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Lohn und Arbeit
Das Modul thematisiert die vielfältigen Faktoren, die den Lohn beeinflussen, und die Ursachen für Lohnunterschiede.
Die Frage der Lohngleichheit sorgt in der Schweiz seit Jahren für politische und gesellschaftliche Diskussionen. Immer wieder werden Unterschiede zwischen den Löhnen von Frauen und Männern öffentlich thematisiert.
In einem NZZ-Interview von 2026, äussert sich die Wirtschaftsprofessorin Conny Wunsch kritisch zur Kommunikation und Interpretation von Lohnstatistiken.

Conny Wunsch ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Universität Basel und forscht unter anderem zu Arbeitsmarktökonomie und Evaluation staatlicher Massnahmen. Im Gespräch mit der NZZ spricht sie über die Aussagekraft von Lohnanalysen, statistische Herausforderungen und die öffentliche Wahrnehmung von Lohndifferenzen.
Wir geben das In NZZ-Interview von 2026, auszugsweise wieder.
Frau Wunsch, das Eidgenössische Büro für Gleichstellung (EBG) schreibt auf seiner Website: «Frauen verdienen in der Schweiz 16,2 Prozent weniger als Männer – obwohl der Grundsatz ‹Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit› seit 1981 in der Bundesverfassung steht.» Wie beurteilen Sie diese Aussage?
Es fehlt die entscheidende Erklärung: Bei den 16,2 Prozent handelt es sich um den Unterschied beim Bruttovollzeitlohn zwischen Männern und Frauen – ohne Berücksichtigung von Ausbildung, unterschiedlicher Berufswahl, Branche, Alter, Erfahrung und so weiter.
Der Bund sagt dennoch, dass es übers Ganze gesehen einen «nicht erklärbaren» Lohnunterschied gebe, und zwar von 8 Prozent in der Privatwirtschaft und von 6 Prozent im öffentlichen Dienst.
Wir haben eine eigene Studie mit denselben Daten durchgeführt und sind auf tiefere Zahlen gekommen. Nach unseren Berechnungen beträgt die nicht erklärte Differenz in der Privatwirtschaft etwa 6 Prozent, im öffentlichen Sektor 3 Prozent.
Aber wie bei der Analyse des Bundes fehlt auch bei unserer Studie die wichtige Komponente der Berufserfahrung. Diese ist entscheidend für die Höhe des Lohnes.
Frauen verfügen, über die ganze Bevölkerung gesehen, im Durchschnitt über weniger Berufserfahrung als Männer. Das mag einen Gutteil der Unterschiede erklären.
Nehmen wir eine junge Anwältin, die bei einer Wirtschaftskanzlei anfangen möchte. Wie weiss sie, was sie beim Einstieg verlangen soll?
Sie muss sich vorher möglichst gut informieren. Da kommt das Thema Netzwerke rein, die bei den Männern heute oft noch besser sind und in denen sie an die relevanten Informationen gelangen. Vielleicht holen Männer tendenziell mehr Gegenangebote ein und bewerben sich breiter, um sich ein Bild des möglichen Lohns zu machen.
Die andere Frage ist, wie wichtig monetäre Aspekte sind. Vielleicht ist es einer Frau weniger wichtig, wie viel sie verdient.
Der beste Weg, um sich beim Lohn zu verbessern, ist übrigens ein Stellenwechsel. Wer immer beim selben Arbeitgeber bleibt, kann seinen Lohn oft nur langsamer oder weniger stark steigern.
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Quelle: Universität Basel
Conny Wunsch ist seit 2013 Professorin für Arbeitsmarktökonomie an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel. Nach ihrer Promotion 2008 an der Universität St. Gallen war sie dort als Postdoktorandin und Assistenzprofessorin tätig. 2011 wechselte sie an die Freie Universität Amsterdam, wo sie zunächst in Teilzeit und ab 2012 als Associate Professor in Vollzeit lehrte.
Lesen Sie das vollständige Interview hier.
