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Hat das BIP ausgedient?
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Hat das BIP ausgedient?
Dienstag, 05. April 2016

Das BIP steht seit seiner Entstehung in der Kritik. Mit der Digitalisierung hat die Fundamentalkritik neue Nahrung erhalten. Worum geht’s?

Wieviel sagt die Verteilung des BIP noch aus? Bild: Wikimedia – Ali Zifan

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) als international vergleichbares Mass der Wirtschaftsleistung steht schon lange in der Kritik. Kritisiert wird unter anderem, dass das BIP nur Wertschöpfung misst, die über den Markt erzielt wird: Haus- und Schwarzarbeit werden zum Beispiel nicht berücksichtigt. Zudem wird bemängelt, dass das BIP zwar Wertschöpfung, jedoch keine Wertminderung – wie beispielsweise bei der Produktion anfallende Umweltschäden – erfasst.

Mit der Welle der Digitalisierung erhält diese Kritik neue Nahrung: Die Digitalisierung beinhaltet das Verbreiten, Vernetzen und Verwerten von Daten. Der gesteigerte Informationsaustausch führt zu einem höheren Wissensstand, welcher wiederrum die Produktivität beflügelt. Diese neue Wertschöpfung sei losgelöst von physischen Produkten und entstehe in virtuellen Räumen. Daher sei sie nicht oder nur teilweise im BIP enthalten, so die Kritiker.

Schlimmer noch: Wenn immer mehr Menschen zu webbasierter Information gelangen, würden kostenpflichtige Printmedien ersetzt. Digitalisierung könne das BIP somit sogar reduzieren. Dies obwohl ein billiger und schneller Zugang zu Information den Wohlstand steigere.

Mehr zu den Herausforderungen bei der Vermessung der Wirtschaftsleistung und zur Frage, weshalb das BIP trotz seiner Mängel nicht ausgedient hat, lesen Sie hier:
FUW. «Die (neue) Vermessung der Wirtschaft». (01.03.2016)


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Für das iconomix-Team,
Josipa Markovic

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