Schweizerische Nationalbank
Bezahlen in der Schweiz
Geld, Währung, Finanzen
Finanzielle Grundbildung
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Freitag, 29. September 2017

Bezahlen ist längst nicht mehr nur mit Bargeld möglich, sondern darüber hinaus mit einer Reihe von elektronischen und mobilen Zahlungsmitteln. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Bezahllösungen in der Schweiz zum Einsatz kommen.

Bild: Max Pixel (CC)

Der Kaffee am Morgen, die Miete am Ende des Monats oder die langersehnten Ferien: Fast täglich werden wir mit dem Bezahlen von Gütern und Dienstleistungen konfrontiert. Nebst der Barzahlung gibt es in der Schweiz diverse elektronische und mobile Bezahllösungen. Die folgende Grafik bietet einen Überblick:

Traditionelle Bezahllösungen (physisch)
  • Ganz nach dem Motto «Nur Bares ist Wahres» ist in der Schweiz Bargeld sehr beliebt. Banknoten im Wert von über 72 Milliarden Franken waren 2016 durchschnittlich im Umlauf. Gemäss der Schweizerischen Nationalbank deutet der hohe Anteil an Tausendernoten darauf hin, dass Bargeld in der Schweiz nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet wird.
  • Mit dem Einzahlungsschein wird Geld bei der Post oder bei der Bank zugunsten eines Zahlungsempfängers einbezahlt oder überwiesen. Ab 2019 erscheint der Einzahlungsschein in neuer Form – zukünftig mit dem originellen Namen «Zahlteil QR-Rechnung». Das neue Formular enthält einen QR-Code, der die Bezahlung von Rechnungen mit E-Banking erleichtert.
Traditionelle Bezahllösungen (elektronisch)
  • Mit einer Debitkarte kann man Bargeld beziehen oder Waren und Dienstleistungen elektronisch bezahlen. Die Transaktion wird dabei unmittelbar dem Bankkonto des Karteninhabers belastet. Das Bezahlen mit einer Debitkarte ist in der Schweiz weit verbreitet und geniesst nach wie vor eine deutlich höhere Akzeptanz als die Nutzung von Kreditkarten.
  • Im Gegensatz zur Debitkarte ist die Kreditkarte nicht direkt an ein Bankkonto gekuppelt. Beim Bezahlen mit Kreditkarte wird einem ein Kredit gewährt, der zu einem späteren Zeitpunkt in Rechnung gestellt wird.
  • Das E-Banking bietet eine orts- und zeitunabhängige Bezahllösung: Zahlungen werden online abgewickelt. Eine Studie zeigt, dass in der Schweiz im Jahr 2016 rund jeder dritte Bankkunde über ein E-Banking Konto verfügte.
  • E-Rechnungen erleichtern die Abwicklung von Zahlungen im E-Banking. Man empfängt sie direkt im E-Banking, wodurch das Abtippen der langen Referenznummern entfällt.
  • Im Lastschriftverfahren werden wiederkehrende Zahlungen wie zum Beispiel monatliche Rechnungen automatisiert. Der Bankkunde erlaubt in diesem Verfahren dem Zahlungsempfänger, sein Konto direkt zu belasten.
Neue Bezahllösung «Mobile Payment»
  • Mit der Verbreitung von mobilen Technologien wurde auch eine Vielzahl mobiler Bezahllösungen entwickelt. Eine davon ist die Schweizer Bezahl-App Twint (seit 2016 mit Paymit fusioniert), die von den sechs grössten Schweizer Banken getragen wird. Die App ermöglicht einerseits das kontaktlose Bezahlen in der Schweiz über entsprechende Terminals an der Ladenkasse mittels Bluetooth. Dafür muss jedoch die App offen sein. Andererseits kann mit der App in Echtzeit Geld von Smartphone zu Smartphone überwiesen werden. Dazu braucht man ein Twint-Benutzerkonto, das direkt mit dem Bankkonto verbunden werden kann. Die Sicherheit wird durch eigens festgelegte Transaktionslimiten und die Eingabe eines PIN-Codes gewährleistet.
  • Auch die beiden Smartphone Giganten Apple und Samsung haben Bezahl-Apps entwickelt. Apple Pay und Samsung Pay funktionieren nicht über Bluetooth, sondern mit Nahfeldkommunikation (NFC). Dieses System wird bereits für das kontaktlose Bezahlen mit Kreditkarten verwendet. So kann man einen Kauf tätigen, ohne dass die App dabei offen ist. Man muss sich lediglich per Fingerabdruck identifizieren um den Kauf zu bestätigen. Um die Bezahl-Apps von Apple und Samsung zu nutzen, braucht man eine Kreditkarte eines Unternehmens, das mit dem jeweiligen Mobiltelefonhersteller kooperiert. Ein Grossteil der Schweizer Kreditkartenherausgeber verzichtet momentan auf eine Zusammenarbeit mit Apple Pay und Samsung Pay und unterstützt stattdessen die Schweizer Bezahl-App Twint.

Momentan bevorzugt die Schweizer Bevölkerung traditionelle Bezahllösungen. Wie die Finanz und Wirtschaft berichtet, beträgt der Marktanteil von Mobile Payment in der Schweiz nur rund 0,2%. Ob und welche mobilen Bezahllösungen sich in der Schweiz durchsetzen, wird sich zeigen.

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