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Aufklärung zum Thema Schulden
Freitag, 28. März 2014

Jugendliche haben beim Eintritt ins Erwachsenenleben häufig keine Vorstellung davon, was das Leben kostet. Ein Expertenteam der Stadt Zürich klärt auf. 

Jugendliche der Stadt Zürich verschulden sich überdurchschnittlich oft. Aufklärung soll helfen. (Bild: Wikimedia

Die sorgenfreie Jugendzeit ist vorbei, der Ernst des Lebens ruft: Von zuhause ausgezogen, fallen plötzlich allerhand Kosten an, z.B. für Wohnungsmiete, Steuern, Krankenkassenprämien oder das eigene Auto. Wer zu diesem Zeitpunkt den Umgang mit Geld noch nicht gelernt hat, muss unter Umständen bitteres Lehrgeld bezahlen. Schulden belasten Jugendliche über Jahre hinweg und können auch bei der Job- und Wohnungssuche ein grosses Hindernis sein. Eine rechtzeitige Aufklärung tut deshalb not.  

Verantwortung bei Eltern  

Dabei nehmen die Eltern eine wichtige Rolle ein. Gregor Mägerle, Leiter des neu gegründeten Kompetenzzentrums Schuldenprävention der Stadt Zürich, rät deshalb: «Eltern sollten ihren Kindern auch beim Geld schrittweise Verantwortung übergeben. Am besten geschieht dies mit einem Sackgeld oder dem Jugendlohn, für welche die Jugendlichen dann selber verantwortlich sind. So können Kinder und Jugendliche einen sinnvollen und angemessenen Umgang mit Geld erlernen.»  

Nicht alle Eltern würden diesen Ansatz verfolgen. Stattdessen beobachtet Mägerle immer häufiger ein Verhalten, das er mit dem Begriff «Bancomat-Eltern» umschreibt: Kinder erhalten von ihren Eltern Geld, wann immer sie danach verlangen. Das sei gefährlich, meint Mägerle. Denn ob ein junger Mensch später im Leben in Überschuldung gerät, hänge primär davon ab, «ob jemand in seiner Jugend gelernt hat, mit Geld umzugehen oder nicht», so Mägerle weiter.  

Aufklärung an Schulen  

Das Kompetenzzentrum Schuldenprävention der Stadt Zürich bietet neu den Abschlussklassen der Oberstufe kostenlose Workshops mit Informationen, Übungen und konkreten Tipps zur Schuldenprävention an. Ihr Ziel: Jugendliche über Risiken und Konsequenzen einer Verschuldung aufklären.  

Bisher haben gegen 300 Schülerinnen und Schüler von diesem Angebot profitiert. Mägerles Zwischenfazit: «Die Jugendlichen haben häufig keine Ahnung, was es heisst, Schulden zu machen. Die oft gravierenden Folgen, die eine Verschuldung haben kann, sind ihnen gänzlich unbekannt.» Mägerles Ziel ist es, in jedem Schuljahr in allen Abschlussklassen der Oberstufe in der Stadt Zürich einmal einen solchen Workshop – dieser umfasst drei Lektionen und ist für die Schulen kostenlos – durchzuführen.

Lesen Sie auch: Wirkt Schuldenprävention?  

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Für das iconomix-Team
Pascal Züger

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Kommentare

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Esther Schelling - Früh übt sich

Viele Eltern bringen ihren Kindern nicht bei, dass man nicht alles haben kann, was man möchte. Möchte das Kind etwas, bekommt es das auch. Ich denke, es fällt den Eltern schwerer Nein zu sagen und konsequent zu bleiben, da das Kind ja „quengeln“ könnte, wieder dem Kind das gewünschte zu kaufen. Dies wiederum führe ich darauf zurück, dass in vielen Familien beide Elternteile berufstätig sind und ihnen die Energie zur Konsequenz fehlt. Vielleicht denken diese auch, dass sie so die fehlende Zeit, die sie für das Kind nicht haben, ersetzen können. So lernen schon die kleinen Kinder, dass sie alles bekommen, was sie möchten und auf nichts verzichten müssen. […] Daher sollten alle Eltern sich bewusst sein, dass es langfristig vielleicht nicht die beste Lösung ist, dass das Kind auf nichts verzichten muss.

 

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02.04.2014 Antworten