iconomix

Schweizerische Nationalbank

Freitag, 23. Januar 2009,
10:00

Kostendruck

Der Wirtschaftsabschwung bringt viele Unternehmen in eine schwierige Lage. Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen geht zurück, die Umsätze und Gewinne schmelzen. Um weiterhin rentabel arbeiten zu können, sind viele Unternehmen gezwungen, ihre Kosten zu senken. Man spricht von Kostendruck. Welche Massnahmen werden getroffen?

Zum einen versuchen viele Unternehmen, Personal- und Verwaltungskosten einzusparen. Dabei machen vor allem die Löhne und Sozialversicherungsbeiträge einen grossen Teil des Geschäftsaufwands aus. Unter anderem haben etliche Banken, Automobilproduzenten (z.B. Ford, GM, Chrysler, Volvo) und auch Technologieunternehmen (z.B. Intel, Microsoft, OC Oerlikon) Stellenabbau angekündigt oder bereits vollzogen. Damit können Unternehmen ihre unterausgelasteten Kapazitäten abbauen, defizitäre Geschäftsbereiche verkleinern und versuchen, insgesamt die Effizienz zu steigern.

In der Schweiz haben Unternehmen die Möglichkeit, beim Arbeitsamt Kurzarbeit zu beantragen (siehe hier). Kurzarbeit heisst, dass die Mitarbeiter aufgrund kurzfristiger Arbeitsausfälle während einer gewissen Zeit nicht ihr volles Arbeitspensum ausüben. Während dieser Zeit übernimmt die Arbeitslosenversicherung (ALV) 80 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls. Dies ermöglicht dem Arbeitgeber, eingearbeitete und qualifizierte Arbeitskräfte nicht entlassen zu müssen, selbst wenn vorübergehend zu wenig Arbeit vorhanden ist.

Eine weitere Kostensenkungsmassnahme ist, die Ausgaben für Werbung und Sponsoring zu kürzen, da diese für die Geschäftstätigkeit zumindest in der kurzen Frist nicht zwingend nötig sind. Die Inseratestatistik der Schweizer Presse zeigt, dass die Anzahl Inserate und damit die Werbeeinnahmen der Printmedien gegen Ende 2008 stark zurückgegangen sind. Dies trifft umgekehrt die Zeitungen hart, weil Werbeinserate eine wichtige Einnahmequelle darstellen.

 

Wir werden auch in der nächsten Zeit mit Nachrichten über Kostensenkungsmassnahmen leben müssen. Denn solange die Aussichten für den Geschäftsverlauf schlecht sind, gehören solch einschneidende Massnahmen zum Unternehmensalltag.

Für das iconomix-Team
Boris Kaiser

 

Vergleiche dazu die iconomix-Fragen in Politics-Economics vom 25. Januar 2009.

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