Transfermarkt.de ist eine Webseite, auf der die Marktwerte von Fussballspielern durch registrierte Benutzer ermittelt werden. Laut transfermarkt.de sind die teuersten Spieler derzeit Lionel Messi (€ 100 Mio.), Cristiano Ronaldo (€ 90 Mio.), Andrés Iniesta (€ 65 Mio.), Wayne Rooney (€ 65 Mio.) und Cesc Fabrègas (€ 55 Mio.). Die teuersten Klubmannschaften sind FC Barcelona (€ 591 Mio.), Real Madrid (€ 539 Mio.), Manchester City (€ 496 Mio.), Manchester United (€ 424 Mio.), Chelsea London (€ 393 Mio.) und Bayern München (€ 360 Mio.). Die teuersten Nationalmannschaften haben Spanien (€ 658 Mio.), Deutschland (€ 459 Mio.), England (€ 392 Mio.), Argentinien (€ 345 Mio.), Frankreich (€ 340 Mio.), Portugal (€ 338 Mio.), Italien (€ 296 Mio.), Brasilien (€ 291 Mio.) und die Niederlande (€ 277 Mio.). Die Schweiz liegt mit € 139 Mio. auf Platz 16 und damit um fünf Plätze über ihrem FIFA-Ranking (Platz 21).
Die teuersten Schweizer Fussballer sind Gökhan Inler (€ 16 Mio.), Stephan Lichtsteiner (€ 14.5 Mio.), Xherdan Shaqiri (€ 12.5 Mio.) und Eren Derdiyok (€ 10 Mio.). Die teuersten Teams haben der FC Basel (€ 55 Mio.), BSC Young Boys (€ 26 Mio.), FC Sion (€ 20 Mio.), FC Zürich (€ 17 Mio.) und FC Luzern (€ 14 Mio.).
Diese Marktwerte werden in letzter Zeit vermehrt für Prognosezwecke eingesetzt. Beispielsweise hätte man auf diese Weise die letzten beiden Fussballweltmeister (Italien 2006, Spanien 2010) und den letzten Europameister (Spanien 2008) richtig vorhersagen können. In vielen anderen Wettbewerben wäre man jedoch falsch gelegen. Beispielsweise standen im diesjährigen Champions League Finalspiel nicht der FC Barcelona und Real Madrid, sondern Chelsea und Bayern. Auch das Ausscheiden von Manchester United gegen den FC Basel in der Gruppenphase der Champions League widerspricht den Marktwertunterschieden. Bei den nationalen Ligen Europas, die von transfermarkt.de erfasst werden, hätte man den aktuellen Meister mit einer Trefferquote von rund 43 Prozent richtig vorhersagen können. Prominente Ausreisser sind Spanien (Real Madrid statt FC Barcelona), Deutschland (Borussia Dortmund statt Bayern München), Italien (Juve statt Milan) und Frankreich (Montpellier statt PSG).
Bei dem EM-Wettspiel von tricey.net hätte man auf Basis der Marktwerte von transfermarkt.de bei der Prognose der Gruppenphase den dritten Platz belegt. Für den weiteren Verlauf erhält man auf dieser Basis folgende Resultate für die Viertelfinalspiele: Portugal schlägt Tschechien, Deutschland besiegt Griechenland, Spanien gewinnt gegen Frankreich und England setzt sich gegen Italien durch. Im Halbfinal würden dann Spanien gegen Portugal und Deutschland gegen England die Oberhand behalten. Das Endspiel gewinnt Spanien gegen Deutschland.
Diese Vorhersage unterscheidet sich vor allem in zwei Punkten von den aktuellen Wettquoten, die ebenfalls häufig als sehr gute Prognosemethode eingestuft werden. Erstens ist bei vielen Buchmachern mittlerweile Deutschland und nicht mehr Spanien der Titelfavorit. Zweitens ist der Ausgang des Viertelfinalspiels zwischen England und Italien gemäss Wettquoten völlig offen.
Hier offenbaren sich auch die Hauptschwächen beider Prognosemethoden. Die Marktwerte vernachlässigen aktuelle Trends und Leistungsfaktoren wie z.B. die Tagesform, die Mannschaftstaktik, die Trainerqualität, Verletzungen und Reisestrapazen. Zudem verändern sich die Marktwerte einzelner Spieler häufig erst nach ihren Leistungen an Welt- und Europameisterschaften. Die Wettquoten hingegen berücksichtigen nicht nur die erwarteten Wahrscheinlichkeiten, sondern auch die Wettfreudigkeit der jeweiligen Fans, die in der Regel auf und nicht gegen ihr Team setzen. Wenn beispielsweise mehr Deutsche als Spanier wetten, dann sinkt tendenziell die Wettquote für einen Sieg Deutschlands.
Zum Glück ist also keine Methode perfekt. Andernfalls würde der Fussball seinen grössten Reiz verlieren: wir sehen Fussballspiele gerade deshalb so gerne, weil wir nicht wissen wie sie ausgehen.


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