iconomix

Schweizerische Nationalbank

Ansicht gefiltert nach: Doris Schönemann
Filter zurücksetzen, um alle Beiträge anzuzeigen.

Freitag, 23. April 2010,
09:39

Mathematik und Geld

Das Fach Mathematik gehört nicht zu den Lieblingsfächern. Mathe ist anstrengend, eintönig und vermeintlich ohne praktischen Nutzen. In einer wissenschaftlichen Studie wurde getestet, wie Risikoverhalten, finanzielle Verhaltensweisen und Zeitpräferenzen (Ist es besser, eine Sache heute zu machen oder sie auf morgen zu verschieben?) zusammenhängen. Die verwendete Stichprobe erfasste eine Vielzahl an Personen aller Altersgruppen.

Grundlage waren  Experimente und Fragen, wobei  auch einfache Rechenoperationen wie Multiplizieren, Dividieren und Prozentrechnen gelöst werden mussten. Überrascht hat, dass
innerhalb jeder Altersgruppe bei denjenigen, die die Grundrechenarten beherrschten, ein rationaler Umgang mit Geld festzustellen war. Sie beantworteten Fragen nach Zeitpräferenz richtig und ihre Risikoeinschätzungen waren logisch und konsistent.

Grundlegende Rechenkenntnisse können also durchaus von Vorteil sein: Mit rationalem Verhalten kann man finanzielle Risiken besser abwägen und Anschaffungen kalkulieren. Selbst verschuldete finanzielle Engpässe lassen sich vermeiden. Auf mathematischen Grundkenntnissen kann man aufbauen und das persönliche Finanzpotential weiter schulen.

Mathematik kann also durchaus von persönlichem Nutzen sein.

Doris M. Schönemann

Montag, 01. März 2010,
11:01

Humankapital: die meistunterschätzte Investition

Die Chance auf ein gutes Einkommen steigt durch Aus- und Weiterbildung. Zudem sinkt mit jedem Schulabschluss das Risiko, arbeitslos zu werden. Diese positiven Effekte von Bildung werden durch zahlreiche Untersuchungen eindrücklich belegt.

Der Wert aller künftigen Einkommen aus Arbeit stellt das «Humankapital» einer Person dar. Je mehr das persönliche Potenzial durch Ausbildung gesteigert wird, um so höher ist die «Bildungsrendite».

Diese sogenannte «Bildungsrendite» entspricht dem im Vergleich zur nächst tieferen Bildungsstufe zusätzlich erzielten Einkommen und kann mit dem Zinsertrag einer Obligation verglichen werden – anstatt Geld in ein Wertpapier wird Zeit in Bildung investiert.

In der Schweiz beträgt die Rendite einer Ausbildung an einer Fachhochschule oder Universität rund 10%. Investitionen in Humankapital werfen also langfristig eine deutlich höhere Rendite ab als Anlagen in Aktien!

Die Qualität der Bildung hängt von der Qualität des Bildungsangebots ab. Für deren Gewährleistung kann man demonstrieren, wie in den Wochen vor Weihnachten an manchen Unis im In- und Ausland geschehen. Doch eigentlich liegt es in der Eigenverantwortung, das vorhandene Angebot optimal zu nutzen.

Wofür will ich meine Energie und meinen Enthusiasmus einsetzen? Es ist dies eine Frage der persönlichen Lebensgestaltung. Der Rat der Blogautorin: Beginnen Sie mit kleinen, konkreten Schritten.

Doris Schönemann

Mittwoch, 10. Februar 2010,
09:25

Grossmutters Rezept: Wie die Ausgaben im Griff haben?

Zwar gibt es auch «Muss»-Ausgaben, aber es gibt doch meistens auch einen frei verfügbaren Rest. Und eben dieser Rest sollte für Dinge ausgegeben werden, die einem wirklich etwas wert sind.

Es gibt ein einfaches Rezept um herauszufinden, wie man persönlich mit Geld umgeht: das gute alte Haushaltsbuch, das Erfassen aller Ausgaben. Oft reichen schon drei bis sechs Monate, um das eigene Verhalten im Umgang mit Geld kennen zu lernen.

Das «Wie» kann sehr individuell ausfallen. Wichtig ist lediglich das tägliche Erfassen aller Ausgaben. Manche haben neben dem Portemonnaie ein kleines Notizbuch und notieren jede Ausgabe sofort. Andere stellen eine Schuhschachtel auf und werfen Quittungen und Notizzettel hinein und zählen dann einmal pro Woche oder Monat zusammen. Wieder andere führen auf dem Computer eine Excel-Tabelle.

In einem zweiten Schritt werden die Ausgaben verschiedenen Kategorien wie Essen, Wohnen, Kleider, Ausgang, Sport, Reisen und dergleichen zugeordnet. Meist genügen schon vier Ausgabenblöcke.

Der erste kurzfristige Erfolg tritt bereits nach wenigen Wochen ein. Man wird feststellen, dass allein durch das Notieren weniger ausgegeben wird. Es ist wie bei der Schlankheitskur: Wer über seine Essenshäppchen Buch führt, isst weniger.

Der zweite Gewinn, sichtbar meist nach zwei Monaten, ergibt sich aus der Veränderung des Geldabflusses: Die Verteilung der Ausgaben auf die verschiedenen Kategorien zeigt, ob wir tatsächlich für diejenigen Dinge Geld ausgeben, die uns etwas wert sind. Rasch wird man die «Geldfresser» identifizieren, die ohne grosse Einbusse an Lebensqualität aufgegeben werden können. Es braucht dazu nur etwas Disziplin.

Ausserdem wird man erkennen, dass manche Posten mit hoher Wertschätzung eigentlich zu kurz kommen. Deshalb der Vorschlag: Einen Umverteilungsplan aufstellen und «echte» Wünsche besser berücksichtigen. Das verbessert das (finanzielle) Wohlgefühl, ohne dass die Gesamtausgaben steigen.

Der dritte und längerfristige Gewinn ist, dass sich das zielgerichtete Sparen zur Gewohnheit entwickelt. Was einst als ein entfernter Traum erschien, kann nun Schritt um Schritt zur Realität werden.

Doris Schönemann

Archiv