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Konjunkturprogramme in der Schweiz
In der NZZ am Sonntag vom 8. März 2009 äussern sich zwei Schweizer Ökonomen kritisch zu aktiven Konjunkturprogrammen des Staates.
Jean-Daniel Gerber, Direktor des Staatssekretariates für Wirtschaft (Seco), und Urs Müller, Chefökonom von BAK Basel Economics, üben sich in Zurückhaltung - verglichen z.B. mit Olivier Blanchard, Chefökonom des IWF (siehe
einer der letzten Blogbeiträgehttp://www.iconomix.ch/).
Müller verweist insbesondere auf die «automatischen Stabilisatoren» wie z.B. die Arbeitslosenversicherung. Deren Ausgaben erhöhen sich, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, was dem Konsumeinbruch automatisch entgegengewirkt. In Boomphasen gibt es hingegen wenige Arbeitslose und die Kasse macht einen Überschuss.
Ein stetiger Ausgabenpfad der öffentlichen Haushalte führt in Boomphasen automatisch zu Überschüssen und in der Krise zu Defiziten und trägt so zur Stabilisierung bei. Verglichen damit sind Konjunkturprogramme klein. Sie sind zudem nur zu befürworten, wenn sie noch während der Rezession Wirkung zeigen und wenn sie zeitlich befristet und auf Branchen ausgerichtet sind, die stark von der Krise betroffen sind, meint Müller.
Da die Schweiz eine kleine offene Volkswirtschaft ist, «verpufft» ein Grossteil der Konjunkturmassnahmen über die Importe ins Ausland. Für Gerber besteht die Aufgabe des Schweizer Staates vor allem darin, «günstige Rahmenbedingungen auf dem Binnenmarkt zu setzen und ausländische Märkte mittels Freihandelsabkommen zu öffnen».
Die gegenwärtige Wirtschaftskrise muss in der Schweiz somit «in erster Linie über eine Stabilisierung der Finanzmärkte gelöst werden». Konjunkturprogramme sollten auf jene Massnahmen beschränkt werden, die «effektiv, schnell, gezielt und befristet» wirken.
Für das iconomix-Team
Ronald Indergand
Hinweis: Zum Thema «Konjunkturprogramme» vergleiche auch den neuen
A-la-Carte-Baustein von Peter Eisenhuthttp://www.iconomix.ch/.
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