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Globalisierung im Wandel
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Globalisierung im Wandel
Sonntag, 21. August 2016

Seit der Finanzkrise 2007/2008 sind die Wachstumsraten des Welthandels rapide gesunken. Die Ursachen sind jedoch nicht nur die globale Konjunkturschwäche, sondern ein struktureller Wandel der Globalisierung.

Der Welthandel im Abschwung. Bild: Printscreen Financial Times

Jahrzehntelang ist der Welthandel kontinuierlich gewachsen – und das sogar doppelt so schnell wie das nominale Welt-Bruttoinlandprodukt. Die Finanzkrise 2008 hat diesen Trend ausgebremst. Wie in obiger Abbildung der Financial Times ersichtlich, sackten die Wachstumsraten des Welthandels seit 2007 rapide ein und erholten sich seither nur zögerlich.

Laut der Financial Times könne der Abschwung zum Teil mit der globalen Konjunkturschwäche erklärt werden: Der wirtschaftliche Wachstumsrückgang in China, sowie die nur schleppende Erholung der Konjunkturlage in Europa dämpfen die Dynamik der Importe und Exporte auf den globalen Handelshäfen. 

Viele Ökonomen argumentierten jedoch, dass der Rückgang des Welthandels nicht rein konjunktureller Natur, sondern auf einen strukturellen Wandel der Globalisierung zurückzuführen sei. Folgende drei Entwicklungen gelten im Wandel der Globalisierung als Treiber:

1. China befindet sich in einem Umstrukturierungsprozess – weg von einem exportgetriebenen Wachstumsmodell, hin zu einem konsumorientierten Modell. Dieser Strukturwandel des weltweit grössten Exporteurs wirke sich entsprechend dämpfend in den Wachstumsraten des globalen Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalhandels aus. 

2. Mit dem Abschwung des globalen Handels von Gütern und Dienstleistungen wurde ein gleichzeitiger Anstieg des weltweiten Datenaustauschs festgestellt. Dies sei laut McKinsey ein Indikator dafür, dass mit der Digitalisierung eine Verlagerung des Warenhandels hin zu einem Austausch digitaler Informationen stattgefunden hat.

Sinkender Güterhandel, steigender Datenfluss. Bild: Printscreen Financial Times

3. Weiter würden die vermehrte Automatisierung und neue Produktionstechnologien den rückläufigen Trend in Zukunft noch verstärken. So würden beispielsweise 3D-Drucker das Bedürfnis des Handels von physischer Ware zunehmend verdrängen – denn digital übermittelte Codes würden die lokale Produktion technischer Güter mittels 3D-Drucktechnologie ermöglichen.

Der ganze Artikel wurde in der Financial Times vom 2. März 2016 unter dem Titel «Global trade: structural shifts» veröffentlicht.


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Für das iconomix-Team,
Josipa Markovic

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