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Crashkurs in Sachen Nationalbank auf DRS 3
Am Dienstag 31.1. war im Rahmen der aktuellen Wirtschaftswoche auf DRS 3 die SNB das Thema.
Dewet Moser, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, und Attilio Zanetti, Leiter der SNB-Einheit Konjunktur, gaben Erklärungen zu den Themen Euro Mindestkurs, Geldschöpfung und Preisstabilität (die Gewährleistung von Letzterer gehört zum Kernauftrag der SNB).
Hier die drei Hörbeitrage von je rund drei Minuten im MP3-Format:
Euro Mindestkurs (Dewet Moser)
(2.4 MB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/drs3_dewet-moser-1.mp3
Geldmenge und Geldschöpfung (Dewet Moser)
(1.8 MB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/drs3_dewet-moser-2.mp3
Preisstabilität (Attilio Zanetti)
(2.1 MB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/drs3_dewet-moser-3.mp3
Lesen Sie auch «
Crashkurs Wirtschaftwww.iconomix.ch/...».
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Europa droht ein verlorenes Jahrzehnt
In einer Interviewserie mit renommierten Ökonomen leuchtet «Finanz und Wirtschaft» das Thema Eurokrise aus. In der gestrigen Ausgabe vom 18. Januar war Ökonomieprofessor Kenneth Rogoff an der Reihe.
«Kaum ein Ökonom ist besser qualifiziert als Kenneth Rogoff, um über Europas Schuldenkrise zu sprechen. Zusammen mit seiner Kollegin Carmen Reinhart hat der Harvard-Professor das wohl wichtigste Wirtschaftsbuch der vergangenen vier Jahre verfasst: ‹This Time is Different – Eight Centuries of Financial Folly› (2009) untersucht alle namhaften Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte und leitet daraus wichtige Folgerungen ab.»
So die Einleitung zum sehr lesenswerten Interview, das wir hier freundlicherweise als PDF verlinken dürfen (
Teil 1(552 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_021_1801.pdf,
Teil 2(534 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_022_1801.pdf).
Rogoffs Fazit ist klar: Griechenland, Portugal, Irland und wahrscheinlich auch Spanien sind insolvent und benötigen einen Schuldenschnitt. Andernfalls droht Europa ein verlorenes Jahrzehnt.
Lesen Sie auch:
- «
This Time is Differentwww.iconomix.ch/...», iconomix-Blogartikel vom November 2009; - «
Europäische Währungsunion in der Krisewww.iconomix.ch/...», Blogartikel zur iconomix-Fachtagung vom September 2011.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Geldschöpfung
Wie wird eigentlich Geld geschaffen? Was auf den ersten Blick etwas Mystisches zu sein scheint, ist in Wahrheit ein ganz und gar weltlicher Prozess.
Zum einen kann die Notenbank neues Geld schaffen. Zum anderen können auch die Geschäftsbanken Geld kreieren, indem sie Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Geld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven und durch die Bereitschaft der Notenbank, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen, beeinflusst.
Die Notenbank kann über ihre geldpolitischen Instrumente die Zinssätze am Geldmarkt und damit die Geldversorgung eines Landes indirekt über die Nachfrage nach Krediten (hoher Zins gleich kleinere Nachfrage nach Krediten und weniger Geldschöpfung und v.v.) steuern. Im langfristigen Gleichgewicht sollte der Nominalzins dem nominalen Wirtschaftswachstum entsprechen. Das «Geldkleid» muss zur Realwirtschaft passen. Dann sind weder inflationäre noch deflationäre Tendenzen zu erwarten.
Zur Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist zu sagen, dass diese nur dann Kredite gewähren, wenn sie von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung (mit Zinsen) ausgehen können. Das ist dann der Fall, wenn der Kreditnehmer eine vernünftige Investition tätigt. Je grösser die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kreditnehmer nicht fähig sein wird, die Schuld bei Fälligkeit zu begleichen, desto weniger wird die Bank geneigt sein, einen solchen Kredit zu sprechen, oder sie wird für das höhere Risiko höhere Zinsen (bzw. Sicherheiten) einfordern.
Einige Links und Quellen zum Thema:
iconomix-Baustein «Was ist eine Bank?»www.iconomix.ch/..., Teil 1
Kurzfilm von SF ECO zur Geldschöpfung bei Geschäftsbankenwww.videoportal.sf.tv/.... Aus der Sendung vom 03.01.2011
Schweizerische Nationalbank (2006, S. 18-19). «Die Nationalbank und das liebe Geld»www.snb.ch/... (Broschüre ist kostenlos und kann bestellt werden)
Österreichische Nationalbank: Didaktisches Begleitmaterial zum Handbuch der OeNBwww.oenb.at/..., Kapitel 3- Brunetti, A. (2010, S. 165/166). Volkswirtschaftslehre - Lehrmittel für die Sekundarstufe II und die Weiterbildung. Bern: hep. (5.3.2: Der Geldschöpfungsmultiplikator)
- Eisenhut, P. (2010, S. 158). Aktuelle Volkswirtschaftslehre. Zürich: Rüegger. (Zwischentitel Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken)
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Euro-Bonds
Die Krise in der Eurozone spitzt sich zu und zieht die Zone in die Rezession. Die Gefahr besteht, dass die Gemeinschaftswährung Euro auseinanderfällt. Einer der wenigen verbleibenden Rettungsanker sind sogenannte «Euro-Bonds». Gemeint sind Anleihen, für welche alle Staaten der Eurozone gesamtschuldnerisch haften. Die Zins- und Haftungsrisiken würden vergemeinschaftet.
Nachfolgend einige Links zum Thema:
Von E wie Euro-Bonds bis H wie Haircutwww.sueddeutsche.de/...: Süddeutsche Zeitung
Krisensprech für Dummieswww.zeit.de/...: Zeit Online
So funktionieren Euro-Bondswww.spiegel.de/...: Die EU-Kommission schlägt drei Varianten für Euro-Bonds vor. «Spiegel Online» gibt einen Überblick (24.11.2011)
Wie Eurobonds funktionieren könntenwww.ftd.de/...: Die Financial Times Deutschland gibt einen Überblick zur Einführung und Umsetzung von Euro-Bonds (15.8.2011)
Brüssel will die «Wunderwaffe» gegen die Krisewww.nzz.ch/...: Welches Problem die Euro-Bonds lösen sollen und weshalb Deutschland dagegen ist (NZZ Online, 21.11.2011)
Führen Eurobonds die EU aus der Krise?www.tagesschau.sf.tv/...: Die EU sucht Wege aus der Schuldenkrise (SF Tagesschau, 23.11.2011).
Merkel will keine Eurobondswww.videoportal.sf.tv/...: Der neue italienische Ministerpräsident Mario Monti, der französische Staatschef Nicolas Sarkozy und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel suchen nach Wegen aus der Schuldenkrise (SF Tagesschau, 24.11.2011).
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
Das "Too big to fail"-Problem
Der Zusammenbruch einer grossen Bank gefährdet die Stabilität des gesamten Finanz- und Wirtschaftssystems. Man sagt deshalb, eine solche Bank ist «systemrelevant». In einer Bankenkrise sind der politische Druck und die drohenden Probleme so gross, dass der Staat grosse Banken in den meisten Fällen rettet, selbst wenn dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht. Solche Banken besitzen eine unausgesprochene Staatsgarantie, denn sie können davon ausgehen, dass der Staat sie nicht fallen lässt. Die Rede ist vom «Too big to fail»-Problem.
Was sind die Folgen? Eine implizite Rettungsgarantie bürdet dem Staat und damit den Steuerzahlern grosse Risiken auf. Mögliche Verluste aus einer Bankenrettung würden grösstenteils von Steuergeldern gedeckt. «Too big to fail» ist aber auch aus wettbewerbspolitischen Gründen problematisch.
Ohne eine implizite Staatsgarantie müssten Grossbanken auf ihren Schulden höhere Zinsen bezahlen, um die Geldgeber für das Ausfallrisiko zu entschädigen. Aber dank der Garantie fühlen sich die Geldgeber der Bank in Sicherheit und sind mit weniger Zinsen zufrieden. Damit erhalten Grossbanken gegenüber kleinen Banken (und auch im Vergleich mit gewöhnlichen Unternehmen) einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil. Ausserdem verleitet eine unausgesprochene Staatsgarantie dazu, besonders hohe Risiken einzugehen. Denn risikoreichere Anlagen erzielen in der Regel eine höhere Rendite, während man die Kosten der Risiken abwälzen kann.
Die Schweiz ist von diesem Problem besonders betroffen, weil sie im Vergleich zu den zwei Grossbanken UBS und CS ein kleines Land ist. Hier eine Liste interessanter Links:
Too big to failwww.dievolkswirtschaft.ch/...
Die Volkswirtschaft. (Dezember 2010)
Warum reguliert man eine Bank? Eine ökonomische Analysewww.oekonomenstimme.org/...
Dirk Niepelt (Ökonomenstimme). (Juni 2010)
Too big to fail und die Wiederherstellung der Marktordnungwww.avenir-suisse.ch/...
Avenir Suisse.
Faktische Staatsgarantie für Grossbankenwww.bf.uzh.ch/...
Urs Birchler (Universität Zürich). Gutachten erstellt im Auftrag der SP Schweiz
Ein Lösungsansatz für «Too big to fail»emagazine.credit-suisse.com/...
Credit Suisse. Animierter Kurzfilm der Credit Suisse
Too big to Failwww.videoportal.sf.tv/...
SF ECO. (September 2009)
After the crisis: improving the incentives in the financial sectorwww.snb.ch/...
Jean-Pierre Danthine (Schweizerische Nationalbank). (Mai 2011)
Briten eifern der Schweiz nachm.ftd.de/...
Financial Times Deutschland. Artikel zum Final Report der britischen Independent Commission on Banking. (12. September 2011)
United they stoodwww.economist.com/...
The Economist. Artikel zum Final Report der britischen Independent Commission on Banking. (12. September 2011)
Von «masters of the universe» zu geforderten Dienstleisternwww.nzz.ch/...
NZZ Online. Kommentar u.a. zu den Empfehlungen der britischen Independent Commission on Banking. (13. September 2011)
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
Vermögen der privaten Haushalte
Die Finanzkrise hat im Vermögen der Schweizer Haushalte nur geringe Spuren hinterlassen. Ende 2010 betrug das durchschnittliche Reinvermögen über 341‘000 Franken pro Person. Gegenüber dem Höchststand von Ende 2007 sind dies pro Person nicht einmal 2‘000 Franken weniger.
Interessant ist, wie sich die Aktiven und Passiven bei den Privathaushalten zusammensetzen: Immobilien machen über 40% des Bruttovermögens aus, Versicherungen inkl. Altersvorsorge weitere knapp 25%. Der Rest wird in erster Linie als Bargeld oder auf der Bank aufbewahrt (17%). Nur gerade 6% des Bruttovermögens bzw. knapp 215 Mia. Franken wird in Aktien gehalten.
Der starke Franken war bereits im Jahr 2010 spürbar: Die Fremdwährungsverluste beliefen sich für die Schweizer Haushalte gesamthaft auf rund 25 Mia. Franken – oder knapp 3‘170 Franken pro Person. Im Verlauf der Finanzkrise ist eine deutliche Vermögensverschiebung von Finanzwerten hin zu Immobilien zu beobachten.
Weitere interessante Informationen und Grafiken sind in der
Medienmitteilungwww.snb.ch/... der Schweizerischen Nationalbank vom 18. November zu finden.
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
"Die Volkswirtschaft" zur Eurokrise
Das monatliche Magazin für Wirtschaftspolitik «Die Volkswirtschaft» widmet die neueste
Ausgabewww.dievolkswirtschaft.ch/... der Eurokrise – und welche Auswege es daraus geben könnte. Thematisiert werden unter anderem:
Die Banken in der Eurokrisewww.dievolkswirtschaft.ch/...
Die Europäische Zentralbank als Lender of Last Resortwww.dievolkswirtschaft.ch/...
Drei Euro-Zukunftsszenarienwww.dievolkswirtschaft.ch/...
Wer sich für die Ursache der Eurokrise – die drohenden Staatsbankrotte – interessiert, dem sei der ausführliche DOK-Film von SF Wissen empfohlen:
Staatsbankrott Europawww.wissen.sf.tv/...
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
Staatsverschuldung und Geldpolitik
Europa brauche eine starke fiskalische Institution hinter der Europäischen Zentralbank (EZB), sagt der diesjährige Wirtschaftsnobelpreisträger Christopher Sims
im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitungwww.faz.net/... (26.10.2011).
Die Europäische Währungsunion (EU) braucht eine solche Institution, damit diese als «Gläubiger der letzten Instanz» der EZB den Rücken freihalten kann. Sonst droht langfristig die Gefahr von Inflation, sagt Sims. Ob die Zeit für die Schaffung einer solchen Institution noch bleibt, ist eine andere Frage.
Inzwischen ist zum Thema Staatsverschuldung und Geldpolitik unter Ökonomen eine heisse Debatte entbrannt:
- Video:
Nationalbanken im Kampf gegen politische Übergriffewww.videoportal.sf.tv/... sowie
SNB-Vizepräsident Thomas Jordan live im Studiowww.videoportal.sf.tv/..., beides ECO vom 14.11.2011 - Artikel:
Die Welt hofft auf die Europäische Zentralbankwww.tagesanzeiger.ch/..., Tages-Anzeiger 11.11.2011 - Artikel:
Ringen mit Worten um Regelbruch der EZBwww.nzz.ch/..., NZZ 11.11.2011 - Artikel:
«Die EZB muss sehr radikale Dinge tun»www.handelsblatt.com/..., Nobelpreisträger Paul Krugman im Interview mit dem deutschen Handelsblatt, 11.11.2011 - Artikel:
Das schlafende Gespenst der Inflationwww.ftd.de/..., Thomas Straubhaar (Financial Times Deutschland), 22. November 2011 - Artikel (E):
Pulling for the home teamwww.economist.com/..., The Economist 05.11.2011
Warum die Zeit drängt? Deshalb:
Zinsen für italienische Staatsanleihen explodierenwww.videoportal.sf.tv/... (SF Tagesschau 08.11.2011)
Wie ein Zins den Untergang besiegeln kannwww.tagesanzeiger.ch/... (Tages-Anzeiger 09.11.2011)
Italien im Griff der Finanzmärktewww.n-tv.de/... (n-tv 08.11.2011)
Italienische Schuldenkrise spitzt sich zuwww.faz.net/... (FAZ 08.11.2011)
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Gespräche zur Finanzkrise
Die Sternstunde Philosophie von SF bringt zur Zeit eine vierteilige Serie, die sich den Hintergründen der Finanzkrise widmet.
Das erste Gespräch führte
Katja Gentinettakatja-gentinetta.ch mit der St.Galler Wirtschaftsprofessorin
Monika Bütlerwww.alexandria.unisg.ch/... zum Thema «Wirtschaft auf dem Prüfstand: Wo steht die Schweiz?».
- Zur
Websitewww.sendungen.sf.tv/... der Sendung. - Sendung im
SF Videoportalwww.videoportal.sf.tv/... aufrufen.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti
Schuldenschnitt für Griechenland
Die Mitgliedstaaten der EU einigten sich am Donnerstag auf ein umfassendes Massnahmenpaket zur Eindämmung der Euro-Krise. Dem hoch verschuldeten Griechenland wird die Hälfte seiner Schulden erlassen.
Eine Infografik der Financial Times Deutschland (vom 27.10.2011) zeigt, nach Ländern geordnet, welche Gläubiger wie viele griechische Anleihen halten und nun auf 50% ihrer Forderungen verzichten müssen.
Die anderen Massnahmen des Pakets umfassen eine Vergrösserung des Rettungsfonds EFSF und eine Kapitalaufstockung für europäische Banken.
Euro-Gipfel: Massnahmenpaket geschnürtwww.videoportal.sf.tv/...: SF-Beitrag zum Massnahmenpaket (27.10.2011)
Euro-Gipfel schnürt grosses Massnahmenpaketwww.drs.ch/...: SR DRS Artikel mit Links auf aktuelle Audio-Beiträge (27.10.2011)
Euro-Gipfel schnürt grosses Massnahmenpaketwww.tagesanzeiger.ch/...: der Tages Anzeiger erklärt, was in dem Massnahmenpaket vorgesehen ist (27.10.2011)
iconomix-Fachtagung 2011www.iconomix.ch/...: Nützliche Links und Unterlagen zum Thema «Europäische Währungsunion in der Krise»
Für das iconomix-Team
Marc Schiesser
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