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Finanzmarktreform: eine Zwischenbilanz
Damit sich die Finanzkrise nicht wiederholt, müssen die Finanzmärkte besser reguliert werden. Eine globale Finanzmarktreform muss her, darüber sind sich nationale und internationale Gremien einig – doch wie diese konkret aussieht, darüber wird noch immer verhandelt.
In der NZZ-Ausgabe vom 20. Juli 2010 zieht
Hansueli Schöchliwww.nzz.ch/... eine Zwischenbilanz über die bisher gefassten Beschlüsse und zeigt auf, wie weit die einzelnen Arbeiten an der «Baustelle Finanzmarktreform» vorangeschritten sind.
Wer angesichts der diversen Vorschläge zu Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften, geordneten Konkursverfahren und Bankenboni etwas den Überblick verloren hat, ist nach der Lektüre des Artikel wieder auf der Höhe.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Eine Handelsromanze, Anno 1817
David Ricardos «Theorie der komparativen Kostenvorteile» wurde 1817 veröffentlicht und gilt als Basis der modernen ökonomischen Handelstheorie. Sie besagt, dass Länder sich in ihrer Produktion auf diejenigen Güter spezialisieren sollten, bei deren Herstellung sie – im Vergleich zu den anderen Ländern – relative Kostenvorteile haben.
Joris Morger und Andrin Heusser, Schüler der Kantonsschule Büelrain, haben Ricardo’s Theorie untersucht und ihre Erkenntnisse in einem
Stop-Motion-Filmwww.youtube.com/... festgehalten. Ausgangspunkt ist ein Briefwechsel zwischen der Königin von England und dem König von Portugal: Wein und Tücher sollen ausgetauscht werden, ein lukrativer Handel für beide Länder bahnt sich an… doch gibt es tatsächlich ein Happy End? Wie wird diese Handelsromanze ausgehen?
Wer’s wissen will, schaut sich den Film bis zum Schluss an (Auf’s Bild klicken):
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Staatsschuldenkrise: Ursachen und Auswirkungen
Warum sind die südeuropäischen Staaten in Finanzprobleme geraten? Was hat die Staatengemeinschaft dagegen unternommen? Was sind die Herausforderungen für die betroffenen Staaten und den Euroraum als ganzes?
Diesen Fragen geht die aktuelle Ausgabe von «Konjunkturtendenzen» nach. Passend zur vierteljährlich erscheinenden Publikation des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) bietet der
iconomix-Baustein «Konjunkturtendenzen»http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a026/ ein Set von Arbeitsaufträgen mit der dazu gehörigen Musterlösung an.
Das Vertiefungsthema der
Ausgabe Sommer 2010http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a026/journal/konjunkturtendenzen-25-juni-2010/ lautet «Staatsschuldenkrise im Euroraum» (siehe Arbeitsauftrag ab S. 6) - es könnte nicht aktueller sein.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Nachtrag zu «Geldpolitik und der Transmissionsprozess»
Im Rahmen des «Securities Markets Programme» hat die EZB am 11. Mai begonnen, Staatsanleihen finanziell angeschlagener Länder aufzukaufen (siehe den Beitrag «
Geldpolitik und der Transmissionsprozesshttp://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2010/06/17/geldpolitik-und-der-transmissionsprozess/»). Für die Öffentlichkeit zeichnet sich im Nachhinein ab, dass mit dieser Massnahme faktisch eine weitere Bankenkrise vermieden worden ist.
Im Artikel «
Waiting for the big onewww.economist.com/...» zählt der
Economistwww.economist.com die Indikatoren auf, die in besagtem Zeitraum nach oben ausschlugen und ein Einschreiten der EZB nahe legten: Der
Liborde.wikipedia.org/... (Zinssatz für dreimonatige Geldausleihen unter Banken) kletterte in die Höhe und die Renditen auf
Credit Default Swapsde.wikipedia.org/... (Kreditausfallversicherungen) von europäischen Grossbanken erreichten Werte, die zuletzt beim Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers beobachtet worden waren.
«
Ein zweites Lehman im Mai(172 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/10/Sueddeutsche-Ein_Zweites_Lehman_im_Mai.pdf», titelt deshalb die
Süddeutsche Zeitungwww.sueddeutsche.de: Am Zahlungsausfall von mehreren Bankengruppen des Eurogebiets sei man Anfangs Mai nur knapp vorbeigekommen. Auch sechs Wochen später haben Banken das Vertrauen untereinander noch nicht wiedergewonnen – Banken legen ihre überschüssige Liquidität nun zunehmend bei der EZB an, anstatt sie anderen Banken auszuleihen.
Wer sich direkt an der Quelle informieren möchte, ist bei der
EZBwww.ecb.int/... und ihrem 220 Seiten starken
Monatsberichtwww.ecb.int/... vom 17. Juni 2010 an der richtigen Stelle. Auf Seite 36 werden in der Box 3, «Developments in Financial Markets in Early May», die damaligen Entwicklungen auf dem Kapital-, Geld- und Devisenmarkt beschrieben.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Geldpolitik und der Transmissionsprozess
Eine Einführung in die wichtigsten Wirkungszusammenhänge der Geldpolitik bietet das iconomix-Modul «
Geldpolitikhttp://www.iconomix.ch/de/module/detail/m04a/». Gute Vertiefungen zum Thema finden sich in volkswirtschaftlichen Lehrbüchern für die Gymnasialstufe; so z. B. in Aymo Brunettis im hep verlag erschienenem Buch «
Volkswirtschaftslehre – Eine Einführung für die Schweizwww.hep-verlag.ch/...», oder in Peter Eisenhuts «
Aktuelle Volkswirtschaftslehrewww.rueggerverlag.ch/...», erschienen im Rüegger Verlag.
Diese Lehrbücher stellen unter anderem die geldpolitischen Instrumente und Ziele der
Schweizerischen Nationalbankwww.snb.ch/... (SNB) vor: Mittels sogenannter Offenmarktoperationen steuert die SNB den Libor, d. h. den Zinssatz, zu dem sich die Banken gegenseitig Geld ausleihen. Dadurch beeinflusst sie die Geldmenge im Banken- und Wirtschaftssystem und nimmt damit einen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ziel der SNB ist es, die Stabilität der Preise zu gewährleisten und dabei die Konjunktur zu berücksichtigen.
Wie aber funktioniert dieser Prozess genau? Kürzlich hat die NZZ einen Artikel von
Claudia Aebersold Szalaywww.nzz.ch/... publiziert, der sich vertieft mit der Wirkungsweise der Geldpolitik beschäftigt. Anlässlich der Käufe griechischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) – der
iconomix-Bloghttp://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2010/05/14/mit-der-bazooka-gegen-die-ansteckung/ berichtete über diese aufsehenerregende Entscheidung – wirft die Autorin Licht auf den sogenannten «Transmissionsprozess» der Geldpolitik.
Dieser Prozess sorgt dafür, dass die Zinsentscheide der Zentralbanken die erwünschten Reaktionen von Geschäftsbanken im Geld- und Kapitalmarkt hervorrufen. Die Bankgeschäfte beeinflussen ihrerseits die Zinsen auf Spareinlagen und Krediten und wirken sich so auf die Ausgabeentscheidungen von Konsumenten und Produzenten und auf die Preise für Güter und Dienstleistungen aus. So kommt die Politik der Zentralbank – mit einer gewissen Verzögerung – in der Realität an.
Wie in anderen Märkten auch, kann es auf dem Geldmarkt jedoch zu Störungen kommen, welche die Wirkung der Geldpolitik beeinträchtigen; so geschehen während der Finanzkrise des Jahres 2008, sowie jüngst im Zusammenhang mit dem drohenden griechischen Staatsbankrott: Banken stellten einander keine Liquidität mehr zur Verfügung, weil sie das Griechenland-Engagement ihrer Konkurrentinnen nicht einschätzen konnten – worauf die EZB zu den besagten, unkonventionellen Mitteln griff.
Wer nun wissen möchte, wie die Sache wirklich im Detail aussieht, liest Szalays Artikel: «
Wenn die Politik der EZB nicht mehr richtig ankommtwww.nzz.ch/...».
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Simon Schmid
Handel unter Nachbarn
Auch in der globalisierten Welt sind die Nächsten die Wichtigsten. Über 40% der Schweizer Exporte gingen im Jahr 2008 in die Nachbarländer Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich. Dieser Anteil ist gegenüber früher sogar gewachsen, wie «Die Volkswirtschaft» in einem Beitrag über die letzten
90 Jahre Schweizer Aussenwirtschaftspolitikdievolkswirtschaft.ch/... zeigt.
Im Handel unter Nachbarn kommt die grösste Bedeutung den unmittelbar angrenzenden Auslandsregionen zu. Ein auf dem Portal
swissinfo.chwww.swissinfo.ch erschienener
Artikelwww.swissinfo.ch/... liefert hierzu eindrückliche Vergleichszahlen: In die deutschen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern exportiert die Schweiz gleich viel wie in die USA; in die französische Région Rhône-Alpes exportiert sie gleich viel wie nach ganz Indien.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Schlechte Münzen, schlechte Aussichten
Über den Euro wurde ein Rettungsschirm gespannt: EU und IWF garantieren bedrohten europäischen Staaten künftig Kredite; derweil hat die EZB bereits begonnen, Staatsanleihen auf dem Markt aufzukaufen.[1]
Vorsicht ist jedoch angebracht: Wenn sich Zentralbanken indirekt an der Staatsfinanzierung beteiligen, so birgt dies Inflationsrisiken. Historisch wäre dies kein Novum, wie
Peter Kuglerwwz.unibas.ch/... und
Tobias Straumannsites.google.com/... in einem in der NZZ am Sonntag erschienenen
Artikelwww.nzz.ch/... aufzeigen: schon zu Zeiten der römischen Kaiser löste man zuweilen Staatsschuldenkrisen über die Verschlechterung von Münzen – mit der Folge, dass man bald darauf Währungsreformen durchführen musste.
Europa und die EZB werden alles tun, um dieses Szenario zu verhindern. Wie die Situation derweil für das bereits angeschlagene Griechenland aussieht, fasst
Paul Krugmankrugman.blogs.nytimes.com in seiner
NY Times-Kolumnewww.nytimes.com/... zusammen: Über die nächsten Jahre ist ein harter Sparkurs angesagt und eine schmerzliche Deflation zu erwarten. Griechenlands Wirtschaft stehen sieben rabenschwarze Jahre bevor.[2]
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
[1] Siehe Artikel «
Mit der Bazooka gegen die Ansteckunghttp://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2010/05/14/mit-der-bazooka-gegen-die-ansteckung/»
[2] Übersetzung im Tages-Anzeiger vom 15. Mai 2010: «Die Euro-Falle»
Zu bedeutsam, um fallengelassen zu werden
Es gibt Neuigkeiten aus der Wissenschaft:
Urs Birchlerwww.isb.uzh.ch/... ist am Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich zum «Professor of Banking» ernannt worden.
In seiner
Antrittsvorlesungwww.isb.uzh.ch/... ging Birchler auf die Problematik des «Too big to fail» ein und fasste damit gleich ein heisses Eisen an: Wie soll verhindert werden, dass Banken aufgrund einer impliziten Staatsgarantie übergrosse Risiken eingehen?[1]
Birchler unterstützt die Idee, Banken die Emission von sogenannten «Contingent Convertible Bonds» vorzuschreiben: Schuldpapiere, die im Notfall in Eigenkapital umgewandelt werden. Angeschlagene Banken würden so automatisch saniert – und gesunde Banken durch den Finanzmarkt im Vornherein diszipliniert, denn Investoren tragen Risiken im Gegensatz zum Staat nicht umsonst.
«Too big to fail», so heisst auch eine Expertengruppe, die im Auftrag des Bundes Lösungsvorschläge zu ebendiesem Problem erarbeiten soll. Kürzlich hat sie einen
Zwischenberichtwww.sif.admin.ch/... veröffentlicht, zu dem Birchler im Forum
batz.chwww.batz.ch Stellung genommen hat. Sein
Kommentarwww.batz.ch/... ist informativ, unterhaltsam und deshalb sehr lesenswert. Wenn sich doch alle Professoren so gut verständlich machen könnten...
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
[1] Siehe dazu auch unsere Blogposts «Lehren aus der Krise»: Teil
1http://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2009/10/16/lehren-aus-der-krise-teil-1-regulierungen/,
2http://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2009/10/20/lehren-aus-der-krise-teil-2-staaten-gegen-staatsgarantie/,
3http://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2009/10/28/lehren-aus-der-krise-teil-3-geschaeftsmodell-der-banken/ und
4http://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2009/12/07/lehren-aus-der-krise-teil-4-vorreiterrolle-der-schweiz/
Ökonomie für Freaks
Wenn sich Ökonomen und Journalisten zusammentun, entstehen manchmal wahre Meisterwerke. So auch im Fall von
«Freakonomics: the hidden side of everything»,freakonomics.blogs.nytimes.com einer Koproduktion von Steven D. Levitt (Ökonomieprofessor an der Universität Chicago) und Stephen J. Dubner (freischaffender Autor und Journalist).
Seit der Erstauflage im Jahre 2004 wurde das Konzept in einem von der New York Times gehosteten Blog erfolgreich weitergeführt. Freakonomics dreht und wendet jede erdenkliche Alltagssituation und untersucht sie auf ihren ökonomischen Gehalt. Könnte ein Swimmingpool unter Umständen gefährlicher sein als ein abgefeuertes Gewehr? Und wie könnte ein einfacher Bagel-Verkäufer die Diebstahlrate unter der weissen Bevölkerung Amerikas errechnen? Das Resultat sind spannende und unterhaltsame Texte, die auf brillante Art und Weise Theorie und Praxis miteinander kombinieren.
Wer auf der Suche nach einem Vortrags- oder Schulstundenthema ist, wird hier nicht unbedingt fündig. Aber er stösst garantiert auf irgendetwas, das selbst den Nicht-Ökonomen in seinen Bann ziehen wird.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Aktionärsdemokratie hautnah
Mit dem Vergütungsbericht und der Décharge der ehemaligen Bankführung stehen an der diesjährigen UBS-Generalversammlung gleich zwei kontroverse Abstimmungen an.
Die Sendung
ECOwww.sf.tv/... portraitiert in einem kürzlich erschienenen Beitrag einen unabhängigen Stimmrechtsvertreter und gibt so einen interessanten Einblick in die Welt der Aktionärsdemokratie. Der Beitrag zeigt, dass die Organisation der Aktionäre für den Ausgang von Abstimmungen entscheidend ist: Je mehr Aktionäre sich einer Stimmrechtsvertretung anschliessen, desto höher ist die Chance, dass Empfehlungen der Unternehmensführung durch die Aktionärsversammlung umgestossen werden. Klicken Sie auf das Bild, um zum Video zu gelangen:
Das Wirtschaftsmagazin ECO ist eine Eigenproduktion des Schweizer Fernsehens und seit August 2007 auf Sendung. Ziel von ECO ist es, dem Publikum «kritischen, aber fairen Wirtschaftsjournalismus» zu bieten. Ende März wurde ECO mit dem Schweizer Fernsehpreis 2010 ausgezeichnet.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Weiteres Material zum Thema:
„
Protest der Aktionärewww.nzz.ch/...“ (NZZ am Sonntag, 4. April 2010)
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