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Das BIP einmal anders

Aufgabenset 1

    1. 1)

      Das BIP – das Fieberthermometer der Wirtschaft

      Wie geht es einer Volkswirtschaft? Ob sie boomt oder kriselt, versucht man mit verschiedenen Messgrössen zu erfassen – ähnlich wie ein Fieberthermometer den Gesundheitszustand eines Menschen misst. Eine der wichtigsten Kennzahlen dabei ist das Bruttoinlandprodukt (BIP). Es zeigt, wie viele Güter und Dienstleistungen in einem Land innerhalb eines Jahres produziert wurden.

      Das BIP ist überall präsent: in Nachrichten, politischen Debatten oder internationalen Vergleichen. Aber wie aussagekräftig ist es tatsächlich? Kann das BIP den Wohlstand eines Landes umfassend beschreiben? Und was sagen uns grosse Unterschiede zwischen Ländern?

      In diesem Themenblock beschäftigen Sie sich mit dem BIP. Sie hinterfragen es kritisch und lernen, wie man sinnvolle Vergleiche anstellt. Dabei entdecken Sie, welche Chancen und Grenzen das BIP als «Fieberthermometer» der Wirtschaft hat – und welche anderen Indikatoren wichtig sein können.

       

      Wie beurteilen Sie persönlich die folgenden Aussagen rund um das BIP? Tragen Sie Ihre Haltung auf dem untenstehenden Slider ein.

      Hinweis: Verwenden Sie dazu die Zeichenfunktion von Microsoft Edge oder den Online Editor von Acrobat.

       

    1. a)

      Das BIP ist der mit Abstand wichtigste Indikator für den Zustand einer Volkswirtschaft.

    1. b)

      Das BIP-Wachstum ist ein verlässliches Fieberthermometer einer Volkswirtschaft.

    1. c)

      Das BIP ermöglicht den Vergleich der Wirtschaftsleistung mehrerer Länder.

    1. d)

      Das BIP pro Kopf ist das beste verfügbare Standardmass für die Erfassung des durchschnittlichen Wohlstands in einem Land.


    1. 2)

      Econville

      Das Konzept des BIP ist leichter zu verstehen, wenn wir Geld erst einmal weglassen. Betrachten wir dazu den fiktiven Kleinststaat Econville. Econville ist eine Tauschwirtschaft mit wenigen selbstversorgenden Bauernhöfen sowie Feldarbeiter:innen. Es wird kein Handel mit der Aussenwelt betrieben. Die Feldarbeiter:innen werden mit Naturallohn in Form von Obst-/Gemüsekisten (kurz: Gemüsekisten) entlöhnt.

       

       

      Abb. 1: Illustration aus dem Buch «Reise in die moderne Geldwirtschaft: Wirtschaftszusammenhänge verstehen und mitreden können» von Johannes Binswanger und Carolin Güssow, 2023 beim Verlag Wiley erschienen.

    1. a)

      Was ist das BIP in Econville? Beschreiben Sie. (Annahme: Abbildung 1 zeigt die Produktion von Econville in einem Jahr.)

    1. b)

      Was heisst ökonomisches Wachstum in Econville? Erklären Sie.

    1. c)

      Was bedeutet im Fall von Econville «Nullwachstum»? Erläutern Sie.

    1. d)

      Berechnen Sie die Wachstumsrate Schritt für Schritt, wenn in einem Jahr 100 Kisten und im nächsten Jahr 110 Kisten produziert werden.

    1. e)

      Was ist der Unterschied des BIP als Bestandesgrösse wie in Lernauftrag a) und dessen Wachstum wie in Lernauftrag d)? Erklären Sie.

    1. f)

      Wie stark ist die Wirtschaft Econville pro Kopf, wenn sie 100 Kisten im Jahr produzieren kann und es durchschnittlich 10 Econviller:innen gibt? Ist das BIP pro Kopf ein Mass für «Reichtum»? Erklären und begründen Sie.


    1. 3)
    1. Das BIP als Wohlstandsindikator

      Schauen Sie sich das Erklärvideo zum BIP von SRF ECO an und beantworten Sie anschliessend die beiden Lernaufträge a) und b).

    1. a)

      Worin besteht der Zusammenhang zwischen Produktion und Einkommen? Erklären Sie. Ziehen Sie dazu Ihr Wissen aus Econville hinzu.

      Hinweis: Historisch gesehen wurde erst das Bruttonationaleinkommen berechnet, erst später hat sich das BIP durchgesetzt.

    1. b)

      Warum kann das BIP als Wohlstandsindikator dienen? Begründen Sie. Ziehen Sie dazu Ihr Wissen aus Econville hinzu.

    1. c)

      Was spricht dagegen, das BIP als Wohlstandsindikator einzusetzen? Argumentieren Sie.


    1. 4)

      Das Wort «Produkt» im Begriff Bruttoinlandprodukt …

      … kommt daher, dass in den Anfängen der BIP-Berechnung alle hergestellten Produkte tatsächlich gezählt wurden bzw. dem BIP nur angerechnet wurde, was gezählt werden konnte. Typische Beispiele waren Anzahl Getreidesäcke, Anzahl Schrauben, Anzahl Traktoren usw. Im Beispiel Econville ohne Geld ist der Fall besonders einfach, da nur identische Gemüsekisten produziert werden.

      Nun stellen Sie sich aber vor, das BIP pro Jahr würde wie folgt aufgeschrieben:

      • Jahr 1: 100 Sack Getreide, 1000 Schrauben, 5 Traktoren usw.
      • Jahr 2: 110 Sack Getreide, 900 Schrauben, 6 Traktoren

       

    1. a)

      Was sind die Probleme, wenn das BIP pro Jahr so aufgeschrieben wird? Begründen Sie.

    1. b)

      Was ist die Lösung? Beschreiben Sie.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Wort «Brutto» im Begriff Bruttoinlandprodukt …

… bezeichnet den Wert der Produktion, die während eines Jahres in einem Land erzeugt wird, ohne Abschreibungen – deshalb brutto.

Ein Beispiel: Eine neu produzierte Maschine zählt im hergestellten Jahr zum BIP. Im nächsten Jahr verliert die Maschine jedoch an Wert (z. B. wegen Abnutzung). Dieser Wertverlust vermindert das BIP aber nicht, denn das BIP ist ein «Bruttowert». Die Nettobetrachtung des effektiven Maschinenwerts (Anschaffungswert – Abschreibungen) ist nur in der betriebswirtschaftlichen Buchhaltung relevant.

Auch spielt die neue Maschine aus dem letzten Jahr für das BIP in diesem Jahr keine Rolle mehr. Grob gilt die Regel: Man muss für etwas arbeiten bzw. einen Lohn beziehen können, damit es in das BIP derselben Periode einfliesst. Die im vorangegangenen Jahr produzierte Maschine hat damals Arbeit und Lohn gekostet, aber nicht in diesem Jahr.

Das hat zur Folge, dass auch z. B. durch eine Flut oder einen Krieg zerstörte Maschinen das BIP nicht verringern. Auch wissen wir, dass ein BIP-Wachstum einen negativen Einfluss auf die Umwelt haben kann. Es verringert den «Wert der Umwelt». Das BIP kann diesen Wert per Definition aber nicht abbilden (die Umwelt hat keinen Preis und die Verminderung von Wert einer Bruttogrösse findet keinen Eingang in die Berechnung). Das BIP ist eine Flussgrösse: Jedes Jahr wird neu berechnet, wie viel produziert worden ist. Das BIP «erinnert» sich nicht daran, wie hoch es im Jahr zuvor war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einführung von DataSight und Data Awareness Sheet

In diesem Modul geht es darum, das zentrale ökonomische Konzept des BIP zu verstehen und gleichzeitig die eigene Datenkompetenz zu fördern. Sie haben die Möglichkeit, mit dem webbasierten Datentool «DataSight» der Universität St. Gallen zu arbeiten. Dabei können Sie eigenständig Datenreihen analysieren, Zusammenhänge entdecken und dabei wichtige Datenkonzepte wie Wachstumsraten, Indizes und Mittelwerte kennenlernen.

Jeder Lernauftrag in DataSight beginnt mit einer Grafik, die Sie über einen Direktlink erreichen. Zu Beginn füllen Sie das sogenannte Data Awareness Sheet aus oder überprüfen es, bevor Sie zum nächsten Lernauftrag übergehen. Dieses Sheet ist ein praktisches Werkzeug, das Sie bei der Analyse und dem Vergleich der in DataSight dargestellten Zeitreihen unterstützt. Es dient als Checkliste, die Sie schrittweise durch den Analyseprozess führt und hilft, häufige Fehler zu vermeiden.

Normalerweise ist die Einschätzung der Datenquelle ein wichtiges Element der Datenkompetenz. Hier müssen Sie sich darüber jedoch keine Sorgen machen, denn das Datentool DataSight enthält ausschliesslich vertrauenswürdige und geprüfte Daten. So können Sie sich ganz auf die Analyse und das Verständnis der Inhalte konzentrieren.

Hinweis: Im DataSight-Portal können Sie in der unteren Leiste im Tab «Info» (siehe Screenshot) immer die Verlinkung zur Originalseite respektive Originalquelle finden.

 

    1. 5)

      BIP pro Kopf der USA

      Klicken Sie auf diesen Link. Betrachten Sie die Grafik. Stellen Sie bitte in DataSight über der vertikalen Achse «logarithmisch» ein.

      Hinweis: In der Grafik und in der nachfolgenden Tabelle kommt die Masseinheit «internationale Dollar» vor. Dabei handelt es sich um eine standardisierte Masseinheit, die verwendet wird, um die Kaufkraftparität (KKP) zwischen Ländern herzustellen. Diese «Umrechnung» korrigiert Unterschiede in Preisniveaus und Lebenshaltungskosten zwischen Ländern, so dass ein realistischerer Vergleich der BIP möglich wird.

    1. a)

      Komplettieren Sie für die betrachtete Grafik die nachfolgende Tabelle: das Data Awareness Sheet (vgl. obige Textbox). Lesen Sie zuerst die Tabelle sorgfältig durch. In gewissen Feldern fehlen die Angaben. Geben Sie danach für jedes leere Textfeld eine passende Antwort ein.

      In der Grafik sehe ich ... Datenreihe X (linke Skala)
      Die Reihe/n heisst/heissen ...
      Zeitraum –2018
      Einstellung (Divisor, Wachstum …) Logarithmisch, Niveau (kein Divisor)
      Länder oder Ländergruppe (z. B. CH, USA oder OECD)
      Darstellung (Linie, Balken, Rangliste)
      Beschreiben Sie in einem Satz einen Wert dieser Reihe Ihrer Wahl.

       

    1. b)

      Betrachten Sie die Grafik «BIP-pro-Kopf-Entwicklung der USA»: Welche Eigenschaft der Zeitreihe fällt Ihnen sogleich auf? Beschreiben Sie. Beachten Sie, dass die Zeitreihe logarithmisch dargestellt ist.

    1. c)

      Betrachten Sie wiederum die Grafik (weiterhin in der logarithmischen Ansicht). Ziehen Sie geistig eine Linie von links unten nach rechts oben durch die Zacken. Diese Linie wird auch als Trend bezeichnet. Schwankungen des BIP um diesen Trend nennt man Konjunktur. Können Sie einzelne «Zacken» historischen Ereignissen zuordnen?
      Beispiel: 1929–1933 – Börsencrash und grosse Depression. Geben Sie weitere Beispiele.


    1. 6)

      BIP pro Kopf vs. Armutsquote von China

      Klicken Sie auf diesen Link. Sie sehen das BIP pro Kopf (real, in Landeswährung) und die Armutsquote von China.

    1. a)

      Betrachten Sie zuerst das obere der beiden nachfolgenden Data Awareness Sheets. Finden Sie darin die Fehler (in sieben Feldern) und tragen Sie die korrekten Werte in den leeren Feldern des unteren Data Awareness Sheets ein.

       

      Diese Version des Data Awareness Sheets enthält Fehler:

       

      In der Grafik sehe ich ... Datenreihe X (linke Skala) Datenreihe Y (rechte Skala)
      Die Reihe/n heisst/heissen ... BIP pro Kopf, konstantes Preisniveau in Landeswährung in Millionen Armutsquote, % der Bevölkerung, die kaufkraftbereinigt weniger als 1.9 US-Dollar pro Tag verdient
      Zeitraum 1900–2000 1900–2000
      Einstellung (Divisor, Wachstum …) Niveau, kein Divisor Niveau, in Millionen
      Länder oder Ländergruppe (z. B. CH, USA oder OECD) Bangladesch
      Darstellung (Linie, Balken, Rangliste) Linie als Zeitverlauf
      Beschreiben Sie in einem Satz einen Wert dieser Reihe Ihrer Wahl. Im Jahr 1995 betrug die Armutsquote 22,3%.

       

      Tragen Sie in die nachfolgende Version des Data Awareness Sheets die korrekten Zahlenwerte bzw. Beschreibungen ein. Falls Sie von oben Werte bzw. Beschreibungen übernehmen wollen, so verwenden Sie die Funktion «Copy and Paste». Am Ende sollte diese zweite Version des Data Awareness Sheets vollständig und korrekt ausgefüllt sein.

       

      In der Grafik sehe ich ... Datenreihe X (linke Skala) Datenreihe Y (rechte Skala)
      Die Reihe/n heisst/heissen ...
      Zeitraum
      Einstellung (Divisor, Wachstum …)
      Länder oder Ländergruppe (z. B. CH, USA oder OECD)
      Darstellung (Linie, Balken, Rangliste)
      Beschreiben Sie in einem Satz einen Wert dieser Reihe Ihrer Wahl.

       

    1. b)

      Welchen Zusammenhang stellen Sie im Zeitverlauf bei den beiden betrachteten Reihen fest? Formulieren Sie Ihre Feststellung so, dass Ihre Beschreibung als Artikel in einer Schülerzeitschrift veröffentlicht werden könnte. Achten Sie auf eine einfache Sprache.

    1. c)

      Warum wird hier das BIP pro Kopf und nicht das BIP absolut verwendet? Begründen Sie.


    1. 7)

      Grösste Volkswirtschaft der Welt

      Sind die USA oder China die grösste Volkswirtschaft der Welt? Schliessen Sie mit Ihrer Sitznachbarin bzw. Ihrem Sitznachbarn eine Wette ab und starten Sie Ihre Entdeckungsreise hier.

    1. a)

      Beschreiben Sie, was Sie auf der Grafik sehen: Warum haben alle gewonnen?

    1. b)

      Komplettieren Sie das Data Awareness Sheet für die betrachtete Grafik.

      In der Grafik sehe ich ... Datenreihe X (linke Skala) Datenreihe Y (rechte Skala)
      Die Reihe/n heisst/heissen ...
      Zeitraum 1960–2023 1990–2023
      Einstellung (Divisor, Wachstum …) Niveau in Millionen
      Länder oder Ländergruppe (z. B. CH, USA oder OECD) USA, China
      Darstellung (Linie, Balken, Rangliste)
      Beschreiben Sie in einem Satz einen Wert dieser Reihe Ihrer Wahl. 2009 betrug das BIP der USA direkt nach der Finanzkrise «nur» noch 15 910 000 Millionen US-Dollar.

       


    1. 8)

      Nominales und reales BIP

      Die Vorstellung, wie das nominale BIP berechnet wird, ist relativ einfach: Zähle, was und wie viel produziert wurde, und bestimme den Wert, indem jede Ware und jede Dienstleistung mit dem Verkaufspreis multipliziert wird. Das ist dann so etwas wie der Umsatz (Menge × Preis), also z. B. 100 Sack Weizen zu 3.50 Franken + 1000 Schrauben zu 50 Rappen + 10 Haarschnitte zu 60 Franken usw.

      Zur Berechnung des realen BIP wird ein bestimmtes Preisniveau (z. B. vom Jahr 2015) fixiert und damit die Menge der Waren und Dienstleistungen multipliziert. Entsprechend haben Preisveränderungen oder Inflation keinen Einfluss auf das reale BIP.

      Berechnungsbeispiel zur Ermittlung des realen BIP(-Wachstums):

       

      Produktion Jahr 1

      Stückpreis Banane: CHF 1.00
      Stückpreis Apfel: CHF 0.50
      Nominelles BIP = 3 × CHF 1.00 + 5 × CHF 0.50 = CHF 5.50

       

      Produktion Jahr 2

       

      Stückpreis Banane: CHF 1.50
      Stückpreis Apfel: CHF 1.00
      Nominelles BIP = 2 × CHF 1.50 + 8 × CHF 1.00 = CHF 11.00

       

      Nominelles BIP-Wachstum

      Das nominelle BIP-Wachstum von Jahr 1 zu Jahr 2 beträgt (11.00 – 5.50) / 5.50 = 1 (= 100%)

      Reales BIP Jahr 2

      Das reale BIP für das zweite Jahr berechnet man mit dem Warenkorb von Jahr 2 bestehend aus 2 Bananen und 8 Äpfeln zu Preisen aus Jahr 1:  2 × CHF 1.00 + 8 × CHF 0.50 = CHF 6.00

      Reales BIP-Wachstum

      Das reale BIP-Wachstum von Jahr 1 zu Jahr 2 beträgt somit (6.00 – 5.50) / 5.50 = 0.09 (=9%)

       

      Berechnungen nominales und reales Wachstum

      In einem Land werden von einem Jahr auf das nächste 2% Inflation verzeichnet. Alle Wirtschaftssubjekte tätigen jedes Jahr genau die gleichen Einkäufe. Der Wert dieser Einkäufe bildet das BIP. Das BIP in Jahr 1 beträgt 100.

       

    1. a)

      Wie hoch ist das BIP in Jahr 2, wenn jeweils aktuelle Preise für die BIP-Berechnung verwendet werden? Wie hoch ist das BIP-Wachstum? Berechnen Sie den Prozentwert.

    1. b)

      Wie hoch sollte das gemessene Wachstum sein? Wie könnte man dies erreichen? Erklären Sie.

    1. c)

      Das nominale BIP-Wachstum beträgt nun 5% in Jahr 2 im Vergleich zum Vorjahr. Die Inflation liegt unverändert bei 2%. Wie gross ist das reale Wachstum? Erklären Sie.


    1. 9)

      Nominales und reales BIP

      Öffnen Sie hier eine BIP-Darstellung in DataSight. Wählen Sie über der Tabelle «Gleich skaliert»: 

      Hinweis: In DataSight wird der Begriff «real» kaum verwendet. Stattdessen findet man Formulierungen wie «in konstanten Preisen» oder «in Preisen von 2015» (oder einem anderen Referenzjahr). Der Begriff «nominal» wird häufig durch Bezeichnungen wie «laufende» oder «aktuelle Preise» ersetzt.

    1. a)

      Komplettieren Sie das Data Awareness Sheet für die betrachtete Grafik.

      In der Grafik sehe ich ... Datenreihe X (linke Skala) Datenreihe Y (rechte Skala)
      Die Reihe/n heisst/heissen ... BIP, BIP,
      Zeitraum 1960-2023
      Einstellung (Divisor, Wachstum …) Niveau, kein Divisor
      Länder oder Ländergruppe (z. B. CH, USA oder OECD) Schweiz
      Darstellung (Linie, Balken, Rangliste) Linie
      Beschreiben Sie in einem Satz einen Wert dieser Reihe Ihrer Wahl.


      Das reale BIP beträgt 760,58 Mrd. Franken im Jahr 2022.

       

    1. b)

      Das fixierte Preisniveau ist dasjenige von 2015. Wie können Sie die Aussage mit Hilfe der Grafik «beweisen»? Begründen Sie.

    1. c)

      Ab 2006 verlaufen das nominale und das reale BIP nah beieinander. Am aktuellen Rand der Zeitreihe steigt das nominale BIP viel stärker als das reale. Erklären Sie.

    1. d)

      Warum ist es vor 2006 umgekehrt (reale Daten sind grösser als nominale)? Begründen Sie. Tipp: Es hat etwas mit dem fixen Preisniveau von 2015 zu tun.

    1. e)

      Betrachten Sie andere Länder (Länderauswahl befindet sich oben links in DataSight) und vergleichen Sie den Verlauf des nominalen und des realen BIP. Es ist sinnvoll, immer nur EIN Land zu betrachten. Warum? Begründen Sie.

    1. f)

      Was ist in Econville (vgl. Einstiegsbeispiel) der Unterschied zwischen nominalem und realem BIP? Erklären Sie.


 

Messgrössen rund ums Bruttoinlandprodukt (BIP)

Hier einige Takeaways aus den Lernaufträgen 1 bis 9:

  • Das BIP entspricht dem Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen in einem Zeitraum (meist Quartal oder Jahr) innerhalb eines Landes.
  • Das beste Mass für das BIP ist ein reales BIP, also das nominale BIP (Preis × Menge, z. B. 3.50 Franken pro Sack produzierter Weizen) bereinigt um die Preissteigerung.  
  • Das BIP misst die Wirtschaftsstärke und -grösse eines Landes (Grösse des «Wirtschaftskuchens»).
  • Das BIP pro Kopf misst den durchschnittlichen «Reichtum» pro Kopf (durchschnittliche Grösse des individuellen «Kuchenstücks» mit Annahme einer Gleichverteilung).
  • Das BIP-Wachstum misst die Dynamik respektive die Entwicklung einer Wirtschaft.
  • Das BIP bleibt jedoch eine grobe Schätzung. Es beinhaltet viele Messfehler und Verzerrungen.