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Konjunkturtendenzen Frühjahr 2021

Aufgabenset

 

Frühjahr 2021

 

Worum es geht

 

Die Expertengruppe des Bundes für Konjunkturprognosen publiziert jedes Quartal eine Prognose der konjunkturellen Entwicklung in der Schweiz, basierend auf Annahmen zur Auslandkonjunktur sowie zur monetären Entwicklung.

 

Die Frühjahrsprognose wurde am 11. März 2021 mit einer Medienmitteilung des SECO präsentiert. Sie wurde in einer ausführlichen SECO-Publikation, den «Konjunkturtendenzen», dokumentiert. Diese Publikation ist im Internet frei zugänglich unter www.seco.admin.ch/Konjunkturtendenzen.

 

Im vorliegenden Arbeitsauftrag gibt iconomix anhand von Auszügen aus der 43-seitigen Publikation sowie der Medienmitteilung des SECO eine knappe Zusammenfassung und ergänzt diese mit Aufgaben und Lösungshinweisen. Bei den mit dem Icon  ✪  markierten Fragen handelt es sich um Vertiefungsfragen, die über die Auszüge aus dem SECO-Text hinausgehen und zum Weiterdenken einladen.

 

Die Zusammenfassung hat folgende Struktur: Die Schweiz als kleine, weltmarktorientierte Volkswirtschaft wird stark von der weltwirtschaftlichen Konjunktur beeinflusst. Deshalb werden im ersten Teil die Lage der Weltwirtschaft und das monetäre Umfeld dargestellt. Im zweiten Teil wird die Wirtschaftslage Schweiz untersucht und im dritten Teil die neueste Konjunkturprognose vorgestellt. Im vierten Teil werden die Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung und der Prognose erläutert.

 

 

Foliensatz mit Grafiken und Tabellen

Das Modul «Konjunkturtendenzen» von iconomix umfasst auch einen Foliensatz (PDF) mit sämtlichen Grafiken und Tabellen aus der gleichnamigen SECO-Publikation: von den Beiträgen der Branchen zum BIP-Wachstum über den Welthandel bis zur Inflationsentwicklung.

 

 

    1. 1)

      Internationales und monetäres Umfeld

      Weltwirtschaft

      Im 4. Quartal 2020 büsste die Aufholbewegung der Weltwirtschaft an Schwung ein. Zwar setzte sich in China die wirtschaftliche Erholung der Vorquartale fort. Jedoch wurden in vielen anderen Ländern aufgrund steigender Corona-Fallzahlen erneut breitflächige Eindämmungsmassnahmen in Kraft gesetzt. Entsprechend registrierten die grossen Industrieländer eine deutliche Verlangsamung des Wachstums (z. B. USA) respektive einen Rückgang der Wirtschaftsaktivität (z. B. verschiedene Euroländer). Ein ähnlich starker Einbruch wie im vergangenen Frühjahr blieb international aber aus.

      Monetäre Entwicklung

      Die Inflation blieb auch zum Jahreswechsel vielerorts tief und die Geldpolitik ausserordentlich expansiv ausgerichtet. An den Aktienmärkten zeigten sich die Anleger zuversichtlich. Höhere Inflationserwartungen liessen die Renditen von Staatsanleihen steigen.

       

      Fragen zum internationalen und zum monetären Umfeld

       

    1. a)

      Beschreiben Sie die aktuelle Lage der Weltwirtschaft.

    1. b)

      Wie sieht die monetäre Entwicklung aus?

    1. c)

      ✪  Zur Bekämpfung der Folgen der Pandemie, die zu tiefer Inflation und einem Konjunktureinbruch führte, blieb die Geldpolitik wichtiger Industrieländer ausserordentlich expansiv. Welche Massnahmen haben die Zentralbanken in den letzten Monaten ergriffen? Geben Sie Beispiele.

    1. d)

      ✪  Erläutern Sie den im Text erwähnten Zusammenhang zwischen höheren Inflationserwartungen und gestiegenen Renditen von Staatsanleihen.


    1. 2)

      Wirtschaftslage Schweiz

      Übersicht

      Das 4. Quartal 2020 stand im Zeichen der zweiten Corona-Welle. Die Erholung wurde in Teilen der Wirtschaft, die besonders durch die Eindämmungsmassnahmen betroffen waren, unterbrochen; in anderen Bereichen setzte sie sich abgeschwächt fort.

      Bruttoinlandprodukt

      Das BIP-Wachstum verlangsamte sich auf 0,3 %, nach 7,6 % im Vorquartal. Damit fielen die Auswirkungen der zweiten Corona-Welle im 4. Quartal deutlich geringer aus als jene der ersten Welle im vergangenen Frühjahr.

      Im internationalen Vergleich zählt die Schweiz zu den Ländern mit einem verhältnismässig positiven Schlussquartal 2020. Auch gemessen am Jahresergebnis 2020 ist die Schweizer Wirtschaft bisher relativ «glimpflich» durch die Corona-Krise gekommen.

      Arbeitsmarkt

      Im Januar 2021 nahm die Arbeitslosigkeit im Zuge der Verschärfung der Massnahmen zur Viruseindämmung wieder leicht zu. Saisonbereinigt betrug die Arbeitslosenquote (ALQ) im Januar 2021 3,4 %. Zuvor war die ALQ ab Ende Februar 2020 von 2,3 % bis Ende Mai 2020 auf 3,4 % angestiegen und danach bis Ende Dezember 2020 wieder leicht gesunken.

      Preise

      Die Konsumteuerung bleibt im Vorjahresvergleich weiterhin im negativen Bereich. In den vergangenen Monaten schwankte sie zwischen –0,5 % und –0,8 % (Veränderung in Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat). Im Februar 2021 lag sie bei –0,5 %.

       

      Fragen zur Wirtschaftslage Schweiz

       

    1. a)

      In welcher Lage befindet sich die Schweizer Wirtschaft Anfang 2021?

    1. b)

      Wie ist die Lage am Arbeitsmarkt?

    1. c)

      Wie entwickelt sich die Teuerung Anfang 2021?

    1. d)

      ✪  Fast alle Branchen erlitten in den letzten Monaten Rückgänge der Wertschöpfung. Bestimmte Branchen wurden jedoch besonders schwer getroffen. Geben Sie Beispiele.

    1. e)

      ✪  Es gibt wegen der Pandemie nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Geben Sie Beispiele.


    1. 3)

      Konjunkturprognose

      BIP-Prognose

      Sollte die epidemiologische Entwicklung die vorgesehenen Schritte zur Lockerung der Corona-Massnahmen zulassen, dürfte sich die Binnenwirtschaft sehr zügig erholen. Verschiedene Konsummöglichkeiten, die in den Wintermonaten kaum zugänglich waren, stehen dann wieder zur Verfügung und lassen die Umsätze in den entsprechenden Branchen wieder ansteigen.

      Gleichzeitig dürfte die anziehende Weltnachfrage die Exportwirtschaft stützen. Die Auslastung der Produktionskapazitäten erhöht sich entsprechend, was sich positiv auf die Investitionstätigkeit in der Schweiz auswirkt. 

      In der Summe erwartet die Expertengruppe für das Gesamtjahr 2021 ein Wachstum des Sportevent-bereinigten BIP in der Höhe von 3,0 % (unveränderte Prognose). Damit würde die Schweizer Wirtschaft im historischen Vergleich überdurchschnittlich wachsen, sodass gegen Ende 2021 das Vorkrisenniveau des BIP überschritten würde.

      Diese Prognose fusst auf der Erwartung, dass ab dem Frühjahr 2021 die anvisierten Lockerungen im Wesentlichen wie vorgesehen erfolgen und dass keine Verschärfung der Eindämmungsmassnahmen mit starken Effekten auf die Wirtschaft mehr nötig wird.

      Unter diesen Voraussetzungen sollte die Konjunkturerholung im weiteren Verlauf auch an Breite gewinnen. Auch besonders exponierte Wirtschaftsbereiche wie der internationale Tourismus sollten allmählich aus der gegenwärtigen Krise finden. Die Expertengruppe prognostiziert für 2022 daher ein überdurchschnittliches Sportevent-bereinigtes BIP-Wachstum von 3,3 %.

      Arbeitsmarkt

      Die Arbeitslosigkeit sollte graduell zurückgehen und im Jahresdurchschnitt 2021 bei 3,3 % liegen. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung 2022 dürfte die Arbeitslosigkeit weiter auf jahresdurchschnittliche 3,0 % zurückgehen.

       

      Fragen zur Konjunkturprognose

       

    1. a)

      Mit welchem BIP-Wachstum rechnet die Expertengruppe des Bundes für die Jahre 2021 und 2022?

    1. b)

      Wie wird sich die Arbeitslosigkeit in den Jahren 2021 und 2022 entwickeln?

    1. c)

      ✪  Die Expertengruppe des Bundes rechnet mit einer zügigen Erholung der Schweizer Konjunktur, sofern es zu den vorgesehenen Lockerungen kommt. Was spricht aus ökonomischer Sicht für eine so optimistische Einschätzung? Begründen Sie.


    1. 4)

      Risiken

      Die grössten Unsicherheiten bestehen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie, den möglichen Reaktionen der Wirtschaftsakteure und der Politik sowie den wirtschaftlichen Zweitrundeneffekten.

      Risiko einer Verzögerung

      Die Erholung würde sich spürbar verzögern, falls es in den kommenden Monaten erneut zu einschneidenden Eindämmungsmassnahmen im Inland und bei wichtigen Handelspartnern käme, z. B. infolge von Rückständen bei den Corona-Impfprogrammen.

      Nicht auszuschliessen ist ausserdem, dass die Pandemie bis 2022 auf der Wirtschaftsentwicklung lasten wird, etwa mit der Verbreitung von Mutanten des Coronavirus, welche die Wirksamkeit der existierenden Impfstoffe herabsetzen.

      Risiko von Zweitrundeneffekten

      Zudem könnte es zu stärkeren ökonomischen Zweitrundeneffekten kommen als in der Prognose der Expertengruppe unterstellt, wie einem massiven Stellenabbau und vielen Unternehmensinsolvenzen. Auch die Risiken im Zusammenhang mit der Verschuldung von Staaten und Unternehmen würden sich verschärfen.

      Risiko von Nachholeffekten

      Die Corona-Lage könnte sich international aber auch günstiger entwickeln als erwartet, insbesondere aufgrund rascher Fortschritte bei den Impfprogrammen. Unter dieser Voraussetzung könnte die Konjunkturerholung im Verlauf von 2021 kräftiger ausfallen als in der Prognose der Expertengruppe erwartet, getragen insbesondere durch verstärkte Nachholeffekte bei den privaten Konsumausgaben.

      Weitere Risiken

      Des Weiteren gehen vom internationalen Handelskonflikt Risiken für die Weltkonjunktur aus. Im Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU besteht mit Blick auf das institutionelle Abkommen ebenfalls eine gewisse Unsicherheit. Im Inland schliesslich bleibt das Risiko von stärkeren Korrekturen im Immobiliensektor bestehen.

       

      Fragen zu den Risiken

       

    1. a)

      Die Unsicherheit ist gegenwärtig sehr hoch. Benennen Sie die wichtigsten Negativrisiken.

    1. b)

      Es gibt genauso hohe Positivrisiken. Formulieren Sie diese in eigenen Worten.

    1. c)

      ✪  Im Text wird im Zusammenhang mit Stellenabbau und Unternehmensinsolvenz von «wirtschaftlichen Zweitrundeneffekten» gesprochen. Was ist damit gemeint?