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Die Krise in der Autoindustrie
Namhafte Automarken wie z.B. Ford, Opel und Chrysler sind gefährdet, denn die Autohersteller stecken in grossen Schwierigkeiten. Seit Jahren leidet der Automobilsektor unter Überkapazitäten, mehrere Grosskonzerne stehen kurz vor dem Bankrott.
Die ohnehin desolate Situation wurde durch den Konjunktureinbruch drastisch verschärft. Die Autobauer sind daher zu Massnahmen auf der Kostenseite gezwungen. Eine Möglichkeit bestünde darin, verlustreiche Bereiche stillzulegen oder zu verkaufen und das Unternehmen zu verkleinern.
Fiat hat sich für das Gegenteil davon entschieden und versucht derzeit Chrysler und Teile von General Motors (Opel/Vauxhall und Saab) zu übernehmen, die Kapazitäten also stark auszubauen. Was könnten Gründe für diese Strategie sein?
Ökonomen würden sagen, die Führung von Fiat setzt auf «steigende Skalenerträge». Dieses Prinzip besagt, dass ein Unternehmen mit zunehmender Grösse die Stückkosten senken kann. Dieser Umstand trifft insbesondere auf die Automobilindustrie zu, wie in einem Artikel des «Economist» vom 09. Mai 2009 beschrieben.
Durch Massenproduktion, Fliessbandarbeit und Automatisierung lassen sich grosse Einsparungen bei der Fertigung von Autos erzielen. Zudem sinkt der Fixkostenanteil: Marketing- und Verwaltungskosten pro produziertem Stück sind geringer, je mehr Autos hergestellt und verkauft werden.
Durch eine Fusion können ausserdem «Synergien» erzielt werden. Das sind Kosteneinsparungen durch den Abbau von Doppelspurigkeiten – beispielsweise auf Führungsebene, beim Marketing und in der Logistik.
Die Risiken einer solchen Strategie sind trotz allem beträchtlich, da Investitionen in verlustschreibende Unternehmen zu einem Fass ohne Boden werden können. Zudem kann es schwer sein, zwei fremde Unternehmenskulturen zu vereinen. Eine Faustregel besagt, dass rund zwei Drittel aller Fusionen nicht von Erfolg gekrönt werden.
Für das iconomix-Team
Ronald Indergand
Vergleiche dazu die iconomix-Fragen in Politics-Economics vom 17. Mai 2009
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