Ein Artikel aus dem F&D-Magazin des Internationalen Währungsfonds (IWF) beleuchtet die gesamtwirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz (KI) und stellt dabei historische Vergleiche mit früheren technischen Revolutionen her.

Technologische Innovationen allein reichen für den wirtschaftlichen Fortschritt nicht aus. Der Grund: Firmen und Arbeitsprozesse müssen sich erst anpassen, bevor gesamtwirtschaftliche Produktivitätsgewinne sichtbar werden.
Illustrieren lässt sich dies anhand des Produktivitätsparadox’ der 1980er Jahre: Trotz des zunehmenden Einsatzes von Computern zeigten sich in den 1980er Jahren zunächst keine messbaren Produktivitätssteigerungen. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Solow, bekannt für seine Beiträge zur Wachstumstheorie, fasste dies damals treffend zusammen: «Man sieht das Computerzeitalter überall, ausser in den Produktivitätsstatistiken.»
Auch andere revolutionäre Erfindungen wie Dampfmaschine und Elektrizität entfalteten ihre volle Wirkung erst Jahrzehnte nach ihrer Einführung. Deshalb ist gemässe eines Artikels des Magazins F&D des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Dezember 2025 zu erwarten, dass es mit der Künstlichen Intelligenz (KI) nicht anders gehen wird.
Diese historische Perspektive hilft, die Erwartungen an KI zu justieren: Ein grosser Schub ist zwar möglich, aber eher als Prozess, denn als plötzlicher Sprung.
Die doppelte Klinge der KI
KI hat längerfristig somit durchaus das Potenzial, die Wirtschaft grundlegend zu transformieren und Produktivität sowie Effizienz in bislang unerreichtem Masse zu steigern – ähnlich wie es in früheren industriellen Revolutionen der Fall war.
Doch dieser Fortschritt bleibt gemäss F&D-Artikel nicht ohne Herausforderungen. Der technologische Wandel birgt das Risiko, bestehende Ungleichheiten zu verschärfen und Arbeitsplätze in manchen Branchen zu gefährden, während andere Bereiche und Akteure davon stark profitieren.
Die nächste Ära managen
Um die Chancen dieser neuen industriellen Revolution voll auszuschöpfen und deren Risiken abzumildern, sind dem F&D-Artikel zufolge gezielte politische Massnahmen unerlässlich. Regierungen und Entscheidungsträger müssen sicherstellen, dass die Vorteile moderner Technologien gerecht verteilt werden, während negative Folgen wie soziale oder wirtschaftliche Disruptionen abgefedert werden.
Das Fazit des Artikels: Die jüngsten technologischen Innovationen können die Weltwirtschaft in eine neue Ära des Wachstums führen ‒ jedoch hängt ihr Erfolg entscheidend davon ab, wie weitsichtig und klug sie gemanagt werden.
Das F&D-Magazin des Internationalen Währungsfonds (IWF) bietet fundierte und zugänglich geschriebene Analysen zu globalen wirtschaftlichen und finanziellen Themen. Mit Beiträgen von renommierten Experten beleuchtet es aktuelle Trends, Herausforderungen und Lösungen für die internationale Wirtschaftspolitik ‒ Iconomix stellt regelmässig Artikel daraus vor.
Zum F&D-Artikel «A New Industrial Revolution?».
