Wirtschaftswissenschaften zurückzuführen sein, so ein englischsprachiger Beitrag des IMF. Während die Vertretung der Ökonominnen und Ökonomen «of color» an US-amerikanischen Wirtschaftsfakultäten im Jahr 2019 3 Prozent ausmachte, lag ihr Anteil in der US-Bevölkerung bei 13 Prozent. Eine grössere Diversität unter Wirtschaftswissenschaftlern könnte nach Einschätzung des IMF zur Lösung beitragen.

Zum englischsprachigen Beitrag des IMF

Digitales Bestellen verleitet zu Extra-Portionen
16.09.2020

Mittlerweile sieht man sie in jeder McDonald’s Filiale: die überdimensionalen Bestell-Touchbildschirme, an denen die Kunden ihre Bestellungen aufgeben. Digitale Bestellsysteme sind effizient – und ein Umsatztreiber. Der Bestellwert ist um 30 Prozent höher, als wenn von Mensch zu Mensch bestellt wird.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen ist der Kunde weniger gehemmt und hat mehr Zeit zum Auswählen als in einer Schlange. Andererseits werden die Kunden beim digitalen Bestellen auch bewusst dazu verleitet, sich für grössere Portionen mit mehr Extras zu entscheiden. 

Zum vollständigen Artikel in der NZZ am Sonntag

Finanzielle Grundbildung
14.09.2020

Das Hintergrunddokument «Finanzielle Grundbildung» wurde aktualisiert. Es beschreibt, was iconomix unter Finanzkompetenz versteht.

Nebst der ökonomischen und finanziellen Grundbildung geht iconomix auf persönliche Finanzen ein, insbesondere auf die Nutzung von Finanzprodukten und -dienstleistungen. Etwa: Wie «manage» ich meine Finanzen? Wie vermeide ich eine Überschuldung? Oder welche Versicherungen sind für mich sinnvoll?

Rund die Hälfte aller Unterrichtseinheiten von iconomix können dem Finanzbildungsportfolio zugerechnet werden. Die «Online-Challenge Finanzwissen» nimmt darin einen besonderen Platz ein.

Finanzielle Grundbildung

Roadmap zur Bewältigung der Corona-Krise
11.09.2020

Der Corona-Schock hat in kürzester Zeit zu einer schweren Rezession geführt. Es handelt sich um eine präzedenzlose Kombination von Angebots- und Nachfrageschock.

Aymo Brunetti, Professor für Wirtschaftspolitik und Regionalökonomie an der Universität Bern, hat ausgehend vom Stand August 2020 eine wirtschaftspolitische Roadmap für die nachhaltige Bewältigung der Corona-Krise verfasst. Aufgrund der grossen Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Krise und das Fehlen von historischen Präzedenzfällen greift Brunetti auf drei Grundszenarien zurück: Ein Depressions-, Erholungs- und Überhitzungsszenario. Ziel ist es, eine Depression oder Überhitzung zu vermeiden. 

Das Wichtigste in Kürze: Befinden wir uns nach wie vor im gewünschten Erholungsszenario, sollten keine zusätzlichen nachfragestärkenden Instrumente ergriffen werden. Kommt die Wirtschaft aber virusbedingt vom Erholungspfad ab, sollten bisherige Instrumente wie Kurzarbeit, Erwerbsersatz und Liquiditätshilfe gezielt genutzt werden. Ein umfassender Lockdown muss unbedingt vermieden werden, so der Volkswirt im Interview mit SRF ECO. 

Zum SRF-Interview mit Aymo Brunetti

Covid-19-Kredite
09.09.2020

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern, hat die Schweiz auf drei Instrumente gesetzt: Kurzarbeit, Erwerbsersatzentschädigung für Selbständige und sogenannte Covid-19-Kredite. Forschende der KOF und der Universität Lausanne haben nun untersucht, in welchem Ausmass Schweizer KMU und Selbständige von diesen Instrumenten Gebrauch gemacht haben.

Insgesamt zeigt sich, dass die Inanspruchnahme von Kurzarbeit und Erwerbsersatzentschädigungen gut durch die direkte Betroffenheit der Unternehmen von der Corona-Krise erklärt werden kann. Damit konnte «gesunden» Unternehmen, die zufällig durch die Krise getroffen wurden, geholfen werden.

Bei den Covid-19-Krediten ist dieser Zusammenhang weniger klar. Stattdessen hatte der Verschuldungsgrad der Firmen vor der Krise den grössten Einfluss auf den Bezug von Covid-19-Krediten. Es ist deshalb zu vermuten, dass die Massnahme vor allem von finanziell instabilen Unternehmen genutzt wurde. Die Forschenden warnen davor, unvermeidbare Firmenkonkurse und nötige Umstrukturierungen nicht zuzulassen und damit zu verschleppen.

Zum Artikel im KOF Bulletin

Geschichte des wirtschaftlichen Denkens
07.09.2020

In einem ausführlichen Gespräch mit der Zeitschrift Perspektiven der Wirtschaftspolitik philosophiert der emerierte Professor Heinz Rieter über den Nutzen und die Faszination des Studiums der Geschichte der Wirtschaftswissenschaften. Rieter versteht darunter die gesamtheitliche Betrachtung der verschiedenen Ideen und Theorien, die sich nur im Kontext der Personen, die sie erdacht haben, und der Zeit, in der sie gelebt haben, richtig einordnen lassen.

Heinz Rieter verliess die DDR in jungen Jahren, um in Westdeutschland zu studieren. Er ist Gründungsmitglied des «Ausschuss für die Geschichte der Wirtschaftswissenschaften» und hält die Geschichte der Wirtschaftswissenschaften für ein Fach, das auch heute noch in den Stundenplan von Universitäten gehört. «Schliesslich möchte man die Riesen auch mal kennenlernen, auf deren Schultern man steht.» 

Zum Interview aus »Perspektiven der Wirtschaftspolitik«

Lehrstellenmarkt Schweiz
04.09.2020

In den nächsten fünf Jahren ist wegen der Corona-Pandemie mit 5’000 bis 20'000 weniger abgeschlossenen Lehrverträgen zu rechnen. Zu dieser Prognose kommt ein Modell der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung. In einem Interview in der Volkswirtschaft betont Bildungsökonom Stefan C. Wolter, dass die Prognosen stark von der Konjunktur sowie der Wirksamkeit der Massnahmen zur Bekämpfung einer Lehrstellenkrise abhängig sind.

Weiter zeigt sich, dass Berufseinsteiger nach einer Lehre härter vom Wirtschaftseinbruch getroffen werden als angehende Lehrlinge. Dies aus zwei Gründen: Zum einen, weil sie jetzt keine Stelle finden, und zum anderen, weil sie an diesen Einstiegsproblemen noch Jahre in Form von tieferen Löhnen oder erhöhtem Risiko für Arbeitslosigkeit leiden werden. Letzteres auch noch nachdem sich die Wirtschaft dereinst wieder erholt haben wird.

Zum Interview in der Volkswirtschaft

Digitale Budgetplanung
02.09.2020

Ein Budget aufstellen ist heutzutage dank digitalen Tools relativ einfach. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, seine Ausgaben im Blick zu behalten: die Nutzung eines Finanzassistenten beim Online-Banking oder einer Budget-App. Joanna Herzig, Projektleiterin Schuldenprävention Stadt Zürich, erklärt in einem fünfminütigen Video von «Einfach digital» von Blick TV, worauf es bei der digitalen Budgetplanung zu achten gilt.

Zum Video von Blick TV

Erste virtuelle iconomix-Tagung
31.08.2020

Letzten Freitag fand die zwölfte iconomix-Tagung statt. Corona-bedingt wurde diese erstmals in virtueller Form durchgeführt. Gegen 100 Personen nahmen an den sechs inhaltlich verschiedenen Live-Webinaren teil. Im Zentrum standen einerseits unser Jahresthema Fintech und andererseits die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft. Zusätzlich standen zwei Webinare zu Online-Modulen von iconomix und deren Einsatz im Unterricht zur Auswahl.

Danke an die Teilnehmenden für deren Beitrag an eine interaktive und anregende Tagung!

Zu den Präsentationen der iconomix-Tagung 2020

Historischer BIP-Einbruch
28.08.2020

Die Schweizer Wirtschaftsleistung ist verglichen mit dem Vorquartal um 8,2 Prozent geschrumpft. In absoluten Zahlen entspricht dies 14 Milliarden Franken. Es handelt sich dabei um den mit Abstand grössten Rückgang des BIP seit Messbeginn 1980. Der Einbruch war aufgrund des weitgehenden Lockdown zwar durchaus in dieser Grössenordnung erwartet worden. Die Zahlen in stark betroffenen Branchen wie dem Gastgewerbe (-54,2%) sind dennoch höchst besorgniserregend.

Im internationalen Vergleich ist die Schweiz (auch dank der Pharma-Branche) vergleichsweise gut weggekommen. Länder wie Italien, Frankreich, UK und Spanien verzeichneten noch stärkere Rückgänge. Obwohl der Einbruch im zweiten Quartal einmalig bleiben dürfte, ist die Unsicherheit weiterhin gross. Die zukünftige Entwicklung hängt stark vom weitere Verlauf der Pandemie ab.

 

 

Zur Medienmitteilung des SECO