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Warum gibt es Firmen?

Diese Frage stellte der britische Ökonom Ronald Coase in seinem berühmten Aufsatz «The Nature of the Firm» (1937). Coase wunderte sich, warum – wenn Märkte doch so gut funktionieren – nicht alle wirtschaftlichen Transaktionen über Märkte abgewickelt werden. Oder anders gefragt: Warum gibt es überhaupt Firmen, wo nicht der Preismechanismus des Marktes die Steuerung übernimmt, sondern ein Unternehmer an der Spitze?

Coase Haupterkenntnis war, dass Firmen existieren, weil bei der Nutzung von Märkten sogenannte «Transaktionskosten» entstehen. Man stelle sich vor, ein Produzent würde alle Mitarbeitenden entlassen und stattdessen Zulieferverträge für einzelne Arbeitsschritte mit ihnen abschliessen. Er müsste jedes Mal neu mit den Zulieferern über den Preis verhandeln, müsste die Einhaltung der Verträge überwachen und durchsetzen. Das ist aufwendig und verursacht Kosten. Deshalb ist es in vielen Fällen günstiger, wenn sich die Vertragspartner zu einer Firma zusammenschliessen und so die komplizierte Marktstruktur durch einen Unternehmer ersetzen.

Obwohl Coase mit dieser Theorie das Vorhandensein von Firmen nur teilweise erklären konnte, legte er damit den Grundstein zur sogenannten «Theorie der Firma».[1] Diese nennt neben den Transaktionskosten noch weitere Erklärungen, warum es Firmen gibt:

Erstens lässt sich durch das Zusammenfassen von einzelnen Produktionsschritten mehr und günstiger produzieren, weil man etwa Material in grösseren Mengen beschaffen kann und sich Investitionen in neue Technologien lohnen («Skalenerträge»).

Zweitens sind in einer Vertragsbeziehung manchmal sogenannte «beziehungsspezifische Investitionen» nötig. Dies ist z.B. der Fall, wenn ein Lieferant eine Anlage anschafft, die nur Teile für einen einzigen Abnehmer produzieren kann. Weil trotz Vertrag nicht alle Eventualitäten geregelt werden können, befürchtet der Lieferant, er könnte dem Abnehmer nach der Anschaffung ausgeliefert sein. Deshalb investiert er von Anfang an zu wenig. Dieses Problem kann der Abnehmer vermeiden, indem er den Lieferant in die Firma integriert.

Wenn nun aber Firmen so viele Vorteile haben, warum gibt es dann überhaupt Markttransaktionen und nicht einfach eine einzige, zentral geplante Firma? Der Grund dafür ist, dass auch die Organisation innerhalb von Firmen Transaktionskosten verursacht - und die sind umso höher, je grösser die Firma ist.

Bei der Koordination von wirtschaftlichen Aktivitäten geht es also darum, das richtige Gleichgewicht zwischen Markt und Firma zu finden. Was zur Frage nach der optimalen Grösse einer Firma führt, deren Beantwortung wir uns aber für einen späteren Beitrag aufsparen.

Für das iconomix-Team
Martina Zahno

[1] In einem Artikel anlässlich von Coase 100. Geburtstag beschreibt der «Economist», was Coase und andere Ökonomen zum Verständnis der Struktur von Firmen und Industrien beigetragen haben.

Thema: Entwicklung, Wachstum, Umwelthttp://www.iconomix.ch/de/blog/list/10-entwicklung-wachstum-umwelt/, Markt und Handelhttp://www.iconomix.ch/de/blog/list/51-markt-und-handel/
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Kommentare (1)Kommentar abgeben
Infomagazin Blog
12. Januar 2011, 13:01
Firmen Teilräderwerk der Gesellschaft

Firmen sind dazu da eigene Ideen einzubringen, einen Bedarf zudecken und damit Geld zu verdienen, zu kommerzialisieren.. Sie sind Teil eines Räderwerks in der Gesellschaft, ohne diese unsere Gesellschaft mangels Einkommen für beide Seiten (Chef u. Arbeitnehmer) nicht richtig funktionieren könnte. Der Grossteil der Firmen ist von guten, innovativen Arbeitnehmern abhängig. Der Erfolg oder Misserfolg wird durch ein konstruktives Verhältnis der Partner bestimmt. Daneben braucht es aber einen Konkurrenzsituation um Monopolisten zu verhindern. Ein Unternehmer sitzt zwar am Lenkrad und steuert. Aber der Umtriebigste würde alleine ohne Fahrgestell und Motor nicht weit kommen. Ausnahmen sind die Regel (sh IT, Programmierer usw) Ein Unternehmer ist wichtig, aber nicht zwingend notwendig.

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