Mit Holcim, dem weltgrössten Zementhersteller, ist ein Schweizer Grossunternehmen von Hugo Chavez Verstaatlichungs-programm betroffen. Im letzten Jahr musste Holcim mit der Regierung über den Verkauf aller Produktionsstätten in Venezuela verhandeln.
Die Verstaatlichung wurde von der venezolanischen Regierung mittlerweile vollzogen. Doch Holcim wartet noch immer auf die vereinbarte Entschädigung von 550 Mio. US Dollar. Nach erfolglosen Interventionen der Schweizer Behörden hat das Unternehmen bei der Weltbank nun ein Verfahren eingeleitet.
Mit staatlichen Massnahmen dieser Art wird in der Regel eine Umverteilung von Vermögenswerten angestrebt. Ausländer werden enteignet und deren Produktionsanlagen und Vermögenswerte dem venezolanischen Staat zugeführt. Kurzfristig scheint Venezuela davon zu profitieren.
Unter Ökonomen ist allerdings unbestritten, dass es sich dabei um ein Beispiel schlechter Wirtschaftspolitik handelt. Denn solche Massnahmen bedeuten langfristig für die venezolanische Bevölkerung nichts Gutes.
Wenn ausländische Unternehmen der Willkür des Staates ausgesetzt sind, so steigt damit für sie die Unsicherheit. Sie werden es sich künftig zweimal überlegen, ob sie in Venezuela investieren und damit u.a. Arbeitsplätze schaffen wollen. Wer sicher gehen will, entscheidet sich dafür, das Land zu verlassen und dabei möglichst viel Know-How und Kapital mitzunehmen.
Für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Landes verheisst die de facto Enteignung von Holcim also nichts Gutes.
Für das iconomix-Team
Ronald Indergand


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