iconomix

Schweizerische Nationalbank

Donnerstag, 17. Juni 2010,
13:25

Geldpolitik und der Transmissionsprozess

Eine Einführung in die wichtigsten Wirkungszusammenhänge der Geldpolitik bietet das iconomix-Modul «Geldpolitikhttp://www.iconomix.ch/de/module/detail/m04a/». Gute Vertiefungen zum Thema finden sich in volkswirtschaftlichen Lehrbüchern für die Gymnasialstufe; so z. B. in Aymo Brunettis im hep verlag erschienenem Buch «Volkswirtschaftslehre – Eine Einführung für die Schweizwww.hep-verlag.ch/...», oder in Peter Eisenhuts «Aktuelle Volkswirtschaftslehrewww.rueggerverlag.ch/...», erschienen im Rüegger Verlag.

Diese Lehrbücher stellen unter anderem die geldpolitischen Instrumente und Ziele der Schweizerischen Nationalbankwww.snb.ch/... (SNB) vor: Mittels sogenannter Offenmarktoperationen steuert die SNB den Libor, d. h. den Zinssatz, zu dem sich die Banken gegenseitig Geld ausleihen. Dadurch beeinflusst sie die Geldmenge im Banken- und Wirtschaftssystem und nimmt damit einen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. Ziel der SNB ist es, die Stabilität der Preise zu gewährleisten und dabei die Konjunktur zu berücksichtigen.

Wie aber funktioniert dieser Prozess genau? Kürzlich hat die NZZ einen Artikel von Claudia Aebersold Szalaywww.nzz.ch/... publiziert, der sich vertieft mit der Wirkungsweise der Geldpolitik beschäftigt. Anlässlich der Käufe griechischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) – der iconomix-Bloghttp://www.iconomix.ch/de/service/blog/archive/2010/05/14/mit-der-bazooka-gegen-die-ansteckung/ berichtete über diese aufsehenerregende Entscheidung – wirft die Autorin Licht auf den sogenannten «Transmissionsprozess» der Geldpolitik.

Dieser Prozess sorgt dafür, dass die Zinsentscheide der Zentralbanken die erwünschten Reaktionen von Geschäftsbanken im Geld- und Kapitalmarkt hervorrufen. Die Bankgeschäfte beeinflussen ihrerseits die Zinsen auf Spareinlagen und Krediten und wirken sich so auf die Ausgabeentscheidungen von Konsumenten und Produzenten und auf die Preise für Güter und Dienstleistungen aus. So kommt die Politik der Zentralbank – mit einer gewissen Verzögerung – in der Realität an.

Wie in anderen Märkten auch, kann es auf dem Geldmarkt jedoch zu Störungen kommen, welche die Wirkung der Geldpolitik beeinträchtigen; so geschehen während der Finanzkrise des Jahres 2008, sowie jüngst im Zusammenhang mit dem drohenden griechischen Staatsbankrott: Banken stellten einander keine Liquidität mehr zur Verfügung, weil sie das Griechenland-Engagement ihrer Konkurrentinnen nicht einschätzen konnten – worauf die EZB zu den besagten, unkonventionellen Mitteln griff.

Wer nun wissen möchte, wie die Sache wirklich im Detail aussieht, liest Szalays Artikel: «Wenn die Politik der EZB nicht mehr richtig ankommtwww.nzz.ch/...».

Für das iconomix-Team
Simon Schmid

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