Schweizerische Nationalbank
Ungleichheit mindert Vertrauen
Staat und Gesellschaft
Studie
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Dienstag, 03. Oktober 2017

Eine Studie untersucht den Zusammenhang zwischen der wachsenden Einkommensungleichheit und dem abnehmenden Grundvertrauen gegenüber anderen Menschen und dem Staat.

Vertrauen ist nicht nur beim Klettern wichtig, sondern auch ein Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung. Bild: pexels – Riccardo Bresciani (CC)

Fragen Sie in der Badi manchmal auch wildfremde Leute, ob sie kurz auf Ihre Wertsachen aufpassen können? Dann gehören Sie wohl zu den Leuten, die ein hohes generelles Vertrauen anderen Menschen gegenüber haben.

Mit diesem Grundvertrauen setzt sich ein Artikel des IMF Magazins Finance & Development auseinander. Dabei geht es nicht etwa um das Vertrauen, das Sie Freunden oder Familienmitgliedern entgegenbringen, sondern um das generelle Vertrauen gegenüber irgendeiner Person. Ein Mangel an solchem kann die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes dämpfen.

In den USA ist das Vertrauen gegenüber anderen Menschen und dem Staat seit den 1970er Jahren markant gesunken. Die im Artikel vorgestellte Studie untersucht, ob diese Abnahme auf eine Ausweitung der Einkommensungleichheit zurückzuführen ist.

Die Resultate deuten darauf hin, dass die zunehmende Ungleichheit bei der Einkommensverteilung in den USA fast die Hälfte des Rückgangs des Vertrauens erklärt. Dabei führt vor allem die Ungleichheit innerhalb von sozioökonomischen Gruppen zu einer Vertrauenseinbusse. Wohingegen Unterschiede zwischen den Gruppen wenig Einfluss haben.

Was heisst das konkret? Angenommen, Max und Moritz haben zusammen die Schule besucht und anschliessend beide eine Lehre als Bäcker gemacht. Beide arbeiten in einem kleinen Familienbetrieb im selben Dorf. Wenn nun Max Moritz erzählt, dass er bedeutend mehr verdient, kann Moritz das nur schwer nachvollziehen und empfindet den Lohnunterschied als unfair. Daher sinkt sein Grundvertrauen.

Die Tatsache jedoch, dass die Schwägerin von Max, die Ärztin ist, viel mehr verdient, hat keinen Einfluss auf das Vertrauen von Moritz. Er kann den Einkommensunterschied in diesem Fall gut verstehen und erachtet ihn als fair.

Den vollständigen englischsprachigen Artikel finden Sie hier:

Finance & Development. In Equality, We Trust (März 2017)

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