Subnavigation
Volkswirtschaftliche Auswirkungen einer Pandemie
Mit dem Ausbruch der Schweinegrippe sieht sich die Welt der Gefahr einer Pandemie ausgesetzt, d.h. der kontinentübergreifenden Ausbreitung einer Infektionskrankheit. In einer 2008 veröffentlichten Analyse schätzte die Weltbank die ökonomischen Kosten einer Pandemie auf bis zu 3 Billionen US-Dollar, das entspricht beinahe 5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandprodukts.
Was wären die wirtschaftlichen Konsequenzen, die zu Verlusten in dieser Höhe führen können? Zum Einen ergäben sich direkte Ausfälle von Arbeitskraft durch Todes- und Krankheitsfälle, welche grosse Produktionsrückgänge zur Folge hätten. Zum Anderen wären noch grössere Auswirkungen durch präventive Massnahmen von Regierung und Bevölkerung zu erwarten.
Die Regierungen würden versuchen, die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Dies könnte eine weitgehende Lahmlegung des öffentlichen Lebens bedeuten. Restaurants, Schulen und Universitäten, Vergnügungsanlagen und der öffentliche Verkehr (z.B. Flughäfen) müssten vorübergehend geschlossen werden. Reiseverbote würden die Tourismusbranche lahmlegen.
Privatpersonen würden alles vermeiden, was eine eigene Ansteckung begünstigt. Das öffentliche Leben würde nach Möglichkeit gemieden – allein der Gang in einen Laden würde ein Risiko darstellen. Der private Konsum und die Investitionstätigkeit der Unternehmen würden aufgrund der unsicheren Lage stark zurück gehen.
Auf der anderen Seite gäbe es auch Profiteure einer Pandemie. Die Gesundheitsbranche und alle, die mit dieser in Verbindung stehen, hätten Hochkonjunktur. Medikamentenhersteller, Apotheken, Spitäler, deren Zulieferbetriebe und Sicherheitskräfte wären gefragt wie nie.
Angesichts der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise käme eine Pandemie zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Es hoffen deshalb alle, dass die Schweinegrippe schnell eingedämmt werden kann.
Für das iconomix-Team
Ronald Indergand
- 0 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
Hinweis: Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.
Bitte füllen Sie alle mit * markierten Felder aus.
Neuste Artikel
Letzte Kommentare
- Buchhalterische Analyse der Geldschöfung
- 19.01.2012 13:45
- Thema "Zeitbombe" zum 2.
- 05.01.2012 10:24
- "Geld schöpfen" heisst nichts anderes als "Schulden machen"
- 04.01.2012 10:40
- Thema "Zeitbombe"
- 03.01.2012 16:29
Themen
- Aktualität (120)
- Beschäftigung, Einkommen, Konjunktur (38)
- Entwicklung, Wachstum, Umwelt (52)
- Geld, Währung, Finanzen (119)
- Markt und Handel (42)
- Menschen in der Wirtschaft (51)
- Neues zu iconomix (8)
- Ökonomische und finanzielle Grundbildung (35)
- Rezensionen (42)
- Sport und Ökonomie (23)
- Staat und Gesellschaft (93)
- Verhaltensökonomie (22)
Archiv
Verwandte Blogs
- Batz.ch (CH)
- Becker-Posner Blog (USA)
- Chicago Fed - Marginal Thoughts (USA)
- Die Welt - ökonomisch gesehen (CH)
- Fazit von F.A.Z. (DE)
- Financial Times – The Economists’ Forum (UK)
- Freakonomics (USA)
- FTD - Wirtschaftswunder (DE)
- Gregory Mankiw (USA)
- Handelsblatt - Blogportal (DE)
- Never mind the markets von Tagesanzeiger (CH)
- Ökonomenstimme (CH)
- Paul Krugman (USA)
- Project Syndicate (USA)
- SF-Wirtschaftsblog (CH)
- Tim Schilling (USA)
- The sports economist (USA)
- The Undercover Economist (UK)
- The Visible Hand in Economics (NZ)
- TripleCrisis (USA)
- voxEU Blog (UK)
- Zeit Online – Herdentrieb (DE)
