In der letzten Ausgabe von Das Magazin ist ein interessante Abhandlung erschienen über das Buch «Der Aufstieg des Geldes» (siehe Amazon) vom britischen Historiker Niall Ferguson, welches im März 2009 auf Deutsch erscheinen wird.
Hier eine kurze inhaltliche Übersicht:
Einleitend beschreibt Ferguson in seinem Buch die Entstehung und Entwicklung des Bankgeschäfts und wie sich dieses während der Renaissance ausgehend von Italien über Europa ausbreitete. Auf dieser Reise durch die Vergangenheit wird schnell klar, dass der Verlauf der Geschichte oftmals von der Entwicklung der Geldwirtschaft beeinflusst wurde.
So hingen die Herrschaftsverhältnisse in Europa nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, Kriege mit Staatsanleihen zu finanzieren. Ferguson beschreibt, wie die Gründung der ersten modernen Aktiengesellschaft im Jahr 1602, der Niederländischen Ostindien-Kompanie, Holland als Kolonialmacht beflügelte. Und umgekehrt, wie eine Aktienblase, ausgelöst durch Spekulation und eine Aufblähung der Geldmenge im frühen 18. Jahrhundert, Frankreichs damaliges Finanzsystem zu Fall brachte. Schliesslich schildert er, wie schottische Geistliche einen Vorsorgefond für Angehörige von verstorbenen Pfarrern gründeten und damit den Grundstein für das moderne Versicherungswesen legten.
Ferguson setzt besonderen Akzent auf die Rolle des Wohneigentums und veranschaulicht, wie die Wurzeln der US-Immobilienkrise weiter in die Vergangenheit zurückreichen als heute oft vermutet wird: Mit der Förderung von Wohneigentum begann bereits Präsident Roosevelt im Rahmen des New Deals während der Grossen Depression der 30er-Jahre.
Mitte der 80er-Jahre brach in den USA die Bausparkassen-Krise aus («Savings and Loans Crisis»), ihrerseits Ausdruck der gefährlichen Mischung aus Deregulierung und staatlichen Einlagengarantien. Mit der Unterzeichnung des «American Dream Downpayment Act» zur staatlichen Förderung von Eigenheimerwerb für untere Einkommensschichten im Jahr 2003, trug Präsident Bush massgeblich zur darauffolgenden Fehlentwicklung am Immobilienmarkt bei.
Die Botschaft Fergusons ist klar: Vermögenswertblasen und Finanzkrisen treten immer wieder auf, weil das Gedächtnis der Finanzmärkte (und der Regierungen) kurz ist und diese nicht aus früheren Fehlern lernen. Die irrationale Komponente der menschlichen Natur spielt dabei eine zentrale Rolle.
Ferguson macht deutlich: Wer die Gegenwart verstehen will, muss in die Vergangenheit blicken. «Der Aufstieg des Geldes» bietet dazu reiches Anschauungsmaterial.
Für das iconomix-Team,
Boris Kaiser



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