Esther Duflo und Abhijit Banerjee gehören zu den einflussreichsten Ökonomen weltweit. Sie erhielten 2019 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für ihren experimentellen Ansatz zur Armutsbekämpfung. Ab Juli 2026 werden sie an der Universität Zürich weiterforschen – nach jahrelanger Tätigkeit am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Die Forschung von Duflo und Banerjee konzentriert sich auf Entwicklungsökonomie und die Frage, wie politische Massnahmen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Armutsbekämpfung konkret wirken. Duflo und Banerjee untersuchen dazu Massnahmen zur Unterstützung von armutsbetroffenen Menschen – zum Beispiel, wie man den Zugang zu Bildung verbessert oder die Gesundheit in Entwicklungsländern stärkt. Dabei übertrugen sie einen ursprünglich aus der medizinischen Forschung bekannten Ansatz erstmals systematisch auf die Entwicklungsökonomie – randomisierte kontrollierte Feldexperimente.
Was wirkt – und was nicht
Bei diesem Ansatz bestimmen Forschende eine konkrete Personengruppe, die sie zufällig in zwei Untergruppen aufteilen. In der einen Gruppe wird eine Massnahme angewendet, während die andere Gruppe keine Veränderung erfährt. Anschliessend vergleichen die Forschenden, wie sich die Ergebnisse der beiden Gruppen unterscheiden. Auf diese Weise können sie herausfinden, welche Massnahmen einen Unterschied machen und welche nicht.
Spitzenforschung durch Austausch
An der Universität Zürich werden Duflo und Banerjee ab Juli 2026 das «Lemann Center für Entwicklung, Bildung und Public Policy» aufbauen und leiten. Mit ihrer Berufung gewinnt die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät weitere internationale Erfahrung und Expertise.
Der persönliche Austausch mit führenden Forschenden vor Ort stärkt den wissenschaftlichen Dialog und schafft neue Impulse für Forschung und Lehre. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Dina Pomeranz, die bereits früher an dem von Duflo und Banerjee gegründeten Poverty Action Lab (J-PAL) forschte und heute selbst eine international anerkannte Forscherin an der Universität Zürich ist.
Mehr Details über die Berufung von Esther Duflo und Abhijit Banerjee und ihre Pläne an der Universität Zürich finden Sie in der Medienmitteilung.
Die französisch-amerikanische Ökonomin wurde 2019 mit 46 Jahren als bisher jüngste Person mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet und ist Mitbegründerin des Forschungsinstituts J-PAL. Neben ihrer Forschung ist sie stark in der Nachwuchsförderung engagiert.
Der indisch-amerikanische Ökonom erhielt 2019 gemeinsam mit Duflo und Michael Kremer den Nobelpreis für seinen experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut. Er ist Mitautor internationaler Bestseller wie «Poor Economics», in denen er aufzeigt, wie erprobte Ansätze das Leben der Ärmsten nachhaltig verbessern können.
