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Die sechs «Killer-Apps» der westlichen Zivilisation
Niall Ferguson, einer der profiliertesten Wirtschaftshistoriker unserer Zeit, beschreibt in seinem kürzlich erschienen Buch «Civilisation: The West and the Rest» die Gründe für die Dominanz der westlichen Zivilisation gegenüber dem Rest der Welt ab dem 16. Jahrhundert. Seine Antwort begründet Ferguson mit den sogenannten sechs «Killer-Apps»:
1. Wettbewerb: Die Dezentralisation des politischen und ökonomischen Lebens ermöglichte das Aufkommen von Nationalstaaten und Kapitalismus.
2. Naturwissenschaft: Das Verständnis und die drastische Veränderung der Natur stellte sich für den Westen als militärischen Hauptvorteil heraus.
3. Eigentumsrechte: Das Gesetz als Schutz für Privateigentümer bei Streitigkeiten und Uneinigkeiten bildete die Basis für die stabilste Form der stellvertretenden Regierung.
4. Medizin: Eine Branche der Naturwissenschaft, die eine bedeutende Verbesserung für die Gesundheit und die Lebenserwartung in den westlichen Gesellschaften sowie deren Kolonien zur Folge hatte.
5. Die Konsumgesellschaft: Eine Art des materiellen Lebens bei welcher die Produktion und der Kauf von Konsumgütern eine ökonomisch zentrale Rolle spielt.
6. Arbeitsmoral: Eine moralische Grundstruktur und die Aktivität der Gesellschaft, ableitbar vom protestantischen Glauben, dienten als Kleister für die dynamische und potenziell unstabile Gesellschaft.
Heute ist die Schlüsselfrage im Zusammenhang mit den sechs «Killer-Apps»: Hat der Westen seine Monopolstellung eingebüsst oder nicht? Falls dies der Fall sein sollte und der Rest der Welt bereits daran ist, die sechs Apps erfolgreich herunter zu laden, werden wir noch zu unseren Lebzeiten das Ende der westlichen Dominanz erleben.
Im
NZZ-Interviewwww.nzz.ch/... erklärt Niall Ferguson, dass China bereits im Besitz von fünf der sechs Apps ist.
Im
DRS-Beitragwww.drs4news.ch/... der Sendung «Echo der Zeit» spricht Ferguson über den Schuldenberg der USA und bezeichnet das Vorgehen der Politik als «Russisches Roulette».
Für das iconomix-Team
Christian Willisch
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