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Digitalisierung: Was bringt die Zukunft?
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Digitalisierung: Was bringt die Zukunft?
Dienstag, 16. Januar 2018

Der technologische Wandel führt keineswegs zwingend zu Massenarbeitslosigkeit, sagt der Ökonom David Dorn im Interview.

Tätigkeiten, die genauen Arbeitsmustern folgen, können einfacher automatisiert werden. Quelle: Wikimedia – UKM Elisabeth Deiters-Keul (CC)

Der Ökonom David Dorn äussert sich im Interview mit dem Magazin «Die Volkswirtschaft» zu den Auswirkungen des technologischen Wandels auf den Arbeitsmarkt. Dorn ist der Meinung, dass die zunehmende Automatisierung langfristig keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Folge hat.

Einerseits führt die Automatisierung eines bestimmten Ablaufs nicht zwingend zum Aussterben eines ganzen Berufsbilds. Denn das breite Tätigkeitsspektrum eines Berufs kann oft nur schwer vollständig automatisiert werden.

So lenkt eine Lastwagenfahrerin nicht nur das Fahrzeug, sondern ist auch für das Beladen und Entladen der Waren und für administrative Arbeiten verantwortlich. Zudem kann sie auf unvorhersehbare Situationen wie komplizierte Strassenverhältnisse reagieren.

Andererseits entstehen durch den technologischen Wandel zusätzliche Stellen. Mit einem Anstieg des Beschäftigungsanteils ist zukünftig in hochqualifizierten, gut bezahlten Berufen wie auch in niedrig bezahlten Tätigkeiten, die eine eher geringe schulische Qualifikation voraussetzen, zu rechnen.

Zu letzteren zählen das Gastgewerbe, das Reinigungsgewerbe und die Kinderbetreuung – Tätigkeiten, die sich nicht so schnell durch Maschinen ausüben lassen.

Doch nicht alle Berufsgruppen profitieren vom technologischen Fortschritt: Dorn geht davon aus, dass sich der Rückgang der Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe und bei manchen Bürotätigkeiten fortsetzen wird. Diese Berufe sind von der Automatisierung deshalb stärker betroffen, weil sie genauen Arbeitsmustern folgen.

Laut Dorn ist es daher wichtig, in die Bildung der künftigen Generation zu investieren. Besonderen Wert sollte auf die Förderung von Fähigkeiten gelegt werden, in denen Menschen auch zukünftig den Maschinen überlegen sind – in Problemlösung, Kreativität und Kommunikation.

Das vollständige Interview mit David Dorn finden Sie hier:

Die Volkswirtschaft. «Die technologische Entwicklung verliert an Tempo» (21.12.2017)

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Finanz und Wirtschaft. Die Automatisierung der Arbeit (13.09.2016)

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