Schweizerische Nationalbank
Erlebnisse, nicht Dinge
Finanzielle Grundbildung
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Freitag, 24. November 2017

Die Psychologin Claudia Hammond erklärt, was Geld mit uns anstellt und gibt Tipps, wie man leichter spart und freudiger ausgibt.

Bild: pixabay – Alexas_Fotos (CC)

Viele Menschen neigen dazu, schlechte finanzielle Entscheidungen zu treffen. Dies hat uns die Verhaltensökonomie in den letzten Jahren immer wieder vor Augen geführt. Claudia Hammond, eine BBC-Journalistin und Psychologin, hat in ihrem Buch «Mind over Money», die wichtigsten Erkenntnisse der Verhaltensökonomie nicht nur zusammengefasst, sondern gleich einen Ratgeber für unseren eigenen Umgang mit Geld erstellt.

Es ist schon erstaunlich, was Geld mit uns anstellt, so Hammond. Geld verspricht Chancen und Möglichkeiten. Das Belohnungszentrum unseres Hirns wird aktiviert, sobald uns jemand Geld gibt. Obwohl Geld alleine noch nichts ist – nichts ausser einem Versprechen, dem wir vertrauen.

Auf die etwas abgedroschene Frage, ob Geld glücklich macht, antwortet Hammond: Es kann. Aber nur wenn man schlau damit umgeht und es richtig ausgibt.

Hier gleich eine Handvoll psychologischer Tricks, wie wir selbst besser mit Geld umgehen können, um vielleicht auch etwas glücklicher zu werden:

  • Investieren Sie ihr Geld besser in Erlebnisse als in Dinge. Erlebnisse machen uns in der Regel glücklicher als Dinge. Weshalb? Die neuen Schuhe waren gestern neu, toll und aufregend. Doch in ein paar Tagen verschwindet diese Aufregung. Neue Anschaffungen machen vor allem Spass, wenn sie neu sind. Doch neue Dinge sind nicht lange neu und die Glücksgefühle verschwinden. Zwar verschwinden naturgemäss auch Erlebnisse, allerdings können die Gedanken daran länger glücklich machen.
  • Ihr Sparkonto sollte weit weg sein. Selbst im E-Banking Zeitalter führt eine weiter entfernte Bankfiliale offenbar dazu, dass wir weniger in die Versuchung geführt werden unser Sparkonto anzuzapfen. Sofern Sie sparen wollen, was oftmals eine gute Idee ist, kann diese gefühlte Distanz helfen.
  • Belohnen Sie ihre Kinder nicht mit Geld für Hausaufgaben. Gemäss Hammond kann dies die intrinsische Motivation verdrängen, etwas lernen zu wollen.
  • Fragen Sie in der zweiten Wochenhälfte nach einer Lohnerhöhung. Ihre Chefin oder Ihr Chef vergisst über das Wochenende Ihre gute Leistung wahrscheinlich. Wenn Sie in der ersten Wochenhälfte gut arbeiten, sind Sie am Donnerstag aber noch in guter Erinnerung.

Mehr dazu gibt es im empfehlenswerten Interview mit Claudia Hammond im NZZ Folio (29.09.2017), in diesem Artikel der New York Times (05.01.2017) oder in einem knapp einstündigen Vortrag von Claudia Hammond persönlich auf Youtube.

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Dies ist ein Gastbeitrag. Inhaltlich verantwortlich ist der jeweilige Autor, die jeweilige Autorin.

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