Wie wird eigentlich Geld geschaffen? Was auf den ersten Blick etwas Mystisches zu sein scheint, ist in Wahrheit ein ganz und gar weltlicher Prozess.
Zum einen kann die Notenbank neues Geld schaffen. Zum anderen können auch die Geschäftsbanken Geld kreieren, indem sie Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Geld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven und durch die Bereitschaft der Notenbank, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen, beeinflusst.
Die Notenbank kann über ihre geldpolitischen Instrumente die Zinssätze am Geldmarkt und damit die Geldversorgung eines Landes indirekt über die Nachfrage nach Krediten (hoher Zins gleich kleinere Nachfrage nach Krediten und weniger Geldschöpfung und v.v.) steuern. Im langfristigen Gleichgewicht sollte der Nominalzins dem nominalen Wirtschaftswachstum entsprechen. Das «Geldkleid» muss zur Realwirtschaft passen. Dann sind weder inflationäre noch deflationäre Tendenzen zu erwarten.
Zur Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist zu sagen, dass diese nur dann Kredite gewähren, wenn sie von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung (mit Zinsen) ausgehen können. Das ist dann der Fall, wenn der Kreditnehmer eine vernünftige Investition tätigt. Je grösser die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kreditnehmer nicht fähig sein wird, die Schuld bei Fälligkeit zu begleichen, desto weniger wird die Bank geneigt sein, einen solchen Kredit zu sprechen, oder sie wird für das höhere Risiko höhere Zinsen (bzw. Sicherheiten) einfordern.
Einige Links und Quellen zum Thema:
- iconomix-Baustein «Was ist eine Bank?», Teil 1
- Kurzfilm von SF ECO zur Geldschöpfung bei Geschäftsbanken. Aus der Sendung vom 03.01.2011
- Schweizerische Nationalbank (2006, S. 18-19). «Die Nationalbank und das liebe Geld» (Broschüre ist kostenlos und kann bestellt werden)
- Österreichische Nationalbank: Didaktisches Begleitmaterial zum Handbuch der OeNB, Kapitel 3
- Brunetti, A. (2010, S. 165/166). Volkswirtschaftslehre – Lehrmittel für die Sekundarstufe II und die Weiterbildung. Bern: hep. (5.3.2: Der Geldschöpfungsmultiplikator)
- Eisenhut, P. (2010, S. 158). Aktuelle Volkswirtschaftslehre. Zürich: Rüegger. (Zwischentitel Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken)
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti


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