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Vorboten einer deutlichen Abschwächung
«Was wir sehen, sind die Vorboten einer deutlichen Abschwächung», sagt Aymo Brunetti, Chefökonom des Bundes im Interview mit der Aargauer Zeitung vom 10. Dezember 2011 (Online nicht verfügbar).
Das Seco geht in seiner Winterprognose von einem Wachstum fürs nächste Jahr von noch 0,6 Prozent aus. Im Herbst sagte das Seco noch ein Wachstum von 1,3 Prozent voraus. Weshalb diese Korrektur? Nochmals Aymo Brunetti:
«Das liegt an den Aussichten für die Exporte, die von zwei Faktoren negativ beeinflusst werden: dem starken Franken und der schwachen Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus dem Euroraum.»
«Lange Zeit haben sich die Exporte als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Aber es war klar, dass solch eine massive Franken Aufwertung sich irgendwann nicht nur in den Margen niederschlagen würde. Dazu ist jetzt noch die deutliche Verschlechterung der Aussichten in Europa gekommen.»
«Typischerweise steigt in einer solchen Konjunkturphase auch die Zahl der Entlassungen. Das ist für die Betroffenen dramatisch, aber in einer gesamtwirtschaftlichen Beurteilung steht die Schweiz, gerade im internationalen Vergleich, noch immer sehr gut da.»
***
iconomix hat gestern die
Winter-Ausgabe des Bausteins «Konjunkturtendenzen» http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a026/journal/konjunkturtendenzen-11022012/ publiziert. Der Arbeitsauftrag orientiert sich an der Gliederung der gleichnamigen Seco-Publikation – Weltwirtschaft, Lage der Schweizer Wirtschaft, Risiken – und bietet zu jedem der drei Rubriken eine Reihe von Verständnis- und Vertiefungsfragen.
Zu jeder Ausgabe wird zudem ein Vertiefungsthema herausgehoben und ebenfalls mit Verständnis- und Vertiefungsfragen didaktisch zugänglich gemacht. In dieser Ausgabe ist es das Thema «Euroraum: Zuspitzung der Schuldenkrise und zunehmende Belastung der Konjunktur».
Eine weitere Besonderheit des Bausteins «Konjunkturtendenzen» ist ein Foliensatz mit ca. 30–40 Folien je Ausgabe. Der Foliensatz ist eine ideale Ergänzung zum Arbeitsauftrag, stellt aber auch unabhängig davon eine wertvolle Ressource dar für den aktualitätsbezogenen Wirtschaftsunterricht.
Mit dieser Ausgabe wurden zudem die «
Hinweise für die Lehrperson http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/?jumpurl=fileadmin%2Fdocs%2Falc%2Fde%2Fa026%2Fa026_konjunkturtendenzen_lehrperson.pdf&juSecure=1&locationData=175%3A&juHash=dd8fc48a2d74f9356460fc6bb47ef59c0799fecb» vollständig überarbeitet (Version Januar 2012). Das Dokument zeigt anschaulich die Möglichkeiten zum Einsatz von «Konjunkturtendenzen» im Unterricht.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
SECO-Bericht zur Lage auf dem Arbeitsmarkt
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat letzte Woche – wie jeden Monat – über die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt berichtet. Mit nur 2,8% Arbeitslosigkeit liegt die Schweiz europaweit an zweiter Stelle. Zum Vergleich: in den USA sind zur Zeit ca. 9% arbeitslos, im Euroraum gar knapp 10%.
Lesen Sie mehr im neusten
SECO-Bericht http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00007/00019/04741/index.html?lang=de oder verfolgen Sie die Ausführungen von Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit, im
Beitrag der SF Tagesschau http://www.videoportal.sf.tv/video?id=af344948-ac8d-4ed0-bbb8-d734324759ea;DCSext.zugang=videoportal_aehnlichevideos.
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
- Interessiert am Thema Konjunktur? Besuchen Sie den iconomix-Baustein «
Konjunkturtendenzen http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a026/».
Sparen will gelernt sein
Good News für Berufslernende: Laut
20 Minuten Online http://www.20min.ch/finance/news/story/13487937 dürfen sie heutzutage mehr von ihrem Lohn behalten. Früher war es selbstverständlich, dass man als Lehrling zu Hause etwas abgab. Heute ist das kaum noch der Fall:
«Mehr als die Hälfte der Eltern verlangt heute von ihren Kindern nichts oder viel zu wenig»,
sagt Anita Keller von der
Zentralstelle für Ehe- und Familienplanung Zürich http://www.zefzh.ch/.
Was sich auf den ersten Blick positiv anhört, birgt Risiken für die Entwicklung der Jugendlichen. Denn: Der Umgang mit Geld will gelernt sein. Nochmals Anita Keller:
«Wenn die Jugendlichen den Umgang mit Geld nicht schon in der Lehre lernen, lernen sie ihn nie mehr».
Sie können in finanzielle Notlage, sprich: in die Schuldenfalle geraten.
iconomix bietet zum Thema finanzielle Grundbildung diverse Lehrmittel. Der
Baustein «Sparen» http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a036/ zum Beispiel behandelt u.a. die persönliche Budgetführung und Hintergründiges zum Thema Sparen aus individueller und volkswirtschaftlicher Sicht.
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
In Uri lebt es sich am günstigsten
Eine neue CS-Studie[1] zeigt: Von 150‘000 Franken Einkommen einer Familie bleiben im Kanton Uri ca. 70‘000 zur freien Verfügung. In der Stadt Zürich sind es gerade mal 21‘000, wie ein
Beitrag von «10vor10» http://www.videoportal.sf.tv/video?id=13a25532-b7e9-4bc4-8d43-04b1e250e893 berichtete.
Die Gründe für dieses Missverhältnis sind schnell gefunden: Tiefe Wohnkosten, tiefe Steuern, tiefe Versicherungsprämien. Es lebt sich also gut im Reusstal. Ganz im Gegensatz zu Städten wie Zürich, Genf und Basel-Stadt, wo die Bevölkerung von Zwangsabgaben (wie den Steuern) und Fixkosten (wie den Wohnkosten) «geschröpft» wird. Es bleibt nur eine Schlussfolgerung, liebe Städterinnen und Städter: Ab nach Altdorf!
Nun, ganz so einfach ist es nicht.
Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit in Uri eine der tiefsten der Schweiz. Tatsächlich stehen die Mieten, die Krankenkassenprämien, die Steuern, ja sogar die Kosten eines Café crème in keinem Verhältnis zu den Preisen, die in Zentren wie Zürich verlangt werden. Es bleibt die Frage, warum dem so ist. Auch hier ist die Antwort schnell gefunden:
Weil im Urner Reusstal – zumindest bis anhin – nur Wenige leben und arbeiten wollen. Und warum wollen hier nur Wenige leben und arbeiten? Weil die Jobaussichten und Verdienstmöglichkeiten deutlich geringer sind als diejenigen z.B. im Raum Zürich. Die Abwanderungsquote von Akademikern gehört in Uri mithin zu den höchsten der Schweiz.
Die erwähnte CS-Studie betrachtet für alle Kantone jeweils fixe Einkommen und vergleicht diese nach Abzug aller Zwangsabgaben und Fixkosten. Dieses Konstrukt stellt jedoch – ausser für Pendler aus Randregionen in die grossen Zentren – kein zweckmässiges Mass für das tatsächliche, verfügbare Einkommen und damit den Lebensstandard der Wohnbevölkerung eines bestimmten Kantons dar. Dazu müsste man neben den Ausgaben auch die Einnahmen berücksichtigen, und die sind in den Randregionen wie angedeutet deutlich tiefer.
Nichtsdestotrotz: Durch den immer besser ausgebauten ÖV kann sich das Pendeln von Altdorf nach Luzern, Zug oder gar Zürich lohnen.[2] Und dann stimmt die Aussage der Studie: In Uri lebt es sich am günstigsten!
[1]
Link https://marketdataresearch.credit-suisse.com/cs/mdr/p/d/qrr/oneCMScontent/doc/regionen/20110524_SIRegionen_RDI2011_DE.pdf zur CS-Studie
[2] Die Kosten für den Arbeitsweg ins nächstgelegene Zentrum sind in der Studie mitberücksichtigt.
Die Messgrösse BIP
Aymo Brunetti, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim SECO, schildert in einem
Interview http://www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/das_bip_ist_kein_gluecksmass_1.10698930.html auf NZZ Online die Vor- und Nachteile der Messgrösse «Bruttoinlandprodukt».
Einerseits ist das BIP international harmonisiert und somit über die Zeit und über verschiedene Ländern vergleichbar. Andererseits besteht heute die Tendenz, zu viel aus dieser Messgrösse herauslesen zu wollen. Obwohl das BIP hochkorreliert ist mit Grössen wie Wohlstand und Zufriedenheit, ist es kein Mass für das Glück der Bewohner eines Landes. Es misst Konsum, Investitionen, Staatsausgaben und die Nettoexporte einer Volkswirtschaft – aber nicht z.B., ob das Wachstum nachhaltig ist.
Lesen Sie mehr dazu im Interview.
Für das iconomix-Team
Christian Willisch
Die Zuwanderung bewegt die Schweiz
Kaum ein Thema geniesst zurzeit in der Schweiz mehr Medienpräsenz als die Zuwanderung.
Folgende Grafik zeigt den internationalen Wanderungssaldo der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz, also die Nettozuwanderung von 1996 bis 2010. Der Anstieg des Wanderungssaldos ist deutlich zu erkennen. Von negativen Werten in den Jahren 1996/97 erhöhte er sich in Wellen auf fast 100‘000 Personen im Jahr 2008, was in etwa der Einwohnerzahl der Stadt Winterthur entspricht. 2009 und 2010 fiel der Wert wieder etwas zurück.
Hier fünf interessante Links zum Thema:
Tagesanzeiger-Artikel http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Einwanderung-veraendert-die-Staedte--Schweizer-werden-verdraengt/story/20025685 zum Thema «Einwanderung verändert die Städte – Schweizer werden verdrängt».
Videobeitrag http://www.videoportal.sf.tv/video?id=0f9b65e6-552b-4aba-8c93-e194e3ec1c29 von «10vor10» vom 13. April 2011 zum Thema «Wie viel Zuwanderung erträgt die Schweiz?».
Tagesanzeiger-Artikel http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wo-die-Einwanderung-wehtut/story/15974489 zum Buch «Aufruhr im Paradies» von Philipp Löpfe und Werner Vontobel.
Artikel in Ökonomenstimme http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2010/11/so-veraendert-die-einwanderung-die-schweiz/ von Professor Reiner Eichenberger und David Stadelmann mit dem Titel «Einwanderungsland Schweiz: Eine ökonomische Bilanz».
NZZ-Artikel http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/es_wird_eng_1.10282245.html über die Ursachen und Folgen des Bevölkerungswachstums in der Schweiz.
Für das iconomix-Team
Christian Willisch
Die royale Hochzeit - ein «feel-good factor für die britische Wirtschaft?»
Angesichts der Hochzeit von Prinz Williams und Kate Middleton scheinen beachtliche Teile der Bevölkerung – nicht nur in Grossbritannien, sondern weltweit – regelrecht aus dem Häuschen zu geraten.
Die Zunft der Ökonominnen und Ökonomen bleibt da eher nüchtern und interessiert sich mehr für Fragen wie, ob dieses Grossereignis der britischen Wirtschaft etwas
Schwung verleiht http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,759243,00.html.
Zumindest kurzfristig scheint die königliche Hochzeit eine echte Konjunkturspritze für die britische Wirtschaft zu sein: Gemäss
BBC http://www.bbc.co.uk/news/business-11766777 sollen die Touristenzahlen (allerdings auch wegen der Sommerolympiade 2012) über zwei Jahre massiv steigen und Medienkonzerne können sich auf ausserordentliche Einschaltquoten freuen. Auch das Geschäft mit Hochzeitssouvenirs boomt, von der Tasse bis zum «knit your own royal wedding»-Buch (siehe Bild). Eine
Studie von Price Waterhouse Coopers http://www.ukmediacentre.pwc.com/News-Releases/The-economic-impact-of-the-Royal-Wedding-PwC-1077.aspx schätzt alleine die Mehreinnahmen der Geschäfte in London auf über 100 Mio. Pfund.

Das Hochzeitspaar zum selber Stricken. Quelle: Flickr
Wie der
Spiegel http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,758409,00.html schreibt, versucht selbst die Anti-Monarchiebewegung vom Hype um die Hochzeit zu profitieren, indem Tassen mit der Aufschrift «I am not a royal wedding mug» verkauft werden.
Den zusätzlichen Einnahmen durch die Hochzeit stehen hohe Kosten gegenüber: Die öffentliche Hand bezahlt Millionen für Zeremonie und Sicherheitsoperationen (siehe z.B.
Tagesanzeiger.ch http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/die-koenigliche-hochzeit/Die-koenigliche-Spesenrechnung/story/18547191?dossier_id=783). Ausserdem steht die Privatwirtschaft für vier aufeinanderfolgende Tage still, weil neben dem zusätzlichen Feiertag am Freitag mit dem 1. Mai gleich der Bank Holiday anfällt. Der «
Telegraph http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/royal-wedding/8155625/Royal-wedding-marriage-will-cost-economy-5bn.html» beziffert alleine diese Kosten auf 5 Mio. Pfund.
Eine humorvolle Zusammenfassung der wirtschaftlichen Effekte der Hochzeit bietet das
Video von James Rogers http://www.thestreet.com/video/index.html?clipId=11096551 auf «the Street.»
Wie ist die Hochzeit des Jahres aus sozialpolitischer Perspektive zu werten? Die Journalistin Polly Toynbee nimmt in ihrem Kommentar in der
Zeit http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-04/britische-monarchie-kritik eine kritische Haltung ein. Sie kritisiert die fehlende Chancengleichheit und soziale Mobilität im Inselstaat und stellt konsterniert fest: «Eine königliche Hochzeit ist die Negation aller Hoffnungen auf den sozialen Aufstieg.»
Für das iconomix-Team
Martina Zahno
Jugendarbeitslosigkeit im arabischen Raum
Millionen junger Menschen sind heute arbeitslos, obwohl sie oft sehr gut ausgebildet sind. Im Nahen Osten und in Nordafrika ist die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen besonders hoch, in Ägypten z.B. beträgt sie 30%. Die schlechten wirtschaftlichen Aussichten sind ein wichtiger Grund für die Revolten in arabischen Staaten wie Tunesien, Ägypten, Libyen. Aber auch einige EU-Länder haben alarmierend hohe Jugendarbeitslosenquoten, insbesondere Spanien mit 43%.
Hier ein paar Links zum Thema:
«
Ägypten: Die Wurzeln des Aufstands http://www.videoportal.sf.tv/video?id=cf24a92d-77da-4e7c-bbcf-a2c8bba0d3cc». Beitrag in der Sendung ECO vom 07.02.2011.
«
Die arabische Welt unter Druck http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/die_arabische_welt_unter_druck_1.9598386.html». NZZ Artikel vom 19.02.2011 über den Mangel an wirtschaftlichen und politischen Gestaltungsmöglichkeiten in der arabischen Welt.
«
Die verlorene Generation http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/die-arabische-revolution/Die-verlorene-Generation-/story/30438315?dossier_id=852». Artikel im Tagesanzeiger vom 18.02.2011 über Jugendarbeitslosigkeit in der arabischen Welt und in den Industriestaaten.
«
Arbeitsmarktsituation der Jugendlichen in der jüngsten Rezession http://www.dievolkswirtschaft.ch/editions/201011/Duttweiler.html». Beitrag in der Zeitschrift Die Volkswirtschaft, erschienen im November 2010.
Für das iconomix-Team
Martina Zahno
Zukunft der Berufsbildung
Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz trägt erheblich zu Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Integration bei – doch es funktioniert nicht immer reibungsfrei. Seit einigen Jahren besteht im gewerblich-industriellen Bereich ein Überhang an Lehrstellenangeboten, während in Dienstleistungsbranchen und technologieintensiven Industriesektoren ein Mangel an Lehrstellen zu verzeichnen ist.
Gemäss der Stiftung Avenir Suisse kann dieses Ungleichgewicht auf dem Lehrstellenmarkt als Zeichen dafür gewertet werden, dass sich das System der Berufslehre zu wenig auf die fundamentalen wirtschaftlichen Umwälzungen der letzten Jahre eingestellt hat. Avenir Suisse gelangt zum Schluss, dass das duale Berufsbildungssystem weiterentwickelt werden muss – in welche Richtung dies geschehen könnte, beschreibt die Stiftung in der kürzlich erschienen Studie «
Die Zukunft der Lehre http://www.avenir-suisse.ch/wp-content/uploads/2010/11/duale-Bildung_hp_inhalt.pdf».
Weitere Links zum Thema:
Iconomix-Modul «
Lohnunterschiede http://www.iconomix.ch/de/module/detail/m01/».
Samuel Mühlemann und Stefan C. Wolter: «
Lehrlingsausbildung lohnt sich http://www.dievolkswirtschaft.ch/editions/200710/Muehlemann.html». Artikel in der Zeitschrift Die Volkswirtschaft.
George Sheldon: «
Die Berufslehre in einer sich wandelnden Arbeitswelt http://wwz.unibas.ch/fileadmin/wwz/redaktion/fai/Publikationen/Berufslehre09.pdf». Artikel in der Zeitschrift Panorama.
NZZ-Folio «
Der Lehrlingsreport http://www.nzzfolio.ch/www/61554707-6925-4a17-854b-b42244d0559d/showbooklet/77355f6e-a7db-4c92-94ac-8b53e8e182d9.aspx». Erschienen im September 2009.
«
Lehrstellenbarometer http://www.bbt.admin.ch/themen/berufsbildung/00103/00321/index.html?lang=de». Halbjährlich erscheinende Studie des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den
Politics-Economics vom 12. Dezember 2010 http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a015/journal/politics-economics-12-dez-2010/.
Weshalb Boni bezahlen?
Um Angestellte zu hoher Leistung anzuspornen, können Unternehmen verschiedene Dinge tun: Sie können ein hohes Salär anbieten, ein angenehmes Arbeitsklima schaffen oder attraktive Weiterbildungen in Aussicht stellen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein variables Vergütungssystem mit Bonuszahlungen einzuführen.
Mit einem leistungsabhängigen Lohnbonus soll der Einsatz des einzelnen Angestellten verbessert werden: Einen hohen Bonus erhält, wer sich anstrengt und eine gute Leistung erbringt. Wer keine gute Leistung erbringt, bleibt auf Basislohn oder einem kleinen Bonus sitzen und wird dementsprechend schlechter vergütet.
Variable Vergütungssysteme sind in vielen Branchen üblich und kommen besonders auf der Management-Ebene zur Anwendung. Ihre Wirksamkeit ist im Allgemeinen gut belegt, doch es gibt auch Vorbehalte: Leistungsabhängige Boni verdrängen die ursprünglich mitgebrachte Arbeitsmotivation und fördern die Qualität intellektuell anspruchsvoller Tätigkeiten nur bedingt, wie zum Beispiel die Ergebnisse des Verhaltensforschers
Dan Ariely http://web.mit.edu/ariely/www/MIT/ zeigen.[1]
Damit ein Bonus leistungsfördernd ist, muss die Leistung des Angestellten anhand von gut ausgewählten, objektiven und umfassenden Leistungsindikatoren gemessen werden. Wie stark sich diese Leistungsmessung auf den Lohn auswirkt, bedarf zudem der sorgsamen Dosierung: Übermässig starke und einseitig ausgerichtete Bonussysteme können die Anstrengungen der Angestellten in eine Richtung lenken, die dem Unternehmen längerfristig schadet.[2]
Deutlich wurde dies jüngst in der Finanzbranche: Während der Finanzkrise des Jahres 2008 gerieten zahlreiche Institute an den Rand des Zusammenbruchs. Mitschuld am Ausmass dieser Krise trug die verfehlte Lohnpolitik einiger Finanzinstitute, die ihren Mitarbeitern im Investmentbanking hohe Boni für kurzfristige Gewinne auszahlten und sie dadurch ermunterten, hohe Risiken einzugehen – Risiken, die in den Bilanzen nicht sichtbar, in langfristiger Sicht jedoch sehr gross waren.[3]
Mittlerweile warten die meisten Banken einige Jahre ab, bis sie die Bonussumme für ein bestimmtes Geschäftsjahr vollständig ausschütten. In der EU wird diese Praxis bald zur Pflicht: Ab 2011 dürfen Finanzinstitute höchstens 60 Prozent der Boni sofort ausbezahlen. Weiter müssen mindestens 50 Prozent davon in Form von Wertpapieren erstattet werden – zum Beispiel in Form von Aktien, die erst nach einer Sperrfrist von mehreren Jahren verkauft werden dürfen.
Problematisch an diesem System ist, dass der Aktienkurs eines Unternehmens von zahlreichen unbeeinflussbaren Faktoren bestimmt wird und deshalb die Leistung des einzelnen Angestellten nur beschränkt wiedergibt. Um den Einsatz eines Händlers oder einer Managerin in «fairer» Art und Weise zu ermitteln, sind also Indikatoren nötig, welche Leistungen relativ, d.h. im Vergleich zu anderen Händlern oder Managern anderer Unternehmen messen.
Zahlreiche Unternehmensberatungen beschäftigen sich damit, solche Indikatoren zu entwickeln. Die grundsätzlichen Probleme werden sich allerdings auch mit den ausgefeiltesten Bonussystemen kaum lösen lassen: Unternehmen, die exzessive Boni bezahlen, provozieren öffentliche Kritik und ziehen stets diejenigen Mitarbeiter an, die primär an Boni und weniger an einer auf Langfristigkeit ausgelegten Unternehmenskultur interessiert sind.
Für das iconomix-Team
Simon Schmid
Vergleiche dazu den letzten Text- und Frageblock in den Politics-Economics vom 17. Oktober 2010.
[1] Vgl. Markus Diem Meier: «
Wie hohe Boni die Leistung beeinflussen http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wie-hohe-Boni-die-Leistung-beeinflussen/story/13775423», Tages-Anzeiger vom 3. Juni 2010.
[2] Vgl. Ernst Fehr & Gerhard Fehr: «
Variable Vergütungssysteme zwischen Effizienz und Exzess http://veb.ch/fileadmin/News/NZZ_20101008.pdf», NZZ vom 8. Oktober 2010.
[3] Siehe auch: iconomix-Dossier «
Finanzkrise http://www.iconomix.ch/de/alacarte/detail/a005/».



