In einem Haushalt von heute gibt es eine Vielzahl elektronischer Gebrauchsgegenstände: Fernseher, Telefon, PC, Drucker, Stereoanlage, Camcorder usw. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie altern bisweilen schneller als einem lieb ist. Manchmal hilft der Hersteller dabei etwas nach. Dann ist die Rede von geplanter Veralterung (oder Obsoleszenz), auf Englisch «Planned Obsolescence».
Man meint damit, dass ein Gebrauchsgegenstand vom Hersteller mit Absicht so konstruiert wird, dass seine Lebensdauer kurz ausfällt und das Produkt nach Ablauf einer gewissen Zeit ersetzt werden muss. Bei einigen Produkten macht eine lange Lebensdauer ja auch gar keinen Sinn. Was nützt uns z.B. ein Mobiltelefon, dessen Gehäuse auf eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegt ist? In dieser Zeit ist die gesamte Telekommunikation mehrfach revolutioniert, die Funktionalitäten des Geräts sind längst nicht mehr zeitgemäss.
Doch kommt es nicht von ungefähr, dass «Planned Obsolescence» kritisiert und mit dem Begriff der Wegwerfgesellschaft in Verbindung gebracht wird. Wobei nicht nur Elektronik vom Phänomen betroffen ist. Selbst bei Büchern oder Glühbirnen lassen sich Beispiele von eingebauter Veralterung finden. Bekanntestes Beispiel ist aber vermutlich die Mode: Modeartikel haben per Definition ein Verfallsdatum eingebaut. «Planned Obsolescence» ist hier sozusagen Geschäftsstrategie.
Links zum Thema:
- Kaufen für die Müllhalde («The Light Bulb Conspiracy»): Dokumentation zu «Planned Obsolescence» und Wegwerfgesellschaft (ARTE TV, 15.2.2011).
- Kaufen für die Müllhalde: Ausschnitt aus besagter ARTE-Dokumentation: Wo die «Planned Obsolescence» ihre Anfänge nahm (ARTE TV, 15.2.2011).
- Entsorgung von Haushaltsgeräten wird in der Schweiz schon beim Kauf bezahlt: Eine kurze Beschreibung zur SWICO Gebühr (Bundesamt für Energie, 18.12.2002).
- Der digitale Friedhof in Ghana: Recycling auf Afrikanisch: Wie Elektronik-Müllhalden die Menschen und die Umwelt gefährden (ARTE TV, 24.10.2009).
- Planned obsolescence: Building a business model around obsolescence? The «Economist» takes a close look at nylon stockings, computer chips and software (The Economist, 23.3.2009).
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser



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