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Derivate
Komplizierte Finanzinstrumente geraten oft in die Kritik. Dies insbesondere dann, wenn die Finanzwelt «Kopf steht», wenn sich also Banken, Fonds und Privatanleger verspekuliert haben. Eine Sorte solcher Finanzinstrumente sind die Derivate.
Ein Derivat ist ein Vertrag, der den Inhaber berechtigt, einen «Basiswert» zu einem fixen Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Dieser «Basiswert» ist meist ein Wertpapier (z.B. Aktien oder Anleihen), ein Rohstoff oder eine Währung.
Ein Beispiel von Derivaten ist die Kaufoption auf eine Aktie. Sie gibt dem Optionsinhaber das Recht, aber nicht die Pflicht, ebendiese Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Für dieses Recht bezahlt der Optionsinhaber einen kleinen Betrag – den Optionspreis. Optionen können über die Börse jederzeit gekauft und verkauft werden.
Aus der Finanzwelt sind Derivate nicht mehr wegzudenken. Durch deren geschickten Einsatz lassen sich neue, massgeschneiderte Produkte entwickeln, die den individuellen Wünschen der Anleger entsprechen.
Insbesondere ermöglichen Derivate die Absicherung gegenüber grossen Kursschwankungen des Basiswerts. Sinkt z.B. der Kurs einer Aktie stark und hat der Anleger vorgängig eine entsprechende Verkaufsoption erworben, so kann er die Aktie zu einem höheren Preis verkaufen, als wenn er direkt am Markt verkauft (d.h. ohne die Verkaufsoption).
Mittels eines solchen «Kaufs oder Verkaufs auf Termin» ist es also möglich, die Risiken einer Anlage drastisch zu reduzieren.
Umgekehrt ist jedoch eine direkte Anlage in Optionen, welche nicht aus Gründen der Absicherung erfolgt, sehr riskant, da der Optionspreis prozentual um ein Vielfaches stärker schwankt als der Aktienpreis. Aus diesem Grund sind Optionen oft ein beliebtes Spekulationsobjekt.
Für das iconomix-Team
Ronald Indergand
- 1 Kommentare
Wie wäre es mit folgender, etwas anderen Definition aus systemtheoretischer Sicht?
Derivate sind legale Wetten auf steigende oder fallende Börsenkurse des Basiswertes. Sie generieren insgesamt keinen Mehrwert sondern lediglich Transaktionskosten. Sie dienen dazu, durch Überwälzung von Risiken auf andere Marktteilnehmer Gewinne zu erzielen, wobei die Verlierer im Wettspiel für diese Gewinne bezahlen müssen.
Wie in Ihrem Schlusssatz richtig bemerkt, sind Derivate reine Spekulationsobjekte.
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