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Mittel gegen Ungleichheit?
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Mittel gegen Ungleichheit?
Mittwoch, 05. Juni 2013

Nicht nur die Schule, auch die Familie beeinflusst den Bildungserfolg. Das Integrationsprogramm «Future Kids» hilft Kindern aus bildungsfernen Familien.

Bild: Stadt Zürich

In der Stadt Zürich läuft seit ein paar Jahren das Integrationsprogramm «Future Kids». Studentinnen und Studenten besuchen für mindestens ein Jahr wöchentlich Kinder aus bildungsfernen Familien. Normalbegabte Schulkinder, die aus familiären Gründen ihr Potenzial nicht ausschöpfen können, sollen so eine Chance erhalten. Ganz nebenbei werden auch noch die Eltern gebildet.

In einem Artikel der NZZ wird die Geschichte von Primarschüler Samir und der Studentin Anna erzählt. Samir war verschlossen, erledigte keine Hausaufgaben und brachte seine Turnsachen nicht mit zur Schule. Im Rahmen des Integrationsprogramms «Future Kids» erhält Samir nun einmal pro Woche Besuch von Anna.

Anna erklärt Samir den Stundenplan und erläutert ihm, wann er was für die Schule packen muss. Seit Anna ihn und seine Familie regelmässig besucht, sind Samirs schulische Leistungen merklich gestiegen. Schulinterne Massnahmen haben zuvor wenig gefruchtet.

Mit der Frage wie man die Bildung von Menschen aus sozial schwachen Familien verbessern kann, beschäftigt sich auch der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckman. Seine Antwort: Nichts lohnt sich mehr, als Kinder aus bildungsfernen Familien früh zu fördern.

Investitionen in die Bildung von benachteiligten Kindern sind das wirkungsvollste Mittel gegen gesellschaftliche Ungleichheit. Jeder hierfür ausgegeben Dollar wirft das Siebenfache an Gewinn ab, so der amerikanische Ökonom. Frühe Investitionen sind ausserdem günstiger und effizienter als andere sozialstaatliche Interventionen im späteren Leben.

Schulergänzende Massnahmen – wie das Projekt «Future Kids» –dürfte auch Heckman für sinnvoll halten. In einem Interview mit der NZZ erklärt er, wie wichtig das Elternhaus und das übrige soziale Umfeld für die kindliche Entwicklung und das spätere Lebensglück ist.

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Für das iconomix-Team
Patrick Keller

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