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«Die Galaktischen» zu Gast in Zürich
Die teuerste Fussballmannschaft der Welt ist am 15. September im Zürcher Letzigrund zu bestaunen, wenn Real Madrid erster Gegner des FC Zürich in der europäischen Champions League ist.
Rund 380 Millionen Schweizer Franken hat der spanische Club diesen Sommer für neue Spieler ausgegeben. Das ist praktisch die Hälfte der spanischen Transferausgaben und beinahe das Vierzigfache aller Schweizer Super League Clubs zusammen.
Verantwortlich für die rekordsprengende Einkaufstour ist Reals neuer Präsident Florentino Pérez. Bereits in seiner ersten Amtszeit nach der Jahrtausendwende verfolgte er die Strategie, die bekanntesten Weltstars nach Madrid zu holen, um den Fussballclub als weltweite Marke zu etablieren. Fussballerisches Talent und Teamgefüge schienen dabei eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die grosse Dichte an Weltstars brachte dem Team den Übernamen «die Galaktischen» ein.
Erstaunlicherweise bezeichnet eine Studie der Harvard Business School dieses Geschäftsmodell als vorbildlich für aufkommende Fussball-Märkte.[1] In der Tat besitzen Superstars oft ein so grosses Wertgrenzprodukt, dass die Ausgaben für ihre Verpflichtung in erstaunlicher kurzer Zeit kompensiert sind. Das Wertgrenzprodukt eines Spielers ist derjenige Betrag, um den sich die Einnahmen des Clubs durch seine Verpflichtung erhöhen.
Ein Superstar steigert sowohl Fanartikel- und Ticketverkäufe als auch den Markenwert eines Clubs, wodurch lukrativere Werbe- und Fernsehverträge sowie Spielantrittsprämien ausgehandelt werden können. Zudem ist ein Star-Spieler auch für die Konkurrenz wertvoll, da er bei Gastspielen mehr Zuschauer ins Stadion lockt und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Spiele mit seiner Beteiligung zieht. Durch die sogenannte Superstar-Externalität ergibt sich für die gegnerischen Teams ein Mehrwert, ohne dass sie einen Rappen für den Lohn des Spielers aufwenden müssen.
Mit dem Spiel gegen Real Madrid kommt der FC Zürich in den Genuss der positiven Externalitäten von Fussballstars wie Cristiano Ronaldo, Kaká oder Raúl. Der Ansturm auf die 25'000 Plätze ist riesig, das Letzigrund-Stadion könnte wohl mindestens zwei Mal gefüllt werden. (siehe FCZ.TV) Eine so grosse Nachfrage lässt die Ticketpreise auf dem Markt markant in die Höhe schnellen.
Da der FCZ dieses Spiel nicht vielen seiner eingefleischten Fans vorenthalten will, verkauft er die Tickets zum moderaten Paketpreis mit zwei weiteren Heimspielen. Dadurch verzichtet der Club aus moralischen Gründen auf einen Teil der anfallenden Superstar-Externalität.
Für das iconomix-Team
Marcel Stadelmann
[1] John A. Quelch, Jose Luis Nueno und Carin-Isabel Knoop, 2004. Real Madrid Football Club, Harvard Business School.
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