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Ökonomie der Weihnachtsgeschenke

Weihnachten steht vor der Tür und alle zerbrechen sich den Kopf, was sie ihren Liebsten schenken sollen. In den Kaufhäusern, Weihnachtsmärkten und im Internet wird fieberhaft nach Ideen Ausschau gehalten.

Den Detailhandel freuts, ist das Weihnachtsgeschäft doch ein wichtiger Umsatzfaktor. Ein Blick in die Detailhandelsstatistik der letzen zehn Jahre zeigt, dass die monatlichen Umsätze im Dezember im Schnitt rund 30 Prozent höher lagen als in den anderen Monaten.

Doch was sagen Ökonomen eigentlich zum Akt des Schenkens und Beschenkt-werdens?

Eine erste Feststellung ist, dass Geschenkgeber über die Wünsche und Bedürfnisse der Empfänger kaum je perfekt informiert sind und somit oft nicht ins Schwarze treffen. Das Resultat: ungetragene Kravatten, zu grosse Hemden und ungelesene Bücher, die kurzerhand wieder auf eBay landen. Selbst wenn der Empfänger etwas Passendes erhält, ist es meist nicht das, was er gekauft hätte, hätte er das Geld nach seinen eigenen Vorlieben ausgeben können.

Der amerikanische Ökonom Joel Waldfogel wollte wissen, wie gross dieser «Verlust» ist. Er bat Studenten, den Geldbetrag für alle Geschenke zu schätzen, die sie zu Weihnachten erhalten haben. Ausserdem sollten sie angeben, wie viel sie für die geschenkten Dinge zu zahlen bereit gewesen wären, hätten sie sie nicht als Geschenk bekommen.

Das Resultat: Die Empfänger massen ihren Geschenken im Durchschnitt 10 bis 30 Prozent weniger Wert bei, als der geschätzte Kaufbetrag. Dabei ist diese Differenz umso grösser, je schlechter der Geber den Empfänger kennt. Übersetzt in die Sprache der Ökonomen heisst das: Weihnachtsgeschenke sind eine recht ineffiziente Form der Ressourcen-Allokation.

Warum schenken wir uns in dem Fall nicht einfach Geld zu Weihnachten? Eine mögliche ökonomische Erklärung ist die Folgende:

Schenken und Beschenkt-werden dienen als Signal. Zum Beispiel möchte eine Geliebte von ihrem Geliebten wissen, ob er sie tatsächlich liebt. Wählt er ein für sie passendes Geschenk, ist dies für sie ein Beweis oder eben Signal für seine Liebe. Dies nicht zuletzt, weil ein passendes Geschenk auszuwählen für ihn aufwendig ist (d.h., Zeit braucht). Wie aufwendig, hängt davon ab, wie gut er sie kennt bzw. wie sehr er sie liebt.

Würde er ihr anstelle des Geschenks einfach eine Banknote überreichen, würde er damit signalisieren, dass es ihm nicht einmal Wert ist, den Versuch zu machen, ein für sie passendes Geschenk zu finden. Sie würde ihm vermutlich gleich den Laufpass geben. Wenn hingegen Eltern ihren Kindern ein Geldgeschenk machen, ist das allenfalls sogar willkommen. Der Unterschied: Die Bindung zwischen Eltern und Kindern bedarf weniger der Bestätigung, als diejenige zwischen Liebenden.

Fazit: Schenken kann selbst für einen Ökonomen Sinn ergeben.

Für das iconomix-Team
Boris Kaiser

 

Vergleiche dazu die iconomix-Frage in Politics-Economics vom 7. Dezember 2008

Quellen: The Deadweight Loss of Christmas, Waldvogel Joel, The American Economic Review, Volume 83, Issue 5, 1993. - Gregory Mankiw: The Economics of Gifts, Greg Mankiw’s Blog, 24.12.2006

Thema: Menschen in der Wirtschafthttp://www.iconomix.ch/de/blog/list/50-menschen-in-der-wirtschaft/
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