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Freitag, 01. September 2017

Eine interessante Plattform stellt den langen Weg der Sozialen Sicherheit in der Schweiz ins Rampenlicht.

Bild: wikimedia – Mihály Munkácsy (Public Domain)

Das Bundesamt für Sozialversicherung feierte 2013 seinen 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass wurde die Geschichte der Sozialen Sicherheit in der Schweiz aufgearbeitet. Das Ergebnis ist die Plattform Geschichte der Sozialen Sicherheit. Entwickelt wurde sie durch die Universitäten Basel und Zürich sowie die Ecole d’études sociales et pédagogiques (EESP) Lausanne.

Mit einem breiten Angebot bietet die Plattform interessante Einblicke in die Entwicklung der Sozialen Sicherheit in der Schweiz. Neben den wichtigsten Zahlen gibt es Beiträge zu verschiedenen Aspekten der Sozialversicherungen wie Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Auch der gesetzliche Rahmen und vieles mehr werden aufgezeigt.

Die «Synthese» beinhaltet einen schön gestalteten Zeitstrahl, der von 1848 bis 2010 reicht. In diesem finden sich wichtige historische Ereignisse wie z.B. die Gründung der Suva 1912 oder auch das Scheitern des ersten Kranken- und Unfallversicherungsgesetzes 1900. Zu jedem Eintrag gibt es einen kurzen Beschrieb, der das Ereignis einordnet und erklärt.

Unter der Rubrik «Risikogeschichte» werden die heute versicherten Risiken wie Arbeitslosigkeit oder Behinderung erläutert. Die jeweiligen Versicherungen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt und hatten oft einen steinigen Weg zu gehen. Viele von ihnen hatten private Vorläufer. So gab es vor der Einführung einer allgemeinen Arbeitslosenversicherung bereits sogenannte «Arbeitslosenkassen», die meist von Gewerkschaften gegründet wurden und an die Mitgliedschaft in der jeweiligen Gewerkschaft gekoppelt waren.

Bei welchen Risiken eine Soziale Sicherung als nötig angesehen wird, hängt vom jeweiligen Zeitgeist ab. Einzelne Gruppen, die sich für den Schutz gegen ein Risiko stark machen, spielen unweigerlich eine zentrale Rolle. So war der Schutz vor den Risiken der Fabrikarbeit noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts das Hauptanliegen der Sozialversicherungen.

Die «Akteure» sind unter anderem Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung. Von Hans Peter Tschudi über Ruth Dreifuss bis zu Ernst Kaiser sind Porträts der bekanntesten Exponenten zu finden. Ausserdem können Profile von Betroffenengruppen sowie von Verbänden und Organisationen eingesehen werden.

Unter «Institutionen» werden die verschiedenen staatlichen Behörden und privaten, oft gemeinnützigen, Organisationen zusammengefasst, die an der Verwaltung und Umsetzung der Sozialen Sicherheit beteiligt sind. Im Allgemeinen lässt sich ein Trend zu mehr bundesstaatlicher Verantwortung feststellen. Es gibt aber weiterhin private Organisationen, die ergänzende Leistungen anbieten. In derselben Rubrik werden wichtige beteiligte Behörden wie z.B. die Ausgleichskassen genauer vorgestellt.

Die Bereiche «Themen» und «Zahlen» bieten spannendes Hintergrundwissen. So wird beispielsweise der Einfluss des Föderalismus und der direkten Demokratie beleuchtet. Verschiedene Kennzahlen zu den Versicherungen geben unter anderem Auskunft über die Entwicklung der Anzahl Versicherten und über das finanzielle Gewicht der Versicherung.

So waren 1960 bereits 80% der Bevölkerung krankenversichert, das Obligatorium folgte erst 1994. Die Zahl der Krankenkassen hat sich seit 1960 drastisch verkleinert. Waren es damals noch über 1000 verschiedene Kassen, so gibt es heute nur noch 86, wobei die fünf grössten die Hälfte aller Versicherten abdecken.

Die Plattform vermittelt ein facettenreiches Gesamtbild über die Geschichte der Sozialen Sicherheit und bietet die Möglichkeit, sich gezielt in einzelne Themen zu vertiefen.

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