Lohnunterschiede
Lohnunterschiede

Kommentar für die Lehrperson

Lohn und Arbeit

Übersicht

Thema und Inhalt

Das Modul thematisiert die vielfältigen Faktoren, die den Lohn beeinflussen, und die Ursachen für Lohnunterschiede. Ein speziell für diesen Zweck konzipiertes Online-Magazin widmet sich in spannend aufbereiteten Beiträgen den verschiedenen Aspekten von Lohn und Arbeit. Das Magazin schlägt gezielt Brücken zwischen dem Alltag der Lernenden und den behandelten Themen. Es umfasst Sachberichte, Interviews und Porträts. 

Didaktisches Format

Die Grundlage des Lernarrangements zu «Lohn und Arbeit» bildet das entsprechende Online-Magazin. Es ist einem typischen Webmagazin nachempfunden und enthält interaktive Elemente, multimediale Inhalte wie Videos, Infografiken, Faktenboxen, Artikel und eine benutzerfreundliche Navigation.

Die didaktische Verarbeitung erfolgt entweder mit fünf Mini-Sets (primär für ABU geeignet) oder mit drei vertiefenden Lernaufträgen (geeignet auch für BM und GYM). Die Lernaufträge dienen der Wissenserweiterung und knüpfen an das persönliche und das Vorwissen der Lernenden an, um ihre Verständnisprozesse gezielt zu unterstützen.

Dauer

Je nach Vertiefung zwei bis sechs Lektionen.

Geeignete Fächer

Allgemeinbildender Unterricht (ABU), Wirtschafts- und Gesellschaftsfächer, Einführung in Wirtschaft und Recht.

Anspruchsniveau

Mittel. Im Vordergrund steht die praktische Anwendung.

Ressourcen zum Modul

Das Modul «Lohn und Arbeit» umfasst den Kommentar und folgende Unterrichtsmaterialien:

Kompetenzorientierte Lernziele

Je nach den im Unterricht eingesetzten Lernaufträge können die erzielten Lernziele stark variieren. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl:

Die Lernenden können …
… erklären, weshalb Arbeitnehmende Lohnabzüge bezahlen und welche Gegenleistung sie dafür erhalten.
… identifizieren, welche Faktoren für die Wahl der passenden Arbeitsstelle relevant sein können, und diese individuell priorisieren.
… erklären, welche Faktoren dazu führen, dass Personen mit höherer Ausbildung tendenziell besser verdienen.
… anhand von Beispielen erklären, was technologischer Fortschritt bedeutet.
… den Einfluss von Digitalisierung und KI auf ihren Beruf aufzeigen. (ABU/BM)
… angesichts der Chancen und Gefahren für einen intensiven Einsatz von KI in der Arbeitswelt oder gegen einen solchen argumentieren. (GYM)
… die Veränderung der Produktivität im Laufe der Zeit erklären und das Konzept auf ihren Beruf anwenden.
… den Zusammenhang zwischen unbezahlter Arbeit und Lohnungleichheit erklären.

Hinweise zum Modul

Zum ökonomischen Hintergrund

Das Einkommen aus Arbeit ist für die meisten Menschen von zentraler Bedeutung. Es wird massgeblich durch den Marktwert der erbrachten Leistung bestimmt. Dieser Wert hängt von den Fähigkeiten der Arbeitnehmenden und der aktuellen Nachfrage nach diesen Fähigkeiten ab.

Zusätzlich beeinflussen weitere Faktoren wie die «outside options» der Arbeitnehmenden, Gesamtarbeitsverträge, Mindestlöhne und die vorherrschende Unternehmenskultur das Lohnniveau.

Zum Online-Magazin

Zugang

Das Online-Magazin «Lohn und Arbeit» steht Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: mag.iconomix.ch/m01/

Für Lernende empfehlen wir den Zugang über edu.iconomix.ch.

Form und Aufbau

Das Online-Magazin ist einem typischen Webmagazin nachempfunden. Es enthält interaktive Elemente, multimediale Inhalte wie Videos, Infografiken, Faktenboxen, Artikel und eine benutzerfreundliche Navigation.

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Beiträge im Magazin (neben einem spielerischen Quiz zum Einstieg):

Wissen im Zentrum Menschen im Zentrum
«AHV, ALV, UVG, BVG, WTF?»
Artikel zum Thema Lohnabrechnung
«3 Fragen an Daniel Lampart»
Interview mit dem Chefökonomen des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds
«Gewerkschaften und Arbeitgebende: Wie Hund und Katze?»
Artikel zur Rolle der Sozialpartner
«Erfolgreich, aber nicht reich»
Drei Porträts einer Sportlerin, eines Content Creators und einer Musikerin
«Ist eine Programmiererin mehr wert als ein Kellner?»
Artikel zum Thema Arbeitsproduktivität
«Geld allein ist nicht alles»
Interview mit Arbeitsmarktexperte Daniel Kopp
«Lohndiskriminierung: So kannst du dich wehren»
Praktische Tipps bei Lohndiskriminierung
«Mehr Lohn oder mehr Freizeit»
Strasseninterviews mit Lernenden aus Biel/Bienne
«Warum du heute mehr verdienst als damals dein Grossvater»
Bericht zur Reallohnentwicklung
«Mutterschaft sorgt für Lohndifferenz»
Interview mit Susanne Nef, Leiterin der Fachstelle Gleichstellung im Kanton Zürich
«Wer länger lernt, verdient später – dafür besser»
Artikel zum Einfluss von Bildung auf den Lohn
«Slam Dunk auch beim Lohn»
Artikel zum Thema Spitzenverdienende, am Beispiel von Clint Capela, Schweizer NBA-Spieler
«Wie der Fortschritt unsere Löhne beeinflusst»
Artikel zur Rolle des technologischen Fortschritts
 

Ein Teil der Artikel ist zu drei kurzen Themendossiers gebündelt:

  1. «Arbeitsmarkt und Lohnunterschiede»
  2. «Work Life Balance und Arbeitszufriedenzeit»
  3. «Arbeitnehmendenrechte und Diskriminierung»

 

In die Berichte und Interviews eingestreut sind Infografiken und Faktenboxen.

Die Navigation und die Arbeit mit dem Magazin werden durch folgende Eigenschaften (Features) erleichtert:

  • Statusbalken zu jedem Artikel, der den Lesefortschritt angibt
  • Like Button
  • Druckansicht: Jeder Artikel kann als PDF ausgegeben und ausgedruckt werden.

Zur didaktischen Verarbeitung

Zur didaktischen Verarbeitung steht eine Auswahl an gestuften Lernaufträgen zur Verfügung.

Fünf Mini-Sets mit je fünf bis sechs Lernaufträgen

Folgende fünf Mini-Sets eignen sich insbesondere für den ABU.

Mini-Set 1: Was ist ein Lohn? (ABU)

Lernziele zu diesem Mini-Set: Die Lernenden können …

… erklären, was der Unterschied zwischen dem Brutto- und dem Nettolohn ist, und die unterschiedlichen Abzüge auf der Lohnabrechnung interpretieren.

… selbstständig den Zusammenhang zwischen dem Nominal- und dem Reallohn sowie der erwarteten Inflationsrate herstellen.

… ein Verständnis für den Sinn von Lohnabzügen entwickeln. Sie erkennen, weshalb sie diese bezahlen und welche Gegenleistung sie dafür erhalten.

Mini-Set 2: Für welche Arbeit entscheide ich mich? (ABU)

Lernziele zu diesem Mini-Set: Die Lernenden können …

… Faktoren identifizieren, die für ihre Wahl der passenden Arbeitsstelle bedeutsam sind.

… Eigeninitiative und Selbstsicherheit entwickeln, um aktiv nach Informationen zur langfristigen Weiterentwicklung / zu Weiterbildungsmöglichkeiten zu suchen.

… erklären, welche Faktoren dazu führen, dass Personen mit höherer Ausbildung tendenziell besser verdienen.

Mini-Set 3: Warum gibt es Lohnunterschiede? (ABU)

Lernziele zu diesem Mini-Set: Die Lernenden können …

… begründen, weshalb es Lohnunterschiede gibt.

… Eigeninitiative und Selbstsicherheit entwickeln, um aktiv nach Informationen und Beratung in Fragen zur Lohndiskriminierung zu suchen.

… Strukturen identifizieren, die zu Spitzenlöhnen führen.

Mini-Set 4: Wie beeinflusst Digitalisierung Lohn und Arbeit? (ABU)

Lernziele zu diesem Mini-Set: Die Lernenden können …

… anhand von Beispielen erklären, was technologischer Fortschritt bedeutet.

… erklären, wie die hohen Löhne von Spitzenverdienenden mit der Digitalisierung zusammenhängen.

… den Einfluss von Digitalisierung und KI auf ihren Beruf abschätzen.

Mini-Set 5: Wie haben sich Lohn und Arbeit im Laufe der Zeit verändert? (ABU)

Lernziele zu diesem Mini-Set: Die Lernenden können …

… Wirtschaftswachstum erklären und die treibenden Faktoren des Schweizer Wohlstands nennen.

… die Veränderung der Produktivität im Laufe der Zeit erklären und das Konzept auf ihren Beruf anwenden.

… ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmende und den Einfluss von Gewerkschaften auf diese Rechte und Pflichten einschätzen.

 

Vertiefende Lernaufträge

Ergänzend zu den fünf Mini-Sets stehen drei vertiefende Lernaufträge zu Verfügung.

Vertiefender Lernauftrag 1: «Unbezahlte Arbeit» (primär ABU, auch BM/GYM)

Dieser Auftrag behandelt die verschiedenen Aspekte der unbezahlten Arbeit, die in einem Haushalt anfallen.

Die Lernenden setzen sich zum Einstieg mit der Aufteilung in ihrem Haushalt auseinander. Danach folgt eine Phase der Wissenserweiterung, in der sie mehr über unbezahlte Arbeit und Gleichstellung erfahren. Zum Schluss reflektieren die Lernenden, wie sie in Zukunft die unbezahlte Arbeit in ihrem eigenen Haushalt aufteilen möchten. 

Lernziele: Die Lernenden können Beispiele für unbezahlte Arbeit nennen sowie deren Bedeutung erklären. Sie können den Zusammenhang zwischen unbezahlter Arbeit und Lohnungleichheit herstellen und eine für sie ideale Aufteilung der unbezahlten Arbeit im Erwerbsalter begründen.

Vertiefender Lernauftrag 2: «Lohnrechner» (BM/GYM)

In diesem Auftrag setzen sich die Lernenden mit den unterschiedlichen Faktoren auseinander, die den Lohn beeinflussen. Mithilfe des Lohnrechners vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) zeigen sie auf, wie gross der Einfluss von Branche, Alter, Kanton, Ausbildung und Stellung auf den Lohn ist.

Die Lernenden werden aufgefordert, sich mit möglichen Gründen für den Einfluss der einzelnen Faktoren zu beschäftigen. Das Online-Magazin unterstützt bei der Wissenserweiterung und der Auseinandersetzung mit dem Thema. Zum Schluss reflektieren die Lernenden die Erkenntnisse aus dem Auftrag und ziehen Lehren daraus für ihre eigene berufliche Zukunft.

Lernziele: Die Lernenden können Faktoren, die zu Lohnunterschieden in der Schweiz führen, in ihrer Wirkungsweise unterscheiden und daraus Erkenntnisse für ihre eigene berufliche Zukunft ableiten.

Vertiefender Lernauftrag: 3 «Künstliche Intelligenz (KI)» (BM/GYM)

Dieser Auftrag beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken für die Berufswelt, die sich aus dem verstärkten Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ergeben. Die Lernenden produzieren in Dreiergruppen einen vier- bis fünfminütigen Podcast zu den Chancen oder den Risiken von KI. Das Wissen wird dabei mithilfe des Online-Magazins und von Recherchen im Internet erweitert.

In einer zweiten Phase werden die Argumente der Chancen und Risiken in Vierergruppen ausgetauscht (zwei Lernende, die sich mit den Chancen, und zwei, die sich mit den Risiken auseinandergesetzt haben). Die wichtigsten Argumente werden dabei ermittelt und können anschliessend im Plenum zusammengetragen werden.

Lernziele: Die Lernenden können den Einfluss von KI auf ihren (zukünftigen) Beruf aufzeigen und angesichts der Chancen und Gefahren für einen intensiven Einsatz von KI in der Arbeitswelt oder gegen einen solchen argumentieren. 

Mögliches Unterrichtsszenario

Die bereitgestellten Lernmedien – das Online-Magazin und die diversen Lernaufträge – lassen sich auf unterschiedliche Weise miteinander kombinieren und in den Unterricht integrieren. 

Fächertyp ABU in der beruflichen Grundbildung

Für die didaktische Verarbeitung im ABU empfehlen wir entweder eines oder mehrere der fünf Mini-Sets oder den erweiterten Lernauftrag «Unbezahlte Arbeit».

Die drei nachfolgend skizzierten Unterrichtsszenarien unterscheiden sich hinsichtlich der Bearbeitungszeit und der thematischen Vertiefung.

Szenario 1: 2 Lektionen

  • Auswahl von 1–2 Mini-Sets
  • Bearbeitung in unterschiedlichen Sozialformen (z. B. Einzel- oder Partnerarbeit)

Szenario 2: 6 Lektionen (2 ABU-Halbtage)

  • Alle 5 Mini-Sets
  • Bearbeitung in unterschiedlichen Sozialformen (z. B. Einzel- oder Partnerarbeit)

Szenario 3: 2–3 Lektionen

  • Erweiterter Lernauftrag «Unbezahlte Arbeit»
  • Bearbeitung in unterschiedlichen Sozialformen (z. B. Einzel- oder Partnerarbeit)

Die Wissenserweiterung anhand der Mini-Sets kann als Kernelement eines umfassenderen Lernarrangements genutzt werden, das in Richtung offene Aufgaben geht. Es liegt in der Verantwortung der Lehrperson, zu entscheiden, wie dieses zusätzliche Wissen in die Lebenswelt der Lernenden integriert und beispielsweise mit sprachlichen Lernzielen verbunden wird, etwa durch Diskussionen, Arbeitsaufträge oder Präsentationen.

Schultyp BM oder GYM

Für die didaktische Verarbeitung im Schultyp BM oder GYM empfehlen wir die beiden erweiterten Lernaufträge «Lohnrechner» und/oder «Künstliche Intelligenz (KI)».

Die zwei nachfolgend skizzierten Unterrichtsszenarien unterscheiden sich hinsichtlich der Bearbeitungszeit und der thematischen Vertiefung.

Szenario 1: 2–3 Lektionen

  • Erweiterter Lernauftrag «Lohnrechner»
  • Bearbeitung in Einzel- oder Partnerarbeit

Szenario 2: 2–3 Lektionen

  • Erweiterter Lernauftrag «Künstliche Intelligenz (KI)»
  • Bearbeitung in Dreier- und Vierergruppen
  • Lernprodukt: vier- bis fünfminütige Podcasts zu den Chancen oder Risiken von KI