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Mit Wachstum gegen Hitze
Freitag, 07. Juni 2013

Die Klimapolitik ist gescheitert, weil sie gegen jede ökonomische Vernunft verstösst. Der Däne Bjørn Lomborg erklärt, wieso wir besser Dämme als Windräder bauen.

Bild: Wikipedia

«Die Erderwärmung ist real und weitgehend von Menschen verursacht. Unsere Klimapolitik ist aber vorhersehbar und spektakulär gescheitert», so der Bjørn Lomborg – Filmemacher, Buchautor und Statistikprofessor an der Copenhagen Business School.

Lomborg kritisiert das schlechte Kosten-Nutzen Verhältnis der heutigen Klimapolitik. Insbesondere das Koyoto-Protokoll prangert er an: Die Aufheizung der Erde wird damit nur ein winziges Bisschen gelindert. Deren Umsetzung kostet aber eine riesen Stange Geld.

Geld, das man besser zur Bekämpfung von – seines Erachtens – wichtigeren Problemen einsetzt: Aids, Malaria, Wasserversorgung oder die Behinderung des Welthandels. Bei all diesen Problemen könnte man mit einem Bruchteil des Geldes ein Vielfaches an Wirkung erzielen.

Sonnenkollektoren und Windräder subventionieren? Oder mit dem Koyoto-Protokoll den CO2-Austoss verteuern? Alles gut gemeint, dennoch praktisch wirkungslos. Die Welt wird in den nächsten 20 Jahren weiterhin hauptsächliche fossile Brennstoffe verbrauchen und gehörig CO2 in die Atmosphäre pusten, so Lomborg.

Warum werden wir nicht umweltfreundlicher? Weil es schlicht zu teuer ist. Fossile Energien, die viele CO2-Emissionen generieren, sind günstig und tragen das Wirtschaftswachstum. Im 20. Jahrhundert profitierte der Westen davon, in diesem Jahrhundert werden es die Schwellenländern sein. Klimaschutz ist zu teuer für arme Länder.

Auch die Subventionierung von grüner Energie ist Lomborg ein Dorn im Auge. Grüne Energie ist noch nicht ausgereift. Sie ist teuer und schafft keine neuen Arbeitsplätze. Weil Subventionierung kostet, werden sogar Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftszweigen vernichtet. Ausserdem ändert die grüne Energie heute nichts an der Abhängigkeit vom Öl, weil wir mit grüner Energie typischerweise nur Strom produzieren können. Die Energiedichte von Erdöl ist sehr hoch und übertrifft jene von anderen Energieträgern, wie Akkus bei weitem. Deshalb bietet Erdöl besonders als Energieträger für mobile Anwendungen grosse Vorteile.

Eine langfristige Reduzierung von Treibhausgasen ist nur möglich, wenn die grüne Energie deutlich günstiger wird als fossile Brennstoffe. Selbst China wird dann auf grüne Energien umstellen, ist der dänische Statistikprofessor überzeugt.

Günstiger wird die grüne Energie nur mit Forschung. Anstatt Wind- und Solarenergie zu subventionieren, sollen Staaten das Geld besser in die Forschung stecken. Verzehnfachen will der Däne die weltweiten Forschungsausgaben. «Die Lösung besteht nicht darin, fossile Energie so sehr zu verteuern, dass sie niemand mehr haben will, sondern grüne Energie so billig zu machen, dass sie jeder haben will.»

Zudem ist es gemäss Lomborg günstiger und einfacher mit den Folgen des Klimawandels zu leben. Anstatt eine Klimaschutzpolitik zu betreiben, die mehr schadet als nützt, sollte man besser auf Wirtschaftswachstum setzen. Dadurch kann man die Armut bekämpfen und Massnahmen gegen die Folgen der Erderwärmung treffen: Wenn z.B. Bangladesch wächst und so reich wird wie Holland, dann kann das Land Dämme gegen den steigenden Meeresspiegel bauen.

Bjørn Lomborgs Aussagen provozieren. Seine Gegner tragen auf einer Internetseite mutmassliche Fehler aus Lomborgs Büchern und Filmen zusammen. Sie werfen ihm ausserdem mangelnde Fachkenntnisse und Propaganda für die Öl-Lobby vor.

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Für das iconomix-Team
Patrick Keller

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