«Die Volkswirtschaft» – das Magazin für Wirtschaftspolitik – wird vom SECO herausgegeben und erscheint monatlich. Es enthält Beiträge zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen, geschrieben von Experten aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Im Zentrum steht jeweils ein Monatsthema (in der Juni-Ausgabe ist es z.B. das Potenzialwachstum). Daneben gibt es eine Serie (gegenwärtig zu den Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Schweizer Arbeitsmarkt), ein Spotlight und ein Dossier.
Das Dossier-Thema der Juni-Ausgabe 2011 ist «Financial Education». Es enthält drei lesenswerte Beiträge:
- Michael Manz (bis Oktober 2010 Co-Leiter iconomix, heute Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF), äussert sich zu «Financial Education – Rolle und internationale Entwicklungen». Manz gibt aus einer Schweizer Perspektive einen umfassenden Überblick über den Stand der Förderung finanzieller Bildung auf internationaler Ebene. Er meint, man könne die bisher relativ bescheidenen Anstrengungen in der Schweiz zur Verbreitung finanzieller Bildung entweder als sträfliches Versäumnis oder als wohltuende und gesunde Zurückhaltung betrachten. Eine sinnvolle Strategie würde wohl in einem Mittelweg bestehen, welcher mit finanzieller Bildung keine überhöhten und unrealistischen Erwartungen verbindet, aber dem Thema gleichwohl eine angemessene Bedeutung beimisst und bildende Massnahmen als Ergänzung zu regulatorischen Massnahmen prüft.
- Bernhard Probst (LerNetz AG) und Stephan Wüthrich (runway.ch) plädieren in ihrem Artikel «Braucht es eine nationale Strategie?» für eine umfassende nationale Strategie, in dessen Kern ein gemeinsames Verständnis davon steht, was in der Schweiz unter Financial Literacy zu verstehen ist (im Sinne eines nationalen Standards). Eine solche Strategie sollte evidenzbasiert sein, damit in Kenntnis der bestehenden Kompetenzdefizite und -lücken die richtigen Ansatzpunkte gewählt werden können. Voraussetzung dazu würde die systematische Erfassung des Wissensstands in der Bevölkerung und insbesondere bei den Jugendlichen bilden, wofür ein anerkanntes Messinstrument (im Sinne des oben erwähnten nationalen Standards) nötig sei.
- Beat W. Zemp, Präsident des Dachverbands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), spricht sich dafür aus, dass Kinder und Jugendliche lernen müssten, einen verantwortungsvollen und umsichtigen Umgang mit Geld zu pflegen («Financial Literacy gehört in die Lehrpläne der Schule»). Zemp stellt fest, dass das Finanzwissen der Schweizer Bevölkerung teilweise grosse Mängel aufweist. Elementare Zusammenhänge zwischen Risiken und Sicherheit würden nicht verstanden; und auch in Vorsorgefragen bestünden massive Wissenslücken. Die Schule könne einen wichtigen Beitrag zur Finanzkompetenz von Kindern und Jugendlichen leisten. Derzeit würden aber die notwendigen Ressourcen und verbindlichen Lehrplanvorgaben fehlen, so dass weitere Klärungen notwendig seien.
Der Beitrag von Probst und Wüthrich enthält übrigens ein kurzes Porträt von iconomix, als Beispiel eines gut eingeführten Bildungsangebots zu Financial Literacy in der Schweiz.
Für das iconomix-Team
Manuel Wälti


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