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Immobilienpreise
Immobilien kosteten in der Schweiz im Jahr 2008 rund 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2009 war nochmals eine Preissteigerung von 5 Prozent zu beobachten. Dies geht aus einer Grafik hervor, welche die jährliche Veränderung der Preise für Einfamilienhäuser über die letzten 40 Jahre zeigt (Klick auf die Grafik, um zu vergrössern):
In einer Phase rasch steigender Preise befand sich der Immobilienmarkt letztmals Ende der 1980er Jahre. Damals verzeichneten Immobilienpreise sogar einen jährlichen Preisanstieg von 10 Prozent und mehr. Im Vergleich dazu ist die heutige Situation weniger dramatisch. Trotzdem ist Vorsicht geboten: wenn sich der gegenwärtige Trend noch weiter verstärkt, könnte sich am Immobilienmarkt eine Blase bilden.[1]
Von einer Immobilienblase spricht man, wenn die Marktpreise von Immobilien stark über ihren «fundamentalen Wert» – den wahren, realistischen Wert einer Anlage – steigen. Immobilienblasen haben ihre eigene Dynamik: In Erwartung steigender Preise werden Immobilien gekauft, denn «heute ist es günstiger als morgen». Dies wiederum treibt den Preis von Immobilien in die Höhe und bestätigt damit die Erwartungen der Käufer: die Preise steigen.
Gleichzeitig dazu steigt das Volumen der Hypothekarkredite an. Diese Kredite werden von Banken vergeben und dienen dem Kauf von Immobilien. Hypothekarkredite sind durch den Verkaufswert der Immobilien gedeckt: Kann ein Immobilienbesitzer seine Zinsen nicht bezahlen, so geht die Immobilie in den Besitz der Bank über.
Beim Anstieg des Kreditvolumens spielt ein tiefes Zinsniveau eine wesentliche Rolle: Kommen die Banken selbst günstig zu Geld, so können sie Kunden, die am Kauf einer Immobilie interessiert sind, günstige Zinskonditionen anbieten. Durch die tiefen Hypothekarzinsen verringern sich die Finanzierungskosten des Kredits – und die Anzahl der Leute, die einen Hypothekarkredit aufnehmen, steigt.
Damit sich in einem Immobilienmarkt eine Blase bildet, braucht es jedoch mehr als tiefe Zinsen. Eine grosse Rolle spielt dabei die Praxis der Kreditvergabe der Banken: Welche Hypothekenmodelle werden angewendet? Welche Standards gelten bei der Prüfung der Kreditwürdigkeit von Kunden? Wie konsequent werden sie eingehalten?
In den USA bildete sich in den Jahren 2000 bis 2006 eine Immobilienblase. In Bezug auf die Vergabepraxis lässt sich aus dieser Zeit einiges lernen. Banken gewährten damals zuhauf sogenannte «Subprime»-Hypotheken. Diese Kredite wurden – im Gegensatz zu den als «Prime» bezeichneten, erstklassigen Hypotheken – an Personen vergeben, die eigentlich gar nicht kreditwürdig sind.
Schuldner im Subprime-Bereich haben unsichere Einkommensaussichten und können keine Eigenmittel zum Immobilienkauf beisteuern. Ihre Hypotheken beinhalten zudem oft keinen Abzahlungsplan – die Tragbarkeit der Hypothek stützt sich einzig auf die Annahme, dass der Kreditnehmer die Immobilie zum selben oder zu einem höheren Preis weiterverkaufen kann.
In der Schweiz kennt man solche Hypothekarprodukte bisher nicht, und Banken sind vergleichsweise vorsichtig bei der Kreditvergabe. Die «goldene Regel» am Schweizer Hypothekenmarkt besagt, dass Liegenschaften höchstens zu 80 Prozent belehnt werden sollten. Innerhalb von rund 20 Jahren sollte die Schuld zudem bis auf 65 Prozent des Objektwertes abbezahlt werden. Eine Hypothek auf 100 Prozent des Objektwertes gibt hierzulande keine Bank.
Ist also alles in Butter am Schweizer Immobilienmarkt? Jein – denn nebst der Tatsache, dass die Zinsen nun schon seit bald zwei Jahren sehr tief sind, mehren sich inzwischen die Anzeichen, dass Banken zunehmend locker mit Kreditvergabestandards umgehen. So hat sich die Summe der Hypothekarkredite, die eigentlich internen Kreditstandards zuwiderlaufen, in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt.[2]
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 27. Juni 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-27-juni-2010/.
[1] Siehe Blogbeitrag vom 2. März 2009: «
Spekulationsblasenhttp://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2009/03/02/spekulationsblasen/»
[2] Schweizerische Nationalbank:
Financial Stability Report 2010www.snb.ch/...
Sparpakete – Stimmen aus Presse und Web
Nach den
Konjunkturpaketenhttp://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2009/03/19/konjunkturprogramme-in-der-schweiz/ der Jahre 2008 und 2009 werden in Europa nun die Sparpakete geschnürt. Nicht nur das in Finanznöte geratene
Griechenlandwww.nzz.ch/..., sondern auch
Spanienwww.nzz.ch/...,
Italienwww.nzz.ch/... und
Deutschlandwww.faz.net/... haben Sparprogramme angekündigt, um die anwachsende Staatsverschuldung einzudämmen.
Die milliardenschweren Sparpläne haben in den Medien ein entsprechendes Echo ausgelöst. In der Tagespresse wurden dabei meist die politischen, sprich: verteilungspolitischen Gesichtspunkte hervorgehoben. Von den Massnahmen heftig getroffen würden Staatsangestellte in der Verwaltung und Bezüger von Leistungen des Sozialstaats; ihre
Vertreter wehren sich deshalb lautstarkwww.nzz.ch/...: auch «starke Schultern» sollen zur Kasse gebeten werden.
In der Blogosphäre wurden die Sparpakete ebenfalls ausgiebig diskutiert, allerdings weniger aus politischer sondern aus wirtschaftlicher Sicht. Befürwortet werden die Sparprogramme an Orten wie dem
ÖkonomenBlogwww.insm-oekonomenblog.de/... oder der
Wirtschaftlichen Freiheitwirtschaftlichefreiheit.de/.... Hier verweist man auf die langfristigen, wachstumsfördernden Effekte von Konsolidierungsprogrammen und steht generell einer tiefen Staatsquote wohlwollend gegenüber. Auch dass Länder wie Griechenland strukturelle Reformen durchführen und ihren Haushalt sanieren müssen, ist unbestritten.
Auf der anderen Seite wird jedoch das unglückliche Timing der Sparpakete beklagt. Nach Finanzkrise und anschliessender Rezession sei die Wirtschaft auf eine stabile Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern angewiesen. Durch die Sparpakete werde diese nun abgewürgt. Damit, dass der Privatsektor in die Lücke springen würde, sei aufgrund der gegenwärtig tiefen Zinsen kaum zu rechnen, erklärt der Ökonom
Carl Christian von Weizsäckerwww.coll.mpg.de/... in einem in der FAZ erschienenen
Essaywww.faz.net/....
Treffend zur Situation ist der
Kommentarwww.slembeck.ch/... von Tilman Slembeck, Professor am
Zentrum für Wirtschaftspolitik der ZHAWwww.sml.zhaw.ch/...: «Ökonomisch gesehen wäre es leichter, die staatlichen Haushalte in wirtschaftlich guten Zeiten zu sanieren. Politisch gesehen, entsteht der dazu nötige Druck aber eher in schlechten Zeiten».
Auch in den USA verfolgen Autoren wie
Paul Krugmanwww.nytimes.com/... die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: Weil sie annehme, dass Finanzmärkte solche Programme in Zukunft gerne sehen würden, präsentiere die Politik den Finanzmärkten bereits heute Sparprogramme – obwohl diese Programme, sollten sie denn tatsächlich umgesetzt werden, zum jetzigen Zeitpunkt negative Auswirkungen haben könnten.
Dies sei jedoch eine zwecklose Übung: Würden auf Druck der Finanzmärkte Sparprogramme angesetzt, so würde dies zu einer Verschlechterung der Wirtschaftsprognosen durch
Organisationen wie die OECDwww.oecd.org/... – und folglich zu noch pessimistischeren Finanzmärkten führen. «Ist dies wirklich der richtige Zeitpunkt für Sparübungen?», fragt sich deshalb auch der
Economistwww.economist.com/....
Deutschland zum Beispiel täte besser daran, aus seinen Schulden herauszuwachsen, anstatt sie abzusparen, so der Harvard-Ökonom
Dani Rodrikwww.project-syndicate.org/.... Höhere Ausgaben würden dabei dazu Beitragen, den deutschen Exportüberschuss abzubauen und anderen europäischen Ländern wieder auf die Beine zu helfen.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 13. Juni 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-13-juni-2010/.
Sonntagsverkauf
Was in vielen Industriestaaten längst eine Selbstverständlichkeit ist, bleibt in der Schweiz umstritten: Soll der Sonntag zu einem verkaufsoffenen Werktag werden? Schon heute haben Kantone die Möglichkeit, an vier Sonntagen im Jahr einen freien Verkauf anzubieten. In zwei Kantonen wird im Juni darüber abgestimmt, ob man daraus sechs Sonntagsverkäufe machen könnte.
Befürworter des Sonntagsverkaufs weisen auf den gestiegenen Nutzen der Konsumenten hin. Anstatt abends nach dem Büro- auch noch den Einkaufsstress auf sich zu nehmen, können Kundinnen und Kunden ganz bequem am Sonntag Einkaufen gehen. Der Einkaufsbummel wird wieder zu einem Genuss – und die Kauflaune angekurbelt. Steigende Erlöse und die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind die Folge.
Demgegenüber machen Gegner des Sonntagsverkaufs auf die Interessen der Mitarbeitenden aufmerksam. In Luzern wurde die Einführung zweier weiterer Sonntagsverkäufe abgelehnt, da der Ruhetag Sonntag nicht zum Arbeits- und Werktag degradiert werden sollte.[1] Besonders Eltern sind auf Sonn- und Feiertage angewiesen, um mit ihren Familien etwas zu unternehmen. Selbst wenn sie mit einem anderen freien Wochentag für die zusätzliche Arbeit kompensiert werden, leidet darunter das Familienleben, so lautet das Argument.
Ob ein regulierter Sonntagsverkauf im Endeffekt positiv oder negativ ist, kommt auf das Zusammenspiel einzelner Faktoren an. Unter anderem hängt die Antwort davon ab, ob die Konsumentinnen mit dem Sonntagseinkauf ihr Konsumverhalten an anderen Tagen beibehalten. Steigt insgesamt die Nachfrage? Wird dauerhaft mehr eingekauft? Damit sich der Sonntagsverkauf lohnt, müssen die Umsätze hoch genug sein, um die zusätzlichen Betriebs- und Personalkosten zu decken.
Dass vielen Schweizer Bürgerinnen und Bürgern der Sonntag als Ruhetag heilig ist, zeigt die eidgenössische Abstimmung über eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten im November 2005. Damals wurde festgelegt, ob ein regelmässiger Sonntagsverkauf an grossen Bahnhöfen und Flughäfen erlaubt sei. Die Bevölkerung entschied auf Ja - mit gerade einmal 50,75 Prozent der Stimmen.[2]
Für das iconomix-Team
Carolin Straus
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 30. Mai 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/.
[1] seco (2005): «Volkswirtschaftliche Auswirkungen flexibler Ladenöffnungszeiten»
[2] NZZ Online, 27.11.2005: «
Ganz knapp Ja zu Sonntagsverkaufwww.nzz.ch/...»
Mit der Bazooka gegen die Ansteckung
Es sind archaische Zeiten angebrochen. Letztes Wochenende schufen EU-Regierungschefs und der Internationale Währungsfonds (IWF) einen mit 750 Mrd. Euro dotierten Mechanismus zum Kauf von Staatsanleihen – Zeitungen schrieben, nun sei die «bazooka» gezückt worden.[1] Gleichzeitig entschloss sich auch die Europäische Zentralbank (EZB), künftig auf dem Sekundärmarkt Staatsanleihen zu kaufen – und damit die sogenannte «nuclear option» anzuwenden.
Hintergrund der Massnahmen ist unter anderem die akute Schwäche des Euro. Noch im November war der Euro bei 1.50 US-Dollar gestanden. Im Zuge der Griechenland-Krise büsste er jedoch massiv an Wert ein und notierte Ende April um 1.32 US-Dollar. Nach der Freigabe des Griechenland-Hilfskredits war er gar innerhalb einer Woche um 5 Cent auf 1.27 US-Dollar eingebrochen:
Wechselkurse werden langfristig durch die Entwicklung von Wirtschaftsleistung und Preisniveau in verschiedenen Ländern beeinflusst. Kurzfristig sind es jedoch die Anlagemöglichkeiten auf dem Finanzmarkt, welche Angebot und Nachfrage nach Devisen und somit die Wechselkurse bestimmen.
Nach der Freigabe der Hilfskredite an Griechenland am 2. April sank am Finanzmarkt die Nachfrage nach Anlagen in Euro, denn die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Schuldenkrise war weiterhin gross. Mit der Rettung von Griechenland hatte Europa gegen die Gesetze verstossen, die es sich selbst bei der Einführung des Euro gegeben hatte. Würde es dies im Fall von Portugal, Spanien, Italien oder Irland noch einmal tun?
Ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung wäre nötig, um die Finanzlage dieser Länder wieder ins Lot zu bringen. Nun mussten sie sich jedoch weiter verschulden, um Griechenland – dessen Insolvenz durch die Hilfskredite um ein, zwei Jahre aufgeschoben werden dürfte – zu unterstützen.
Damit hing eine Ansteckung des gesamten europäischen Wirtschaftssystems in der Luft. Könnten Spanien und weitere Länder ihre Schulden bald auch nicht mehr begleichen, so würde dies ihren Kreditgebern Verluste einbringen: Banken hätten Abschreiber hinzunehmen und kämen in Zahlungsschwierigkeiten, schlimmstenfalls wäre sogar die Kreditvergabe der Banken untereinander gefährdet – eine Situation, wie sie zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 bestand.
Diese Dynamik suchten EU, IWF und EZB mit einer eindrücklichen Aktion übers letzte Wochenende zu durchbrechen. Momentan scheint dies gelungen, die Talfahrt der Kurse konnte fürs erste aufgehalten werden. Neue Probleme wurden aber geschaffen: Zum Beispiel werden – einmal mehr – Banken und übrige Gläubiger auf Kosten der Steuerzahler geschont.
Dazu und zu weiteren Folgeproblemen später mehr.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 16. Mai 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-16-mai-2010/.
[1] In Anspielung auf einen Ausspruch des früheren US-Finanzministers Henry Paulson im Krisenjahr 2008.
Sturmtief über Griechenland
Wenn Staaten flüssige Mittel brauchen, dann emittieren sie auf dem Kapitalmarkt eine Anleihe. Sie erhalten so von interessierten Anlegern Kredit und bezahlen dafür einen fixen, jährlichen Zins. Anleihen werden an der Börse gekauft und verkauft; ihr Kurs wiederspiegelt dabei die Finanzlage eines Schuldners.
Griechenlands Finanzlage spitzte sich in den letzten Wochen deutlich zu. Hier ein knapper Abriss der jüngsten Ereignisse:
Mittwoch, 21. April. Griechenland hat massive Haushaltsprobleme. Dies weiss man seit Ende 2009, Verhandlungen mit EU und IWF über allfällige Notfall-Rettungsmassnahmen wurden in Zwischenzeit aufgenommen. Doch die Unsicherheit auf den Märkten ist gross, Zahlungsausfälle auf griechischen Staatsanleihen werden befürchtet. Anleger bekommen zunehmend kalte Füsse, die Kurse griechischer Staatsanleihen sinken laufend. Wer nun griechische Staatsanleihen kauft, hat zwar eine hohe Rendite, trägt aber auch ein grosses Risiko.
Donnerstag, 22. April. Das EU-Statistikamt gibt eine aktualisierte Defizitberechnung bekannt: Das griechische Staatsdefizit betrug 2009 nicht 12,7 sondern 13,6 Prozent des BIP. Griechenlands zukünftige Schuldenlast wird damit noch erdrückender. An der Börse tauchen die Kurse griechischer Staatsanleihen abermals; die Investoren bevorzugen andere Anlagen, zum Beispiel deutsche Staatsanleihen. Der «Spread» (=Risikoaufschlag) zwischen der Rendite von griechischen und deutschen Staatsanleihen beträgt nun beinahe 6 Prozent (siehe Abbildung):
Freitag, 23. April. Athen bittet um die Aktivierung des mit EU und IWF vereinbarten Hilfsmechanismus. Am 19. Mai wird eine grössere Tranche von Schulden zur Rückzahlung fällig – angesichts der gegenwärtigen Finanzlage müsste Griechenland nun Staatsanleihen mit enorm hohen Zinsen (oder zu sehr tiefen Kursen) ausgeben, um seine Schulden zu erneuern. Damit würde die Sanierung des Staatshaushaltes zunehmend zur unlösbaren Aufgabe. EU und IWF sollen nun mit günstigeren Krediten aushelfen.
Montag, 26. April. Übers Wochenende ist die Unsicherheit grösser geworden. Griechenland scheint angezählt: Die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen steigen auf über 9 Prozent (siehe Abbildung oben). Für zweijährige Anleihen beträgt die Rendite sogar 13 Prozent, weil sich hier allfällige Zahlungsabschläge höher auswirken würden.
Dienstag, 27. April. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s zieht nach und senkt die Bonität von Griechenland auf die Kategorie «BB+». Griechenlands Anleihen sind somit quasi-offiziell «spekulative Anlagen». Anleihen mit diesem Rating weisen ein Zahlungsausfallrisiko von knapp 20 Prozent innerhalb von 10 Jahren aus.[1]
Mittwoch, 28. April. Noch ist die Zusage von EU und IMF nicht erfolgt. Doch es scheint allen klar, dass die Aushilfskredite unumgänglich sind. Diskutiert wird nun vor allem über die Höhe der Kreditsumme. Schätzungen gehen von einem Finanzbedarf von bis zu 150 Milliarden Euro aus. Die Renditen auf zehnjährige Staatsanleihen erreichen nun mit 10 Prozent ihren Höchststand – vorläufig.
Fortsetzung folgt.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 2. Mai 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-2-mai-2010/.
[1] Standard & Poor‘s
Der Preis frischer Luft
Es gibt Tätigkeiten, deren Auswirkungen auf Dritte im Preissystem nicht vollständig erfasst sind. In diesen Fällen reden Ökonomen von «Externalitäten» oder «externen Effekten». Solche externen Effekte führen dazu, dass Märkte nicht effizient funktionieren: Güter werden entweder in zu geringem Mass oder im Übermass bereit gestellt und verbraucht.[1]
Positive Externalitäten löst z.B. die Forschung aus. Neue Forschungsergebnisse erzeugen oftmals Nutzeneffekte, von denen viele – nicht nur die Wissenschaftler selbst – profitieren können. Forschung hat deshalb den Charakter eines öffentlichen Gutes, mit dem damit verbundenen Problem der Unterversorgung (vgl. das iconomix-Modul «
Öffentliche Güterhttp://www.iconomix.ch/de/module/detail/m05/»).
Negative Externalitäten hingegen führen eher zu Übernutzung. Ein Beispiel ist das Rauchen in der Gegenwart anderer Menschen, insbesondere von Nichtrauchern: Müssten Raucher stets alle in einem Raum anwesenden Personen für das passive Mitrauchen entschädigen, würden vermutlich weniger Zigaretten geraucht.
Um Märkte effizient zu gestalten, ist es deshalb wichtig, den gesamten Nutzen bzw. sämtliche externen Kosten einer Tätigkeit in deren Preis mit einzubeziehen – zu «internalisieren», wie Ökonomen sagen. Welche Möglichkeiten dazu gibt es?
Ein möglicher Lösungsansatz sind sogenannte Lenkungsabgaben. Hier wird eine Steuer auf den Verbrauch eines Gutes erhoben, so dass der Verbrauch dieses Gutes sinkt (z.B. CO2-Abgabe). Ein anderer Ansatz ist die Einführung von Märkten für Verbrauchsrechte (z. B. Handel mit CO2-Emissionszertifikaten). Solche Märkte sorgen dafür, dass die Güter dort verbraucht werden, wo sie am meisten Wert sind. Beide Ansätze bedingen einen Eingriff des Staates.
Der Ökonom Ronald Coase brachte vor 50 Jahren einen weiteren Ansatz ins Spiel: Er behauptete, dass wir die Probleme, die aus der Existenz externer Effekte entstehen, auch ohne staatliche Hilfe lösen können.[2] Allerdings müssen dazu eindeutige Eigentumsrechte definiert sein; man müsste z. B. die Luft eines öffentlichen Raumes zum Eigentum der Nichtraucher erklären. Nichtraucher wären dann frei, eine gewisse Menge an Rauch gegen Bezahlung zuzulassen, oder das Rauchen auch ganz auszuschliessen, falls ihnen saubere Luft unbezahlbar viel Wert ist.
Der Nachteil dieser Lösung liegt darin, dass viel verhandelt werden muss. Raucher und Nichtraucher müssen sich immer wieder von neuem darüber einig werden, welches der Preis einer Zigarette ist – kein leichtes Unterfangen in einer gut gefüllten Bar an einem Samstagabend.
Ab dem 1. Mai gilt in öffentlichen Räumen ein schweizweites Rauchverbot. Aus ökonomischer Sicht ist ein solches Verbot alles andere als elegant; die Lösung ist dafür praktisch und umsetzbar.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Iconomics vom 18. April 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-18-april-2010-1/.
[1] Siehe A. Brunetti: «Volkswirtschaftslehre» für eine gute Einführung in die Ökonomie externer Effekte
[2] R. Coase: «
The problem of social costwww.econ.washington.edu/...»
Warum wir Steuern zahlen
Während man sich in den Steuerämtern und den Medien fragt, welche Leute am meisten Steuern hinterziehen, lautet die Frage unter Ökonomen genau andersrum: weshalb bezahlen die Leute überhaupt Steuern? Angesichts hoher Steuersätze, einer geringen Wahrscheinlichkeit, kontrolliert zu werden und geringen Strafen kommen zahlreiche ökonomische Studien zum Schluss: dass Bürger Steuern zahlen, ist ein Rätsel.
In der von der Psychologie inspirierten Verhaltensökonomie ist man dem Rätsel ein Stück weit auf die Spur gekommen. Hier geht man davon aus, dass der Mensch nicht immer nach dem Optimum sucht, sondern dass er sich auch mit einer befriedigenden Lösung begnügt, wenn sie ihm nahegelegt wird: ein vertretbares Mass an Steuern wird akzeptiert.
Weiter ist die subjektive Wahrnehmung der Steuerzahler mitunter verzerrt. So fanden Forscher heraus, dass Verluste aufgrund von Nachzahlungen schwerer wiegen als Gewinne aus Steuereinsparungen in gleicher Höhe, oder dass die geringe Eintrittswahrscheinlichkeit von Kontrollen systematisch überschätzt wird. Die Rationalität der Individuen ist also begrenzt.[1]
In sozialwissenschaftlich orientierten Studien wird demgegenüber der Steuermoral ein wichtiger Einfluss beigemessen. Die Steuermoral hängt zum einen von der Höhe der Besteuerung ab. Zum anderen spielen Faktoren wie Zufriedenheit mit der Politik, Beurteilung der Steuergerechtigkeit oder Vertrauen in die Ehrlichkeit anderer Leute eine Rolle. Es geht um die politische Mitbestimmung und um den Gemeinschaftssinn. In Bezug auf die Schweiz werden z.B. die ausgeprägten Volksrechte als förderlich für die Steuermoral angesehen.[2]
Der Einfluss der Moral auf das Steuerzahlungsverhalten ist also nicht zu unterschätzen, und die grosse Mehrheit der Bürger scheint sich ihrer Verantwortung für das Gemeinwesen bewusst zu sein. Im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz gut ab: Das Ausmass der Schattenwirtschaft in Prozent des BIP – die Grösse korreliert negativ mit dem Mass der korrekten Steuerbezahlung – ist vergleichsweise gering, die Schweiz weist unter den OECD-Ländern den zweittiefsten Wert auf.[3]
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 21. März 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-21-maerz-2010/.
[1] W. Franzen (2008): «Was wissen wir über Steuerhinterziehung»
[2] L. P. Feld und B. S. Frey (2007): «Tax Evasion in Switzerland»
[3] F. Schneider, B. Torgler und C. A. Schaltegger (2008): «Kompaktwissen Schattenwirtschaft und Steuermoral in der Schweiz»
Freie Schulwahl für alle
Wer mit der öffentlichen Schule am eigenen Wohnort nicht einverstanden ist, hat zwei Möglichkeiten: Wechsel des Wohnortes oder Privatschule auf eigene Kosten.
Eine Initiative, über die dieses Wochenende im Kanton Thurgau abgestimmt wird, fordert, dass sich dies ändert: Unabhängig von Wohnort oder Trägerschaft sollen Eltern die Schule ihrer Kinder frei wählen können.[1] Zwischen öffentlichen und privaten Schulen sollen gleich lange Spiesse herrschen.
Vorschläge zur freien Schulwahl rütteln am System, denn sie stützen sich auf einen liberalen Kerngedanken: Nicht über die staatliche Zuteilung, sondern über einen Markt soll von der Primarstufe an geregelt werden, welche Kinder an welcher Schule ihre Bildung erhalten. Mehr Wahlfreiheit soll also mehr Wettbewerb und damit auch mehr Ansporn, Transparenz und Bildungsqualität bringen.
Damit ein Markt optimal funktionieren kann, ist die vollständige Information der Marktteilnehmer eine wichtige Voraussetzung. Nur Eltern, die über die Angebote Bescheid wissen, werden für ihre Kinder die richtige Schule auswählen. Die objektive Messung von Schulqualität ist bereits heute ein Forschungsthema. Allerdings gibt es noch keinen Konsens über die richtigen Indikatoren. Werden vielleicht Internet-Vergleichsdienste eines Tages die Sparte „Primarschule“ führen?
Damit ein Markt überdies die richtigen Ergebnisse herbeiführt, sollten die Zugangsbarrieren für alle Marktteilnehmer möglichst tief sein. Noch ist es fraglich, ob bei einer freien Schulwahl dieses Kriterium gegeben wäre, denn: Wohlhabende und besser gebildete Eltern haben weniger Mühe, gute Schulen für ihre Kinder auszuwählen. Deshalb garantieren auch staatliche Bildungsgutscheine und Kostenbeschränkungen für Privatschulen noch nicht, dass Kinder aus bildungsfernen Schichten vom Bildungswettbewerb wirklich profitieren können.[2]
Freie Schulwahl gibt es heute schon, doch ist sie tendenziell höheren Einkommensschichten vorbehalten. Die Folge: Soziale Segregation nach Schichten, Quartieren und Wohnorten sind eine Realität. Die freie Schulwahl möchte den Bildungs- vom Wohnortwettbewerb entkoppeln. Führt sie damit Chancengleichheit herbei oder akzentuiert sie Ungleichheiten?
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 7. März 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-7-maerz-2010/
[1] Vgl. Botschaft zur Volkinitiative «
Ja! Freie Schulwahl für allewww.tg.ch/....» Am 7. März 2010 im Kanton TG.
[2] Vgl. Vimentis-Dossier «
Freie Schulwahl in der Schweizwww.vimentis.ch/...»
Wie viel Ordnung ist gesund?
Das Gesundheitswesen sorgt regelmässig für Schlagzeilen. Zuletzt lösten die Prämienerhöhungen bei der obligatorischen Grundversicherung Diskussionen aus. Im Bundesrat wurden dringende Massnahmen beraten, wie zum Beispiel die Einführung einer Praxisgebühr.[1]
Warum befasst sich die Politik so intensiv mit dem Gesundheitswesen? Eine Erklärung ist die Wirtschaftsordnung im Gesundheitssektor.
Unter einer Wirtschaftsordnung versteht man die Gestaltung der Wirtschaft durch die Politik, im Fokus steht dabei die Regulierung von Märkten. Staatliche Behörden können den Zugang zu gewissen Märkten sowohl für Anbieter wie auch für Nachfrager reglementieren. Preise für die Güter und Dienstleistungen können festgelegt oder Qualitätsvorschriften erlassen werden.
Im Gesundheitswesen findet sich eine Vielzahl derartiger Regulierungen, beispielsweise auf Seite der Nachfrage: prinzipiell dürfen sich Patienten im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zwar entscheiden, von welchem Arzt sie sich behandeln lassen wollen. Bei der Wahl eines Spitals werden ihnen jedoch – je nach Versicherungsmodell – kantonale Grenzen gesetzt.
Auch angebotsseitig ist der Markt für medizinische Behandlungen im Rahmen der OKP reguliert. Zwar sind Arztpraxen und Spitäler privatwirtschaftliche oder öffentliche Unternehmen und können bei gutem Geschäftsgang einen Gewinn erwirtschaften. Doch übt der Staat auch hier einen grossen Einfluss aus indem er über die Anzahl der zugelassenen Praxen und den Leistungsumfang der Spitäler entscheidet.
Schliesslich unterliegen auch die Preise der aus der OKP bezahlten Gesundheitssleistungen einer Reihe von Tarif- und Regelwerken, so dass ihre Höhe in der ganzen Schweiz beinahe gleich ist: unabhängig davon, bei welchem Arzt eine 15-minütige Konsultation stattfindet, wird sie zum gleichen Preis abgerechnet.
Ein solches System hat Vor- und Nachteile, doch darauf einzugehen würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Die Beispiele mögen aber doch immerhin illustrieren, warum sich die beteiligten Akteure regelmässig in den Haaren liegen: wo es über Regulierungen zu bestimmen gilt, gibt es viele Gelegenheiten, diese zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen.
Dazu ein Beispiel: Während Arztpraxen, Spitäler und private Laboratorien an hohen Tarifen interessiert sind, müssen die Versicherungen mit ihren Prämieneinnahmen haushälterisch umgehen und befürworten knapp bemessene Tarife.[2]
In einem nächsten Beitrag werde ich folgenden zwei Fragen nachgehen: Welche der involvierten Akteure haben eigentlich ein langfristiges Interesse, das Ausgabenwachstum im Gesundheitswesen einzudämmen? Und, besteht dazu überhaupt ein Anlass?
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 21. Februar 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-21-feb-2010/.
[1] Tages-Anzeiger Online, 29.5.2009: «
Bundesrat will Praxisgebühren durchdrückenwww.tagesanzeiger.ch/...»
[2] NZZ-Online, 1.4.2009: «
Die Hausärzte schlagen Alarmwww.nzz.ch/...»
Weshalb weniger mehr sein kann
Je mehr, desto besser. Dieser Grundsatz ist fester Bestandteil der ökonomischen Theorie der Nutzenmaximierung. Eingeschränkt wird der individuelle Konsum – bzw. der Nutzen – von verschiedenen Limiten, namentlich in zeitlicher oder finanzieller Hinsicht. Weniger Beschränkung bedeutet mehr Konsum und damit auch mehr Nutzen – so die Theorie.
Ein Artikel des Ökonomie-Blogs «The Sports Economist» stellt diesen Ansatz in Frage.[1] Anlass dazu boten die Enthüllungen um das Privatleben von Golf-Superstar Tiger Woods. Woods dient als Fallstudie für das Thema, wie sich ein Mensch verhält, wenn die typischen Beschränkungen des Lebens verschwinden.
Die Erfahrung beschränkter Wahlmöglichkeiten sorgt für einen wichtigen Lernprozess und steigert das Bewusstsein über die Konsequenzen und Zielkonflikte einer Entscheidung. Wenn solche Beschränkungen entfallen – was bei Topverdienern für die finanziellen Limiten auf jeden Fall zutrifft – kann sich dieses Bewusstsein mit der Zeit abstumpfen.
Kommt hinzu, dass die Superstars der heutigen Zeit nicht nur alle finanziellen, sonder auch die sozialen Grenzen sprengen. Insbesondere Tiger Woods, der lange als meistrespektierter Athlet der Welt galt, musste sich kaum je ein kritisches Wort seiner ehrerbietigen Weggefährten anhören. Selbst der normalerweise omnipräsente prüfende Blick der Medien verwandelte sich eher in eine Werbeplattform für den Superstar.
In einer solchen Welt tendieren die Menschen teilweise zu extremem, ja selbst-zerstörerischem (finanziell, physisch, etc.) Verhalten. Ihre Entscheidungen reflektieren einen stark abgestumpften Sinn dafür, wo die Grenzen des moralisch erwünschten Verhaltens liegen und welche Konsequenzen ihre Handlungen haben.
Der «Sports Economist»-Beitrag liefert verschiedene Erklärungsversuche für das Verhalten von Tiger Woods: Entweder ist er schlicht dumm (was er nicht ist), er erfreut sich über grossen Einkommensverlust und öffentlichen Aufruhr (wenig überzeugend), er ist sexsüchtig (vielleicht, aber das ist wohl eher eine Folge, nicht die Ursache) oder aber eine Welt ohne Grenzen und voller Nachsicht animierte ihn zu unüberlegtem Verhalten (die plausibelste Erklärung).
Deshalb das Fazit mit Blick auf die ökonomische Theorie: Es gibt von allem ein optimales Mass – vielleicht sogar von Beschränkungen.
Für das iconomix-Team
Marcel Stadelmann
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 31. Januar 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-31-jan-2010/.
[1] B. Goff, 2010.
Constraints a Good Thing?thesportseconomist.com/... The Sports Economist, 13. Januar.
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- Cafe Hayek (USA)
- Chicago Fed - Marginal Thoughts (USA)
- Dani Rodrik’s weblog (USA)
- Die Welt - ökonomisch gesehen (CH)
- Econblog von Aplia (USA)
- EconLog (USA)
- Economic Principals (USA)
- Economics Help (UK)
- Economist’s View (USA)
- Environmental Economics (USA)
- Financial Times – The Economists’ Forum (UK)
- Freakonomics (USA)
- FTD - Wirtschaftswunder (DE)
- Gregory Mankiw (USA)
- Harald Uhligs Ökonomie-Blog (DE)
- INSM - ÖkonomenBlog (DE)
- L'économie sans tabou (FR)
- Ökonomenstimme (CH)
- Paul Krugman (USA)
- Semi-Daily Journal Economist Brad DeLong (USA)
- SF-Wirtschaftsblog (CH)
- Stadtökonom (CH)
- Tim Schilling (USA)
- The sports economist (USA)
- The Undercover Economist (UK)
- The Visible Hand in Economics (NZ)
- voxEU Blog (UK)
- Willem Buiter’s Blog (UK)
- Zeit Online – Herdentrieb (DE)



