iconomix

Schweizerische Nationalbank

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Mittwoch, 08. Februar 2012,
16:09

Neue Lehrmaterialien publiziert

Diese Woche hat iconomix vier neue Bausteine publiziert. iconomix-Bausteine sind vielfältig einsetzbare und praxisnahe Fallstudien, Lernspiele, Fachtexte usw., die sich relativ leicht in bereits entwickelte Unterrichtssequenzen einbauen lassen.

Anlagefondswww.iconomix.ch/...: «Nicht alle Eier in denselben Korb legen» ist in der Finanztheorie und anderswo ein bewährtes Mittel, mit Risiken umzugehen. Nach diesem Prinzip funktionieren auch Anlagefonds. Die Lernenden erfahren in dem Baustein, was ein Anlagefonds ist, wie er funktioniert und was die Vor- und Nachteile davon sind. Zum Baustein gehört ein Set alltagsnaher Arbeitsaufträge. Niveau: Mittel.

Budgetspielwww.iconomix.ch/...: Dieser Baustein beschäftigt sich mit der Erstellung von Haushaltsbudgets. Die Lernenden stellen Recherchen über die Kosten des täglichen Lebens an und entwerfen davon ausgehend ein Monatsbudget für ein spezifisches Haushaltsprofil. Niveau: Mittel. (Deutsche Adaption des französischen Bausteins «Budget – Jeu des enveloppes» von Yvan Péguiron.)

Erdölwww.iconomix.ch/...: Der Erdölpreis ist ein Schlüsselfaktor der Weltwirtschaft. Mit einem Anteil von rund 35% am weltweiten Energieverbrauch ist Erdöl der wichtigste Energieträger, vor Kohle und Erdgas. Der Verkehr wird gar zu rund 90% von Erdöl angetrieben. Die Fallstudie (entstanden in Kooperation mit dem Lehrbuchautor Peter Eisenhut) konzentriert sich auf die Frage der Preisbildung in der kurzen und der langen Frist. Niveau: Mittel bis anspruchsvoll.

Wachstum und Entwicklungwww.iconomix.ch/...: Warum ist die Schweiz ein so reiches Land – und sind viele andere Länder so arm? Was ist Wirtschaftswachstum – und was treibt es an? Wie ist das Wachstumswunder «China» zu erklären? Von solchen und ähnlichen Fragen handelt dieser Baustein. Niveau: Mittel bis anspruchsvoll.

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Manuel Wälti

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Montag, 06. Februar 2012,
11:10

Wirtschaftspolitische Bildung im Ökonomieunterricht

Der Ökonomieunterricht beinhaltet nicht nur die Vermittlung von Konzepten wie Wirtschaftskreislauf oder Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (wer mit iconomix unterrichtet, dem kommen an dieser Stelle noch ganz andere Themenwww.iconomix.ch/... in den Sinn), sondern auch um die Erziehung der Lernenden zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern.

Für die direktdemokratische Schweiz, in der die Stimmberechtigten regelmässig zu wirtschaftspolitischen Sachfragen Stellung beziehen, gilt dies in besonders hohem Mass.

Diese wirtschaftspolitischen Sachfragen sind nicht selten recht komplex. Sich sachlich über die Vor- und Nachteile einer Vorlage zu informieren und das Material für den Unterricht zusammen zu stellen, ist zeitraubend.

vimentis.chwww.vimentis.ch bietet hier Unterstützung. Vimentis ist ein politisch breit abgestützter Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Informationsstand der Bevölkerung zu politischen Themen zu verbessern. Vimentis bietet deshalb seit Jahren ausgewogene Informationen zu aktuellen Abstimmungsvorlagen an: einfach verständlich, umfassend und doch kurz gefasst.

Im Hinblick auf die Abstimmungsthemen vom 11. März 2012 hat Vimentis kürzlich Informationen zu folgenden Vorlagen publiziert:

  • «Initiative für 6 Wochen Ferien für alle» (Durch einen höheren Mindestanspruch auf bezahlte Ferien soll ein besserer Ausgleich zwischen Arbeitsbelastung und Erholung geschaffen werden.)
  • «Buchpreisbindung» (Die Verleger sollen künftig für alle Bücher in der Schweiz die Preise festlegen können.)
  • Weitere Informationen gibt es über die «Bauspar-Initiative», die Initiative «Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen» und den Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für Geldspiele im Dienste des Gemeinwohls».

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Manuel Wälti

Donnerstag, 02. Februar 2012,
11:16

Crashkurs in Sachen Nationalbank auf DRS 3

Am Dienstag 31.1. war im Rahmen der aktuellen Wirtschaftswoche auf DRS 3 die SNB das Thema.

Dewet Moser, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, und Attilio Zanetti, Leiter der SNB-Einheit Konjunktur, gaben Erklärungen zu den Themen Euro Mindestkurs, Geldschöpfung und Preisstabilität (die Gewährleistung von Letzterer gehört zum Kernauftrag der SNB).

Hier die drei Hörbeitrage von je rund drei Minuten im MP3-Format:

Lesen Sie auch «Crashkurs Wirtschaftwww.iconomix.ch/...».

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Manuel Wälti

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Dienstag, 31. Januar 2012,
09:21

Crashkurs Wirtschaft

Wirtschaft ist diese Woche (30.1. bis 3.2.) das grosse Thema auf DRS 3www.drs3.ch/.... Die Programmmacher wollen Zusammenhänge aufzeigen, Hintergründe beleuchten und die Zuhörer fit machen für spannende Wirtschaftsdiskussionen.

Den Anfang machte gestern Abend 30.1. ein hörenswertes Interviewwww.drs3.ch/... mit Reiner Eichenberger, ordentlicher Professor für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Universität Fribourg (unifr.ch). Eichenberger ist aufgrund seiner Medienpräsenz in der Schweiz einem breiten Publikum bekannt und schreibt u.a. für den Blog Ökonomenstimmewww.oekonomenstimme.org/....

Wir bleiben dran und berichten, falls wir im Verlauf der Woche auf weitere Leckerbissen stossen sollten.

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Manuel Wälti

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Donnerstag, 19. Januar 2012,
15:05

Europa droht ein verlorenes Jahrzehnt

In einer Interviewserie mit renommierten Ökonomen leuchtet «Finanz und Wirtschaft» das Thema Eurokrise aus. In der gestrigen Ausgabe vom 18. Januar war Ökonomieprofessor Kenneth Rogoff an der Reihe.

«Kaum ein Ökonom ist besser qualifiziert als Kenneth Rogoff, um über Europas Schuldenkrise zu sprechen. Zusammen mit seiner Kollegin Carmen Reinhart hat der Harvard-Professor das wohl wichtigste Wirtschaftsbuch der vergangenen vier Jahre verfasst: ‹This Time is Different – Eight Centuries of Financial Folly› (2009) untersucht alle namhaften Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte und leitet daraus wichtige Folgerungen ab.»

So die Einleitung zum sehr lesenswerten Interview, das wir hier freundlicherweise als PDF verlinken dürfen (Teil 1(552 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_021_1801.pdf, Teil 2(534 KB)http://www.iconomix.ch/fileadmin/user_upload/iconomix/blog/icx/11/fw_022_1801.pdf).

Rogoffs Fazit ist klar: Griechenland, Portugal, Irland und wahrscheinlich auch Spanien sind insolvent und benötigen einen Schuldenschnitt. Andernfalls droht Europa ein verlorenes Jahrzehnt.

Lesen Sie auch:

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Manuel Wälti

Freitag, 13. Januar 2012,
09:37

Das Elend der wirtschaftlichen Bildung

«Auch wenn ökonomische Themen mittlerweile beinahe alle grossen politischen Debatten bestimmen, wird an Schweizer Schulen noch immer weit mehr Latein gebüffelt, Biologie und Chemie, als dass die Heranwachsenden etwas über die grundlegenden wirtschaftlichen Zusammenhänge und Begriffe erfahren. Abgesehen von den Fachleuten, kann kaum einer ökonomischen Diskussionen folgen, nur wenige verstehen die Wirtschaftsberichterstattung.» So die Quintessenz eines Weltwoche-Artikels von  Markus Diem Meier aus dem Jahr 2004.

Diem Meier ist seit Beginn dieses Jahres stellvertretender Chefredaktor der Finanz und Wirtschaftwww.fuw.ch und schreibt nebenbei für Never Mind the Marketsblog.tagesanzeiger.ch/..., den Ökonomieblog des Tagesanzeigers. In seinem jüngsten Blogartikel «Das Elend der wirtschaftlichen Bildungblog.tagesanzeiger.ch/...» greift er das Thema wieder auf.  Sein Fazit ist dasselbe: Selten waren wirtschaftliche Kenntnisse so gefragt wie heute. In den Lehrplänen kommt das leider zu kurz.

Hier die drei gemäss Diem Meier nicht abschliessenden Punkte, die seiner Ansicht nach beim Wirtschaftsunterricht mehr Beachtung finden müssten (durch uns leicht gekürzt):

«1. Erklärungen konkreter, praktischer Vorgänge müssen Priorität haben vor abstrakten Modellen – ganz besonders dann, wenn für die praktische Relevanz der komplexeren Modelle keine Zeit vorgesehen ist. Es ist frustrierend, wenn man Studierende mit Formeln und Grafiken bombardieren muss, die diese sich für die vorgegebene Prüfung am Ende der Ausbildung einprägen müssen, während zum Beispiel Themen wie die ganz konkrete Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank nicht im Stoffplan enthalten sind. (…)»

«2. Sozialwissenschaften (wozu die Ökonomie zählt) sind keine exakten Wissenschaften. Hier wird versucht, die extrem komplexe Realität gesellschaftlicher Entwicklungen mit Modellen möglichst gut abzubilden. Diese Botschaft sollte meiner Ansicht nach am Anfang des Wirtschaftsunterrichts stehen: Die Studierenden müssen verstehen, dass die zu lernenden Modelle keine Naturgesetze darstellen, sondern historisch gewachsene Versuche sind, die Realität möglichst gut abzubilden und dass diese Modelle im Lauf der Geschichte stets auch weiter ergänzt, modifiziert und einige auch verworfen wurden – und dass diese Geschichte nie zu Ende ist. (…)»

«3. Die Schulen (über ihre Lehrpläne) und die Dozenten müssen die Studierenden dort abholen, wo sie sind: Die Leute lesen täglich über wirtschaftliche Entwicklungen. Unsere Zeit müsste die beste Zeit für den Unterricht dieses Fachs sein. Daher sollte er auf Erklärungen der Vorgänge ausgerichtet sein. Oder genauer – weil endgültige, hieb- und stichfeste Erklärungen nicht existieren: Er sollte auf das Verständnis dessen ausgerichtet sein, was als Erklärungen in den Medien und von Experten herumgeboten wird. Der Wirtschaftsunterricht sollte den Leuten brauchbare Instrumente an die Hand geben. Wenn man die Leute dort abholt, wo sie sind, dann sind sie in aller Regel begeistert vom Fach Volkswirtschaft.»

Dem schliessen wir uns an.

Für das iconomix-Team
Manuel Wälti

Donnerstag, 12. Januar 2012,
10:00

Vorboten einer deutlichen Abschwächung

«Was wir sehen, sind die Vorboten einer deutlichen Abschwächung», sagt Aymo Brunetti, Chefökonom des Bundes im Interview mit der Aargauer Zeitung vom 10. Dezember 2011 (Online nicht verfügbar).

Das Seco geht in seiner Winterprognose von einem Wachstum fürs nächste Jahr von noch 0,6 Prozent aus. Im Herbst sagte das Seco noch ein Wachstum von 1,3 Prozent voraus. Weshalb diese Korrektur? Nochmals Aymo Brunetti:

«Das liegt an den Aussichten für die Exporte, die von zwei Faktoren negativ beeinflusst werden: dem starken Franken und der schwachen Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus dem Euroraum.»

«Lange Zeit haben sich die Exporte als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Aber es war klar, dass solch eine massive Franken Aufwertung sich irgendwann nicht nur in den Margen niederschlagen würde. Dazu ist jetzt noch die deutliche Verschlechterung der Aussichten in Europa gekommen.»

«Typischerweise steigt in einer solchen Konjunkturphase auch die Zahl der Entlassungen. Das ist für die Betroffenen dramatisch, aber in einer gesamtwirtschaftlichen Beurteilung steht die Schweiz, gerade im internationalen Vergleich, noch immer sehr gut da.»

***

iconomix hat gestern die Winter-Ausgabe des Bausteins «Konjunkturtendenzen»www.iconomix.ch/...  publiziert. Der Arbeitsauftrag orientiert sich an der Gliederung der gleichnamigen Seco-Publikation – Weltwirtschaft, Lage der Schweizer Wirtschaft, Risiken – und bietet zu jedem der drei Rubriken eine Reihe von Verständnis- und Vertiefungsfragen.

Zu jeder Ausgabe wird zudem ein Vertiefungsthema herausgehoben und ebenfalls mit Verständnis- und Vertiefungsfragen didaktisch zugänglich gemacht. In dieser Ausgabe ist es das Thema «Euroraum: Zuspitzung der Schuldenkrise und zunehmende Belastung der Konjunktur».

Eine weitere Besonderheit des Bausteins «Konjunkturtendenzen» ist ein Foliensatz mit ca. 30–40 Folien je Ausgabe. Der Foliensatz ist eine ideale Ergänzung zum Arbeitsauftrag, stellt aber auch unabhängig davon eine wertvolle Ressource dar für den aktualitätsbezogenen Wirtschaftsunterricht.

Mit dieser Ausgabe wurden zudem die «Hinweise für die Lehrpersonwww.iconomix.ch/...» vollständig überarbeitet (Version Januar 2012). Das Dokument zeigt anschaulich die Möglichkeiten zum Einsatz von «Konjunkturtendenzen» im Unterricht.

Für das iconomix-Team
Manuel Wälti

Freitag, 16. Dezember 2011,
11:10

Geldschöpfung

Wie wird eigentlich Geld geschaffen? Was auf den ersten Blick etwas Mystisches zu sein scheint, ist in Wahrheit ein ganz und gar weltlicher Prozess.

Zum einen kann die Notenbank neues Geld schaffen. Zum anderen können auch die Geschäftsbanken Geld kreieren, indem sie Kredite gewähren. Ihre Möglichkeiten, Geld zu schaffen, werden durch die gesetzlichen Vorschriften über die Mindestreserven und durch die Bereitschaft der Notenbank, die Geldversorgung zu erhöhen oder zu verknappen, beeinflusst.

Die Notenbank kann über ihre geldpolitischen Instrumente die Zinssätze am Geldmarkt und damit die Geldversorgung eines Landes indirekt über die Nachfrage nach Krediten (hoher Zins gleich kleinere Nachfrage nach Krediten und weniger Geldschöpfung und v.v.) steuern. Im langfristigen Gleichgewicht sollte der Nominalzins dem nominalen Wirtschaftswachstum entsprechen. Das «Geldkleid» muss zur Realwirtschaft passen. Dann sind weder inflationäre noch deflationäre Tendenzen zu erwarten.

Zur Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist zu sagen, dass diese nur dann Kredite gewähren, wenn sie von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Rückzahlung (mit Zinsen) ausgehen können. Das ist dann der Fall, wenn der Kreditnehmer eine vernünftige Investition tätigt. Je grösser die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Kreditnehmer nicht fähig sein wird, die Schuld bei Fälligkeit zu begleichen, desto weniger wird die Bank geneigt sein, einen solchen Kredit zu sprechen, oder sie wird für das höhere Risiko höhere Zinsen (bzw. Sicherheiten) einfordern.

Einige Links und Quellen zum Thema:

Für das iconomix-Team

Manuel Wälti

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Dienstag, 13. Dezember 2011,
18:23

Euro-Bonds

Die Krise in der Eurozone spitzt sich zu und zieht die Zone in die Rezession. Die Gefahr besteht, dass die Gemeinschaftswährung Euro auseinanderfällt. Einer der wenigen verbleibenden Rettungsanker sind sogenannte «Euro-Bonds». Gemeint sind Anleihen, für welche alle Staaten der Eurozone gesamtschuldnerisch haften. Die Zins- und Haftungsrisiken würden vergemeinschaftet.

Nachfolgend einige Links zum Thema:

Für das iconomix-Team

Marc Schiesser

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Freitag, 09. Dezember 2011,
10:03

Das "Too big to fail"-Problem

Der Zusammenbruch einer grossen Bank gefährdet die Stabilität des gesamten Finanz- und Wirtschaftssystems. Man sagt deshalb, eine solche Bank ist «systemrelevant». In einer Bankenkrise sind der politische Druck und die drohenden Probleme so gross, dass der Staat grosse Banken in den meisten Fällen rettet, selbst wenn dazu keine gesetzliche Verpflichtung besteht. Solche Banken besitzen eine unausgesprochene Staatsgarantie, denn sie können davon ausgehen, dass der Staat sie nicht fallen lässt. Die Rede ist vom «Too big to fail»-Problem.

Was sind die Folgen? Eine implizite Rettungsgarantie bürdet dem Staat und damit den Steuerzahlern grosse Risiken auf. Mögliche Verluste aus einer Bankenrettung würden grösstenteils von Steuergeldern gedeckt. «Too big to fail» ist aber auch aus wettbewerbspolitischen Gründen problematisch.

Ohne eine implizite Staatsgarantie müssten Grossbanken auf ihren Schulden höhere Zinsen bezahlen, um die Geldgeber für das Ausfallrisiko zu entschädigen. Aber dank der Garantie fühlen sich die Geldgeber der Bank in Sicherheit und sind mit weniger Zinsen zufrieden. Damit erhalten Grossbanken gegenüber kleinen Banken (und auch im Vergleich mit gewöhnlichen Unternehmen) einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil. Ausserdem verleitet eine unausgesprochene Staatsgarantie dazu, besonders hohe Risiken einzugehen. Denn risikoreichere Anlagen erzielen in der Regel eine höhere Rendite, während man die Kosten der Risiken abwälzen kann.

Die Schweiz ist von diesem Problem besonders betroffen, weil sie im Vergleich zu den zwei Grossbanken UBS und CS ein kleines Land ist. Hier eine Liste interessanter Links:

Für das iconomix-Team

Marc Schiesser

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