So lautete das Thema der iconomix-Fachtagung 2011 vom letzten Samstag 3. September in Bern.
- Zur Tagungshomepage mit den Folien der beiden Fachreferenten sowie interessanten weiterführenden Hinweisen.
- Zum Lehrmittel Europäische Währungsunion, welches die Ursachen hinter der Euro-Krise zum Thema hat und ebenfalls viele weiterführende Hinweise enthält.
Hier eine kleine Sammlung zentraler Aussagen aus dem Referat des ersten Hauptredners, dem aus Basel stammenden Professor Oliver Landmann von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau:
- In Bezug auf die Zielsetzung Preisstabilität und auf seinen Aussenwert ist der Euro eine Erfolgsgeschichte - und mindestens so erfolgreich wie die alte Deutsche Mark.
- Das Problem der Euro-Krise liegt unter der Oberfläche.
- Zum einen hatte die Zinskonvergenz der Euro-Länder ab Ende der 90er Jahre (für Griechenland ab 2001) enorme makroökonomische Konsequenzen. In Ländern mit traditionell hohen Zinsen und Inflationsraten bewirkte die Zinskonvergenz einen gewaltigen Kreditboom. Im Fall von Griechenland war es der Staat, in Ländern wie Spanien und Irland der Privatsektor, der sich verschuldete.
- Zum anderen fand eine Divergenz auf Ebene der Kosten statt. Während die einen Länder (v.a. Griechenland und Italien) seit Ende der 90er Jahre laufend an Wettbewerbsfähigkeit einbüssten, konnten andere Länder (v.a. Deutschland) ihre relativen Lohnstückkosten massiv senken. Selbst wenn also über Nacht eine gute Fee käme und alle Staatsschulden wegzaubern würde: Die GIPS-Länder und Italien hätten immer noch das riesige Problem, ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen.
- Warum blieben diese Entwicklungen unter der Oberfläche unentdeckt? Das Alarmsystem war falsch aufgebaut…
- Warum man die Gläubiger des Griechischen Staates bisher ungeschoren davon kommen liess, ist von der marktwirtschaftlichen Logik her vollkommen paradox und nur mit einem anderen Grundproblem der Euro-Krise zu erklären: den nach der Finanzkrise von 2008/2009 immer noch geschwächten europäischen Banken.
- Wichtig und dringend wäre deshalb eine Stärkung des Bankensektors, wie es die neue IWF-Präsidentin Christine Lagarde vorgeschlagen hat.
Passend zum Tagungsthema: KAL’s Cartoon aus der «Economist»-Ausgabe vom 3. September.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti


Letzte Kommentare