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Europa droht ein verlorenes Jahrzehnt
In einer Interviewserie mit renommierten Ökonomen leuchtet «Finanz und Wirtschaft» das Thema Eurokrise aus. In der gestrigen Ausgabe vom 18. Januar war Ökonomieprofessor Kenneth Rogoff an der Reihe.
«Kaum ein Ökonom ist besser qualifiziert als Kenneth Rogoff, um über Europas Schuldenkrise zu sprechen. Zusammen mit seiner Kollegin Carmen Reinhart hat der Harvard-Professor das wohl wichtigste Wirtschaftsbuch der vergangenen vier Jahre verfasst: ‹This Time is Different – Eight Centuries of Financial Folly› (2009) untersucht alle namhaften Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte und leitet daraus wichtige Folgerungen ab.»
So die Einleitung zum sehr lesenswerten Interview, das wir hier freundlicherweise als PDF verlinken dürfen (
Teil 1(552 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_021_1801.pdf,
Teil 2(534 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_022_1801.pdf).
Rogoffs Fazit ist klar: Griechenland, Portugal, Irland und wahrscheinlich auch Spanien sind insolvent und benötigen einen Schuldenschnitt. Andernfalls droht Europa ein verlorenes Jahrzehnt.
Lesen Sie auch:
- «
This Time is Differentwww.iconomix.ch/...», iconomix-Blogartikel vom November 2009; - «
Europäische Währungsunion in der Krisewww.iconomix.ch/...», Blogartikel zur iconomix-Fachtagung vom September 2011.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Vorboten einer deutlichen Abschwächung
«Was wir sehen, sind die Vorboten einer deutlichen Abschwächung», sagt Aymo Brunetti, Chefökonom des Bundes im Interview mit der Aargauer Zeitung vom 10. Dezember 2011 (Online nicht verfügbar).
Das Seco geht in seiner Winterprognose von einem Wachstum fürs nächste Jahr von noch 0,6 Prozent aus. Im Herbst sagte das Seco noch ein Wachstum von 1,3 Prozent voraus. Weshalb diese Korrektur? Nochmals Aymo Brunetti:
«Das liegt an den Aussichten für die Exporte, die von zwei Faktoren negativ beeinflusst werden: dem starken Franken und der schwachen Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus dem Euroraum.»
«Lange Zeit haben sich die Exporte als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Aber es war klar, dass solch eine massive Franken Aufwertung sich irgendwann nicht nur in den Margen niederschlagen würde. Dazu ist jetzt noch die deutliche Verschlechterung der Aussichten in Europa gekommen.»
«Typischerweise steigt in einer solchen Konjunkturphase auch die Zahl der Entlassungen. Das ist für die Betroffenen dramatisch, aber in einer gesamtwirtschaftlichen Beurteilung steht die Schweiz, gerade im internationalen Vergleich, noch immer sehr gut da.»
***
iconomix hat gestern die
Winter-Ausgabe des Bausteins «Konjunkturtendenzen»www.iconomix.ch/... publiziert. Der Arbeitsauftrag orientiert sich an der Gliederung der gleichnamigen Seco-Publikation – Weltwirtschaft, Lage der Schweizer Wirtschaft, Risiken – und bietet zu jedem der drei Rubriken eine Reihe von Verständnis- und Vertiefungsfragen.
Zu jeder Ausgabe wird zudem ein Vertiefungsthema herausgehoben und ebenfalls mit Verständnis- und Vertiefungsfragen didaktisch zugänglich gemacht. In dieser Ausgabe ist es das Thema «Euroraum: Zuspitzung der Schuldenkrise und zunehmende Belastung der Konjunktur».
Eine weitere Besonderheit des Bausteins «Konjunkturtendenzen» ist ein Foliensatz mit ca. 30–40 Folien je Ausgabe. Der Foliensatz ist eine ideale Ergänzung zum Arbeitsauftrag, stellt aber auch unabhängig davon eine wertvolle Ressource dar für den aktualitätsbezogenen Wirtschaftsunterricht.
Mit dieser Ausgabe wurden zudem die «
Hinweise für die Lehrpersonwww.iconomix.ch/...» vollständig überarbeitet (Version Januar 2012). Das Dokument zeigt anschaulich die Möglichkeiten zum Einsatz von «Konjunkturtendenzen» im Unterricht.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
"Die Volkswirtschaft" zur Eurokrise
Das monatliche Magazin für Wirtschaftspolitik «Die Volkswirtschaft» widmet die neueste
Ausgabewww.dievolkswirtschaft.ch/... der Eurokrise – und welche Auswege es daraus geben könnte. Thematisiert werden unter anderem:
Die Banken in der Eurokrisewww.dievolkswirtschaft.ch/...
Die Europäische Zentralbank als Lender of Last Resortwww.dievolkswirtschaft.ch/...
Drei Euro-Zukunftsszenarienwww.dievolkswirtschaft.ch/...
Wer sich für die Ursache der Eurokrise – die drohenden Staatsbankrotte – interessiert, dem sei der ausführliche DOK-Film von SF Wissen empfohlen:
Staatsbankrott Europawww.wissen.sf.tv/...
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
Fazit: Das neue Wirtschaftsblog
Am 11. November starteten Wirtschaftsredakteure der Frankfurter Allgemeinen Zeitung F.A.Z. ein neues Blog. Themen: Wirtschaft und Finanzmärkte. Namen: Fazit.
Gemäss Ankündigung werden aktuelle wirtschaftliche Debatten geführt, neue und alte ökonomische Forschungsergebnisse erklärt und ein scharfer Blick auf die internationalen Finanzmärkte geworfen. Wir sind gespannt.
Das Blog findet sich über die Webseite von FAZ.net oder über
www.fazit-blog.dewww.fazit-blog.de. Und natürlich auf der Blogroll von iconomix.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Staatsverschuldung und Geldpolitik
Europa brauche eine starke fiskalische Institution hinter der Europäischen Zentralbank (EZB), sagt der diesjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Christopher Sims
im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitungwww.faz.net/... (26.10.2011).
Die Europäische Währungsunion (EU) braucht eine solche Institution, damit diese als «Gläubiger der letzten Instanz» der EZB den Rücken freihalten kann. Sonst droht langfristig die Gefahr von Inflation, sagt Sims. Ob die Zeit für die Schaffung einer solchen Institution noch bleibt, ist eine andere Frage.
Inzwischen ist zum Thema Staatsverschuldung und Geldpolitik unter Ökonomen eine heisse Debatte entbrannt:
- Video:
Nationalbanken im Kampf gegen politische Übergriffewww.videoportal.sf.tv/... sowie
SNB-Vizepräsident Thomas Jordan live im Studiowww.videoportal.sf.tv/..., beides ECO vom 14.11.2011 - Artikel:
Die Welt hofft auf die Europäische Zentralbankwww.tagesanzeiger.ch/..., Tages-Anzeiger 11.11.2011 - Artikel:
Ringen mit Worten um Regelbruch der EZBwww.nzz.ch/..., NZZ 11.11.2011 - Artikel:
«Die EZB muss sehr radikale Dinge tun»www.handelsblatt.com/..., Nobelpreisträger Paul Krugman im Interview mit dem deutschen Handelsblatt, 11.11.2011 - Artikel:
Das schlafende Gespenst der Inflationwww.ftd.de/..., Thomas Straubhaar (Financial Times Deutschland), 22. November 2011 - Artikel (E):
Pulling for the home teamwww.economist.com/..., The Economist 05.11.2011
Warum die Zeit drängt? Deshalb:
Zinsen für italienische Staatsanleihen explodierenwww.videoportal.sf.tv/... (SF Tagesschau 08.11.2011)
Wie ein Zins den Untergang besiegeln kannwww.tagesanzeiger.ch/... (Tages-Anzeiger 09.11.2011)
Italien im Griff der Finanzmärktewww.n-tv.de/... (n-tv 08.11.2011)
Italienische Schuldenkrise spitzt sich zuwww.faz.net/... (FAZ 08.11.2011)
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Gespräche zur Finanzkrise
Die Sternstunde Philosophie von SF bringt zur Zeit eine vierteilige Serie, die sich den Hintergründen der Finanzkrise widmet.
Das erste Gespräch führte
Katja Gentinettakatja-gentinetta.ch mit der St.Galler Wirtschaftsprofessorin
Monika Bütlerwww.alexandria.unisg.ch/... zum Thema «Wirtschaft auf dem Prüfstand: Wo steht die Schweiz?».
- Zur
Websitewww.sendungen.sf.tv/... der Sendung. - Sendung im
SF Videoportalwww.videoportal.sf.tv/... aufrufen.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Schuldenschnitt für Griechenland
Die Mitgliedstaaten der EU einigten sich am Donnerstag auf ein umfassendes Massnahmenpaket zur Eindämmung der Euro-Krise. Dem hoch verschuldeten Griechenland wird die Hälfte seiner Schulden erlassen.
Eine Infografik der Financial Times Deutschland (vom 27.10.2011) zeigt, nach Ländern geordnet, welche Gläubiger wie viele griechische Anleihen halten und nun auf 50% ihrer Forderungen verzichten müssen.
Die anderen Massnahmen des Pakets umfassen eine Vergrösserung des Rettungsfonds EFSF und eine Kapitalaufstockung für europäische Banken.
Euro-Gipfel: Massnahmenpaket geschnürtwww.videoportal.sf.tv/...: SF-Beitrag zum Massnahmenpaket (27.10.2011)
Euro-Gipfel schnürt grosses Massnahmenpaketwww.drs.ch/...: SR DRS Artikel mit Links auf aktuelle Audio-Beiträge (27.10.2011)
Euro-Gipfel schnürt grosses Massnahmenpaketwww.tagesanzeiger.ch/...: der Tages Anzeiger erklärt, was in dem Massnahmenpaket vorgesehen ist (27.10.2011)
iconomix-Fachtagung 2011www.iconomix.ch/...: Nützliche Links und Unterlagen zum Thema «Europäische Währungsunion in der Krise»
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
SECO-Bericht zur Lage auf dem Arbeitsmarkt
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat letzte Woche – wie jeden Monat – über die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt berichtet. Mit nur 2,8% Arbeitslosigkeit liegt die Schweiz europaweit an zweiter Stelle. Zum Vergleich: in den USA sind zur Zeit ca. 9% arbeitslos, im Euroraum gar knapp 10%.
Lesen Sie mehr im neusten
SECO-Berichtwww.seco.admin.ch/... oder verfolgen Sie die Ausführungen von Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit, im
Beitrag der SF Tagesschauwww.videoportal.sf.tv/....
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
- Interessiert am Thema Konjunktur? Besuchen Sie den iconomix-Baustein «
Konjunkturtendenzenwww.iconomix.ch/...».
Nobelpreis für Ökonomie 2011
Der Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel, kurz: Nobelpreis für Ökonomie, ging dieses Jahr an Thomas J. Sargent und Christopher Sims.
Hier ein paar lesenswerte Beiträge zum Thema:
Geistiger Vater der EZBwww.welt.de/..., Artikel in der Welt Online vom 11.10.2011
Ökonomische Auswirkungen der Politik erforschtwww.nzz.ch/..., Artikel in der NZZ Online vom 10.10.2011
The Return of Rational Expectationsonline.wsj.com/..., Artikel im Wall Street Journal Online vom 11.10.2011
Realism rewardedwww.economist.com/..., Artikel in The Economist, Ausgabe vom 15.10.2011
Und hier zwei ältere Interviews mit den nachmaligen Nobelpreisträgern in «The Region», der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift der Federal Reserve Bank of Minneapolis:
Interview mit Thomas J. Sargentwww.minneapolisfed.org/... in der Ausgabe vom September 2010 (auf Englisch)
Interview mit Christopher Simswww.minneapolisfed.org/... in der Ausgabe vom Juni 2007 (auf Englisch)
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?
Eigenkapital ist – vereinfacht gesagt – was vom Vermögen eines Unternehmens übrigbleibt, nachdem es seine Schulden beglichen hat. Von negativem Eigenkapital spricht man, wenn die Höhe der Schulden das Vermögen übersteigt.
In jüngster Zeit ist das Eigenkapital der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in der Öffentlichkeit zum Thema geworden. Eine der Folgen der starken und massiven Frankenaufwertung seit Sommer 2010 war nämlich, dass auf den Devisenbeständen der SNB (einem wichtigen Teil ihrer Aktiven) grosse Verluste entstanden sind. Die Kapitaldecke der SNB schmolz wie Schnee an der Frühlingssonne.
Nun ist die SNB bekanntlich keine gewöhnliche Bank. Dank dem sogenannten Banknotenmonopol geht ihr der Schnauf nicht so schnell aus, kann sie doch (so zusagen aus dem Nichts) jederzeit Geld «schöpfen». Dennoch stellen sich ein paar Fragen: Was ist, wenn die Kapitaldecke der SNB gegen null oder gar darunter sinkt? Welche Auswirkungen hat ein negatives Eigenkapital auf ihre Handlungsfähigkeit? Hat es solche Situationen in der Vergangenheit schon gegeben?
Antworten liefern folgende aktuelle Quellen:
Die Solvenz von Notenbanken im Spiegel der Wissenschaft(528 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_020_2409.pdf (PDF). Andreas Neinhaus von der «Finanz und Wirtschaft» erklärt, wie eine Zentralbank durch Seignorage auch Situationen mit negativem Eigenkapital überbrücken kann (24. September 2011)
Der Nationalbank fehlt der Zinspuffer(548 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_021_2409.pdf (PDF). In einem zweiten Artikel diskutiert Andreas Neinhaus von der «Finanz und Wirtschaft» die Eigenkapitaldecke der Nationalbank und stellt die momentane Situation in einen historischen Kontext (24. September 2011)
Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?www.snb.ch/... (PDF). Thomas Jordan, Vizepräsident des Direktoriums der SNB, erklärt die Folgen negativen Eigenkapitals (Referat vom 28. September 2011)- Die SNB benötigt kein Eigenkapital. Yvan Lengwiler erklärt in einem NZZ-Artikel, weshalb die Nationalbank auch bei negativem Eigenkapital in ihrer Handlungsfähigkeit nicht beeinträchtigt ist. (2. August 2011, Artikel online nicht verfügbar)
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
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