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Das Land der begrenzten Möglichkeiten
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Das Land der begrenzten Möglichkeiten
Dienstag, 03. April 2018

Ungleiche Aufstiegsmöglichkeiten: In den Vereinigten Staaten haben afroamerikanische Knaben schlechtere Erfolgschancen als ihre Altersgenossen anderer Ethnien, so das Fazit einer US-Studie.

Afroamerikaner verfügen nicht über dieselben Aufstiegsmöglichkeiten wie andere Ethnien. Bild: flickr – Army Medicine (CC)

Afroamerikanische Kinder haben geringere Aufstiegsmöglichkeiten als der Nachwuchs anderer Ethnien. Dies geht aus einer Studie hervor, die von Forschern der Universitäten Standford und Harvard sowie der US-amerikanischen Statistikbehörde vorgelegt wurde.

Konkret analysiert die Studie, wie sich der Einkommensunterschied zwischen verschiedenen Ethnien über die Generationen hinweg entwickelt. Wie bedeutsam die ethnische Herkunft in Bezug auf die Erfolgschancen im Erwachsenenalter ist, zeigen die folgenden Resultate:

  • Hispanoamerikaner und Weisse besitzen vergleichsweise hohe Aufstiegschancen am US-Arbeitsmarkt. Afroamerikanern droht hingegen eine abwärts gerichtete Mobilität im Sinne eines wirtschaftlichen Abstiegs.
  • Der Einkommensunterschied zwischen Afroamerikanern und Weissen ist dabei ausschliesslich auf die Lohndiskriminierung von Männern – und nicht Frauen – zurückzuführen. Gemäss Noelle Hurd, Professorin für Psychologie an der Universität Virgina, ist diese Einsicht mitunter damit zu begründen, dass Afroamerikaner stärker unter der medialen Stereotypisierung eines «gewaltsamen Kriminellen» leiden als beispielsweise Afroamerikanerinnen.
  • Unterschiede in Bildungsniveau oder Haushaltseinkommen erklären die Einkommenslücke zwischen Schwarzen und Weissen nur geringfügig.
  • Trotz vergleichbarer sozioökonomischer Rahmenbedingungen in der Jugend verdient ein Grossteil der afroamerikanischen Knaben im Erwachsenenalter weniger als die Jungen anderer Ethnien.
Ursachenbekämpfung statt Symptombehandlung

Um gegen die Chancenungleichheit anzukämpfen, werden oft Massnahmen vorgeschlagen, die die wirtschaftliche Situation der betroffenen Gruppe verbessern soll. Vorübergehende Bargeldtransfers an afroamerikanische Haushalte oder die Einführung eines Mindestlohns sind dabei oft genannte Vorschläge.

In diesen Massnahmen sehen die Autoren der Studie jedoch eine unzureichende Anstrengung: Sie reduzieren kurzfristig die Folgen der Chancenungleichheit, beseitigen aber das zugrunde liegende Problem nicht. Geeigneter wären Lösungen, die die Ursache für die Benachteiligung von Afroamerikanern bestimmen und bekämpfen würden.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Forscher einerseits Kampagnen für Weisse, die zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Afroamerikanern dienen. Andererseits sollte der soziale Austausch zwischen verschiedenen Ethnien gefördert werden.

Mehr Informationen zum Inhalt der Studie finden Sie hier. Zudem bietet die New York Times zur selben Untersuchung komplementäres Anschauungsmaterial an.

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