Fintech: Banking Infrastructure
Fintech: Banking Infrastructure

Wissenstext

Fintech: Banking Infrastructure

Banking Infrastructure als Fundament

Banking Infrastructure ist die Grundlage für das Funktionieren von Banken. Zur Infrastruktur gehören neben den physischen Betriebsmitteln, wie zum Beispiel Bankschalter und Bürogebäude, auch die digitalen Betriebsmittel, wie die Informatik. FinTech befasst sich generell mit der Entwicklung und Bereitstellung innovativer Lösungen in diesen Bereichen. In anderen Worten: FinTech ist die innovative Speerspitze des digitalen Bankwesens.

Die Informatikinfrastruktur von Schweizer Banken ist auf hohem Niveau. Im Zentrum jeder Bank steht dabei eine Kernbankensoftware, die von spezialisierten Unternehmen angeboten wird. Dabei handelt es sich um eine Standardsoftware, welche auf die Bedürfnisse der einzelnen Banken angepasst wird. Der Betrieb dieser Software wird von den meisten Banken nicht anhand einer eigenen Computerhardware sichergestellt, sondern an spezialisierte Rechenzentren ausgelagert (Outsourcing). Das macht Sinn, weil so die Informatikkosten günstiger sind, als wenn jede Bank ihre eigene Software entwickelt und ein eigenes Rechenzentrum unterhält.

FinTech im Banking-Infrastructure-Bereich

Der FinTech-Bereich, der sich auf die Banking Infrastructure fokussiert, umfasst eine breite Palette von Lösungen und lässt sich folgendermassen einteilen:

Dabei ergeben sich auch Überschneidungen zu anderen FinTech-Bereichen. So brauchen oftmals Lösungen im Bereich Payment, Deposit & Lending oder Investment Management Schnittstellen oder basieren sogar auf Banking-Infrastructure-Lösungen. Banking Infrastructure selbst kann, neben anderen Technologien, wiederum Distributed Ledger Technology (Blockchain) oder künstliche Intelligenz (AI) einsetzen. Ende 2019 wurden 115 FinTech-Unternehmen im Bereich Banking Infrastructure in der Schweiz gezählt. Das entspricht 30 Prozent der FinTech-Unternehmen und zeigt die Bedeutung.

Kundenvorteile

Innovative Banking-Infrastructure-Lösungen bringen den Kunden folgende Vorteile:

Dabei können auch neue Banken, sogenannte Neo-Banken, entstehen, welche ganz ohne stationäre Filialen auskommen. Ein Beispiel ist Revolut, welche auch in der Schweiz aktiv ist. Gestartet ist sie mit einer Debitkarte und günstigen Fremdwährungskursen. Aktuell hat sie eine europäische Banklizenz und erweitert ihr Produktangebot in Richtung Wertschriftenhandel und Versicherungen. Neben günstigen Preisen fällt sie auch mit jungen, trendigen Benutzerschnittstellen und personalisierten Dienstleistungen wie Budgetplanung auf. Es versteht sich von selbst, dass die angebotenen Dienstleistungen 7/24 verfügbar sind.

Ein Problem von Banking Infrastructure sind oftmals die mangelnden Schnittstellen zwischen den verschiedenen Computersystemen von Banken und FinTech-Unternehmen. Dieses Problem wird mit Open Banking über sogenannte APIs (Application Programming Interfaces) gelöst, welche es erlauben, dass innovative Apps von FinTech-Unternehmen direkt auf Kontoinformationen bei Banken zugreifen können, um den Kunden neue, innovative Dienstleistungen anzubieten. Dies natürlich nur, wenn der Bankkunde damit einverstanden ist.

Quellen

  • Ankenbrand, T., Bieri, D., & Dietrich, A. (2019). IFZ FinTech Study 2019. Zug: IFZ.
  • Ankenbrand, T., Bieri, D., Dietrich, A. & Illi, N. (2020). IFZ FinTech Study 2020. Zug: IFZ.