Verwandte Blogs

 
 
David Staubli, Sonntag, 18. Dezember 2016, 00:12

Glück ist käuflich

Geld macht glücklich, man muss es nur richtig ausgeben. Harvard-Professor Michael Norton zeigt wie.

Bild: pexels

Kann man Glück kaufen? Gerade in der vorweihnachtlichen Adventszeit sagt das sozial sensibilisierte Gemüht lieber: nein, das Glück des Lebens kommt von Familie, Freundschaft und Gesundheit! Der Harvard-Professor Michael Norton meint: doch! Glück kann man kaufen, man muss das Geld nur richtig ausgeben. Aber wie? Indem ich 1. Klasse fahre? Indem ich mir die neuste Wintermode statt diejenige der letzten Saison leiste? Mit dem neusten Ultra HD 800Hz Flachbildfernseher? Sein Rezept ist denkbar einfach: Geben Sie das Geld für andere statt für sich aus.

Er machte folgendes Experiment: Mit seinem Team sprach er eines Morgens Studenten auf dem Universitätscampus in Vancouver an, gab ihnen einen Briefumschlag mit 20 Dollar drin und fragte, wie glücklich sie seien. Die Probanden mussten das Geld im Verlaufe des Tages ausgeben. Die eine Hälfte der Teilnehmer wurde aufgefordert, mit den 20 Dollar etwas für sich zu kaufen. Die andere Hälfte musste das Geld für jemand anderes ausgeben. Während die einen den unverhofften finanziellen Zustupf in Ohrringe oder Schminke ummünzten, unterstützten die anderen Obdachlose auf der Strasse oder machten nahestehenden Menschen aus Familien- oder Freundeskreis ein Geschenk.

Am Abend wurden die Teilnehmer wiederum gefragt, wie glücklich sie seien. Diese Selbsteinschätzung zur Lebenszufriedenheit wurde verglichen mit derjenigen am Morgen. Das Resultat: Bei den Probanden, die sich eigene Annehmlichkeiten leisteten, war keine Veränderung auszumachen. Wer jedoch animiert wurde, jemand anderem eine Freude zu machen, war am Abend glücklicher als zu Beginn des Experiments. Wiederholungen des Experiments mit anderen Geldbeträgen und in anderen Ländern zeigen dasselbe Ergebnis.

Weihnachten steht vor der Tür und dies ist eine gute Gelegenheit, etwas für das eigene Wohlbefinden zu tun. Jemandem eine Freude machen zu können, macht uns womöglich glücklicher als selber beschenkt zu werden. Freuen Sie sich also aufs Schenken, nicht auf die Geschenke.


Lesen Sie auch:

Zum Thema:


David Staubli,
Ökonom, MSc der Universität Basel, Doktorand und Lehrassistent an der Universität Lausanne.

Dies ist ein Gastbeitrag. Inhaltlich verantwortlich ist der jeweilige Autor, die jeweilige Autorin.

entry tx_cabagblog_domain_model_entry Multi 912 24 1387
(0)
(0)
 
245 Aufrufe, 0 Kommentare
 
Kommentare (0)Kommentar abgeben
Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen


*

Geben Sie die Zeichenfolge links ins untenstehende Feld ein.

Bitte füllen Sie alle mit * markierten Felder aus.

Hinweis: Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln

 

Abbrechen