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Finanzkompetenz durch digitales Sparschwein fördern
Finanzielle Grundbildung
Geld, Währung, Finanzen
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Finanzkompetenz durch digitales Sparschwein fördern
Dienstag, 18. Juni 2019

Den Umgang mit Geld zu erlernen ist in einer Welt, in der Bargeld an Bedeutung verliert, nicht einfach. Neue Apps und digitale Sparschweine sollen helfen.

Bild: YouTube – Credit Suisse Schweiz

Kindern fällt es oft nicht leicht, mit Geld verantwortungsvoll umzugehen. Das Konzept von Geld, das zum Beispiel als Wertaufbewahrungsmittel dient, ist abstrakt. Da Bargeld physisch vorhanden ist, macht es Geld greifbarer, wodurch Kinder leichter dessen Bedeutung und Funktionen erlernen können. Wenn Noten oder Münzen im Austausch gegen Waren oder Dienstleistungen den Besitzer wechseln, lässt sich intuitiv verstehen, dass (Bar-)Geld als Zahlungsmittel dient und einen Wert hat. Bei einem Kauf im Internet oder mittels Karte verblasst dieser Zusammenhang. Neue Applikationen versprechen eine mögliche Lösung.

Die in Grossbritannien und den USA verfügbare App gohenry soll Eltern im Umgang mit Taschengeld ihrer 6 bis 18-jährigen Kinder unterstützen. Die Eltern können über eine separate Eltern-Version der App Taschengeld an das Kind überweisen und das Taschengeld falls erwünscht an Bedingungen wie zum Beispiel die Mithilfe im Haushalt knüpfen. Zusätzlich sehen die Eltern genau, was das Kind wann und wo gekauft hat. Die Kinder wiederum können eigene Sparziele definieren und das Geld entweder ansparen oder mit der eigenen Debitkarte am Automat abheben oder ausgeben.

Ein ähnliches Angebot ist in der Schweiz mit Digipigi von der Credit Suisse für Kinder unter 12 Jahren erhältlich. Neben einer App mit nahezu identischen Funktionen wie bei gohenry, erhält jedes Kind zudem ein Digipigi, ein Sparschwein mit vielen Zusatzfunktionen. Dieses ist über WiFi direkt mit dem Mobile Banking der Credit Suisse verbunden und funktioniert sowohl mit digitalem Geld (über die Kids- und Eltern-App) als auch mit Bargeld. Das Digipigi interagiert über Mimik und Geräusche mit dem Kind und ist gleichzeitig auch Uhr, Wecker und Nachtlampe.

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Wie funktioniert Digipigi?

Laut der Credit Suisse sei das Ziel von Digipigi unter anderem, dass das Kind lerne, Einnahmen und Ausgaben zu verstehen sowie Sparziele bewusst zu verfolgen. Andreas Dietrich, Professor am Institut für Finanzdienstleistungen in Luzern, sieht im Angebot der Credit Suisse aber auch eine langfristige Investition für die Bank. Da ein Neukunde im Schnitt 15 bis 20 Jahre bei einer Bank bleibe, lohne es sich für Banken, in die jüngsten Kunden zu investieren. Das Angebot richte sich an die Bindung bestehender Kunden und versuche gleichzeitig neue Kunden zu gewinnen, da ein Kind Digipigi nur dann kostenlos nutzen kann, wenn dessen Eltern CS-Kunden sind.

Dieser Beitrag wurde am 19.06.2019 überarbeitet.

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